Samstag, 26. April 2014

Ein paar Flügelschläge entfernt

Dear Hanna.

Als ich bei A. war, habe ich den ersten Schmetterling in diesem Jahr gesehen. Er war gelb, genauso, wie ich mir deine Flügel vorstelle, und obwohl er nur für ein paar Sekunden in meinem Blickfeld war, hat er mich an dich erinnert. Gerade jetzt, wo du so glücklich bist und alles sich zum Guten zu wenden scheint, bist du in meiner Vorstellung ein gelb leuchtender Schmetterling wie der, dem ich begegnet bin. Gelb ist schön und strahlend, ohne aufdringlich zu wirken. Gelb bist du, weil du so schön bist, wenn du glücklich bist. Und das macht mich glücklich.

Meine Ferien waren genauso wunderschön wie es deine wahrscheinlich waren. Ich war endlich wieder bei A. und konnte ihn anfassen, fühlen, umarmen, küssen. Ich konnte 13 wundervolle Tage in seinen Armen verbringen, in denen ich nicht an die Schule, meine Probleme und den Ort denken musste, an dem ich nun wieder bin. Ich konnte 13 Tage lang eine Freiheit ausleben, an die ich jetzt nur noch mit Wehmut zurückdenken kann. Ja, ich bin jetzt wieder an dem Ort, den ich eigentlich "Zuhause" nennen sollte. Aber mein Zuhause ist dort, wo A. ist und er ist nicht hier. Jetzt, wo ich solange weg war, hasse ich einfach jede Sekunde bei meiner Familie. Ich merke, wie ungerne ich eigentlich hier bin und wie wenig ich sie eigentlich mag. Das klingt hart, schließlich ist es meine Familie, aber ... in meinem Herzen ist sie das eben nicht. A. ist meine Familie. Und ich vermisse ihn schrecklich. Ich vermisse ihn so, als hätte ich mir ein Stück meines Herzens rausgeschnitten und bei ihm liegen gelassen. Ich musste weinen, als ich in diesen Zug steigen musste, und mir kommen die Tränen, während ich diese Zeilen schreibe. Ich habe solche Sehnsucht nach ihm, aber ein erneutes Wiedersehen wird es erst wieder im Juli oder August geben. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll. Ich liebe diesen Menschen und jeder Tag ohne ihn ist zur Qual geworden.

Das klingt vielleicht etwas übertrieben. Natürlich kann ich auch mit dieser Fernbeziehung leben, aber ich kann es kaum erwarten, meinen Abschluss zu bekommen und zu ihm zu ziehen. Ich habe einfach unglaubliche Sehnsucht nach ihm. Ich vermisse es, alles an ihm, seinen Geruch, seine Nähe, seine Worte, sein Lachen. Er ist 500 Kilometer entfernt und das macht mich derzeit einfach nur fertig. Es fühlt sich so schrecklich an, nicht mehr jeden Tag neben ihm aufwachen zu können.

Du fragst mich, wie es mir geht? Ich vermisse. Ich habe Sehnsucht. Ich kann nichts dagegen tun. Ich will am liebsten die Schule abbrechen und sofort wegziehen, aber das kann ich nicht. Mir geht es nicht gut, gerade deswegen, und ich hasse jede Sekunde hier, was mein Unwohlsein verstärkt. Ich versuche, damit zu leben, aber es fällt mir unheimlich schwer. Sehr sogar. Aber ... was soll ich tun, außer alles versuchen, was mir möglich ist? Ich ... kann nicht, ich kann nicht mehr, Hanna, aber ich muss, um einen guten Abschluss zu bekommen, und ich bin so fertig. Aber deine Blogposts heitern mich immer wieder auf :] Danke dafür, für diese lichten Momente. Danke. ♥

Kurz, aber ich werde gleich ins Bett hüpfen. Gute Nacht, meine Liebe.

Itsu

Sonntag, 20. April 2014

Neugeborene Flügelschläge

Liebe Itsu,

ich schreibe dir diesen Blogeintrag nicht, weil ich ein schlechtes gewissen habe, dass ich so lange nichts hier gepostet hab und auch nicht, weil ich dachte, dass es mal wieder Zeit wäre.
Nein, ich schreibe dir diesen Blogeintrag, weil ich heute oft an dich gedacht habe und weil ich dir gerne von dem verwirrenden Ereignissen erzählen möchte, die nach Außen hin vermutlich gar nicht so spektakulär klingen, aber für mich zurzeit eine große Rolle spielen und du bist diejenige, von dir ich möchte, dass sie daran Teil nimmt. Außerdem hoffe ich, dass du vielleicht mal wieder was auf deinem Blog veröffentlichst, die nächste month summary steht ja auch bald an und ich frage mich, wie es dir so geht und was dich zurzeit so beschäftigt.

Die Osterferien neigen sich dem Ende und sie gehören definitif zu den besten Ferien, die ich bisher hatte, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich sie mit N. verbracht habe. Ich habe nicht die ganze Zeit vor dem PC verbracht wie so oft und ich bin sogar mal aus Magdeburg rausgekommen. Ich war lange wach ohne Panik zu haben, erwischt zu werden oder von einer vollkommen überdrehten und überfürsorglichen Mutter mitten in der Nacht empfangen zu werden. Und das sind nur sehr wenige der Gründe, weshalb meine Osterferien toll waren.
Das Schöne ist ja, dass DU deine Osterferien ebenfalls bei deinem Göttergatten verbingen konntest und du bist gar nicht mal (geografisch betrachtet) so weit weg von mir wie sonst und obwohl ich das rein logisch gesehen überhaupt nicht spüren könnte freut es mich irgendwie.  (:
Und wehe ich bekomme keinen detaillierten Bericht von dir wenn du wieder da bist. Ich vermisse dich!

Naja, auf jeden Fall habe ich einige Tage am Stück mit N. verbracht, was noch nie vorgekommen ist, weder mit ihm, noch mit einem anderen Menschen, der nicht zu meiner Familie gehört, wenn man von einem Ausflug absieht, den ich mal mit Lucy gemacht habe und der war schon echt schön.
Am Donnerstag waren wir mit seiner Familie in Leipzig und ich finde es so verrückt, wie sehr ich diese Familie lieb habe, die mir bis vor einigen Monaten noch vollkommen fremd war. Ich fühle mich unglaublich wohl bei ihnen und man bekommt ein Gefühl von Zusammenhalt und zu Hause, dass ich in der Wohnung meiner Eltern seit einigen Jahren oft vermisse. Es ist schön zu sehen, unter welchen wundervollen Menschen N. sein Leben lebt, zumindest außerhalb der Schule und das ist ein gutes Stichwort, denn auch mein Leben ist außerhalb der Schule so ganz anders.

Seit über einer Woche bin ich nicht mehr jeden Tag mit diesen Menschen, mit denen ich in eine Klasse gehe. Ich fühle mich zwischen ihnen immer anders, immer unpassend und ich bin auch froh, nicht so zu sein wie sie. Trotzdem war mir noch nie so klar wie jetzt, wie unglaublich unwohl ich mich in meinem Alltag in der Schule fühle, wenn man von der Arbeitsgemeinschaften mal absieht, die ich freiwillig besuche. Ich glaube wenn meine Schule nur aus meinem Klassenkameraden bestehen würde, hätte ich längst die Schule gewechselt. Es ist mir schleierhaft wie man Menschen, mit denen man jeden Tag mehrere Stunden auf engsten Raum verbringt, mit denen man arbeiten und leben soll teilweise so sehr ... wie soll ich sagen? Verachten währe zu hart gesagt. Aber ich hege solch eine Abneigung gegen sie und das Gefühl, dass sie mir geben. AE ist die einzige Ausnahme.

Nach so vielen Tagen zu zwei fühlt es sich komisch an, wieder unbemerkt zu leben. Ich meine, meine Mutter hat mich heute morgen angeschrien und ich bin deshalb in Tränen ausgebrochen, die niemand gesehen hat und in diesem Moment kamen mir die letzten Tage so vor, als wäre ich in einem ganz anderen Land gewesen oder so, in einem, in dem man sich einfach nur gut fühlt, in dem kein Druck ist, keine Sorgen oder Ängste und nach und nach fällt das alles wieder über mir zusammen und das, obwohl heute der allereste Tag des Jahres war, der für mich wirklich Sommer bedeutete. Es war so warm, dass ich ein Kleid tragen konnte und die Haut imemr noch glänzte. Durch den ständigen Wetterumschwung (morgen soll es wieder regnen) habe ich seit ein paar Tagen das Gefühl jeden Moment ab zu klappen. Über Ostern war meine Fam. zu besuch und ich habe so sau viel gegessen, dass ich mich körperlich einfach nur komisch fühle zurzeit, schwach irgendwie, weich und warm. Mir fehlen N.'s Arme, die mich zusammenhalten, dabei habe ich ihn erst heute Morgen gesehen. Meine Teenagerhormone geben ihr bestes mich dauerhaft zu verwirren. Ich fühle mich so, als würde ich alles was ich tue zum ersten mal machen und ich muss dringend wieder einen klaren Kopf bekommen bevor es am Dienstag wieder in die Schule geht.

Ich weiß nicht, wie ich das finden soll.

Wie findest du es? Wie waren deine Ferien und wie ist bei euch das Wetter und ... ach erzähl mir einfach ALLES!
Ich liebe dich.

~Evo

Montag, 10. Februar 2014

Erinnerungen eines Schmetterlings.

Dear Hanna.

Wie du bereits weißt, habe ich vor wenigen Tagen wieder all unsere schönen Blogeinträge, die hier zu finden sind, durchgelesen. Ich lag im Bett und wollte - konnte - nicht einschlafen und auf einmal kam mir der Gedanke, mich auf diesem Blog durchzublättern, denn wenn mich etwas glücklich macht, dann das. Und natürlich hat diese Beschäftigung es geschafft, dass ich wieder fröhlich war, ja, sogar eine Träne hatte es von meinem Auge über meine Wange geschafft, weil in diesem Augenblick, als ich las, unsere Verbindung so deutlich vor meinen Augen stand; eine Verbindung, wie ich sie nicht genug schätzen kann. Ich bin dir so dankbar dafür - für unsere Freundschaft.

In letzter Zeit habe ich häufig das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich habe dir erst vor wenigen Tagen geschrieben, was mir alles Probleme bereitet; ich glaube, dass das nicht so ein großes Problem wäre, würde ich auch ab und an mal abschalten können. Aber es gibt unheimlich wenige Dinge, bei denen ich genau das tun kann, und es ist nicht schön, nie abschalten zu können und rund um die Uhr an seine Probleme zu denken. Wie schaltest du ab, wenn du nicht über so etwas nachdenken möchtest? Mir hilft es, mit meiner besten Freundin zu telefonieren, denn sie schafft es wunderbar, mich mit ihren Erzählungen abzulenken und aufzumuntern. Das ist das Einzige derzeit, was mich vollends abschalten lässt. Das und Schokolade. Natürlich.

In manchen Momenten bin ich unheimlich stolz auf mich; ich bessere mich in der Schule, ich habe mehr Geld auf meinem Konto als normalerweise, ich besitze inzwischen sogar so etwas wie ein soziales Leben und ich regle mein Leben zumindest ein bisschen besser, auch wenn ich immer wieder in frühere Verhaltensmuster zurückfallen. Diese nehme ich inzwischen aber bewusst war - das ist auch ein Schritt vorwärts. Aber derzeit bin ich nicht stolz, nein, im Gegenteil. Ich hasse mich selbst für alles, was ich tue, von dem ich weiß, dass es falsch ist. Ich hasse es, dass ich meine To-Do-Liste anstarre und letzten Endes Dr. House schaue oder einfach nur telefoniere. Ich hasse es, dass ich nicht produktiv bin sondern einfach nichts tue, nichts tue, nichts tue. Die ganze Zeit.

Natürlich stimmt das so nicht. In den letzten Tagen habe ich vermehrt an dem Weihnachtsgeschenk für meine bester Internetfreundin gearbeitet - jene Person, bei der ich wirklich abschalten kann. Es ist einiges an Arbeit und auch an Geld, aber es macht mir Freude, weil es ihr Freude machen wird. Und es gibt kaum etwas Schöneres auf dieser Welt als diese so kaputte Frau glücklich zu sehen. Und ich weiß, dass ich zwar gerade nicht viel tue, dass sich das aber schon bald wieder ändern kann. Ich habe meine Phasen, da mache ich gar nichts, und dann im nächsten Augenblick bin ich nicht aufzuhalten. Ich weiß das, und trotzdem hasse ich mich dafür, wenn ich in einer untätigen Phase stecke. Das ist blöd, irgendwie, verstehst du. Sich selbst zu hassen für etwas.

Aus Langeweile [und um in der Zwischenzeit das nächste Thema auszuwählen] schreibe ich dir einfach mal meine To-Do-Liste ab; viel ist es vielleicht nicht, aber ...

To-Do-Liste

[ ] Hannas Geburtstag [30.03]
[ ] Dikas Geburtstag [09.05.]
[ ] Praktikum
[ ] Frauenärztin anrufen
[ ] Briefe schreiben
[ ] Steckbrief für Isana
[ ] Weihnachtsgeschenk für Dika
[ ] Zusammenfassung des Buches Frauenpower auf Arabisch
[ ] Nachricht an Sebi
[ ] Kulturportfolio
[ ] Wettbewerbe: Tabu-Turnier & YourDrabble

Und natürlich stand auch der Name unseres gemeinsamen Blogs hier oben, denn ich weiß, dass ich dran bin mit Posten in unseren RPGs und auch mit einem ausführlichen Blogeintrag, der eigentlich davon handeln sollte, wie stark unsere Verbindung ist und wie sehr ich mir wünsche, dass diese niemals reicht. Aber ich bin eben ein Mensch, der gerne abschweift; du liest mich gerne, also macht es dir hoffentlich nichts aus. Ich habe dich lieb, Hanna.

Du gehörst zu den Menschen auf dieser Welt, die ich nie verlieren möchte. Es gibt nicht viele, die mir so viel bedeuten; fünf vielleicht. Du gehörst dazu. Denn obwohl ich dich noch nie gesehen habe und obwohl es manchmal Wochen gibt, in denen wir keinen Kontakt haben, weiß ich immer, dass du für mich da bist, wenn ich dich brauche; und ich weiß, dass du mich magst, dass du nicht böse bist, wenn ich mal abtauche. Bei unserer Freundschaft verspüre ich eine seltsame Sicherheit, als ob unsere Verbindung einfach zu stark für einen Riss sein könnte. Normalerweise habe ich starke Verlustängste, eben weil ich mir der Verbindung nicht sicher bin. Es ist schön, wenigstens bei einem einzigen Menschen auf dieser Welt so sicher zu sein - bei dir, meiner lieben Hanna.

♥ 

Samstag, 25. Januar 2014

Schmetterlingsflug

Dear Itsu,

wie du mitbekommen haben dürftest ist das hier mein zweiter Blogeintrag an diesem Tag. Der Erste, auf meinem eigenen Blog handelte von der Fashion Week - gezwungenermaßen, weil ich mich darüber ärgern würde sie einfach so unter den Tisch fallen zu lassen, aber das ist bereits ne Woche her und seit dem beschäftigen mich wieder ganz andere Dinge. Zum Beispiel bin ich nun Mitgleid eines Projektes an unserer Schue, das sich "Die Kinder Mama Afrikas" nennt. "Mama Afrika" ist eine afrikanische Band, die sich in Köln gefunden hat um afrikanische Musik und Kultur in Deutschland zu vermitteln. Da unsere Schule sehr eng mit fremden Kulturen verbuten ist, vor allem der afrikanischen Kultur, wurde es uns möglich gemacht, einen Trommel- Schrägstrich Gesangskurs mit afrikanischer Musik mit zu machen. Demnächst wird vermutlich auch Tanz hinzu kommen, alles unterrichtet von einem Mitglied der Band "Mama Afrika". Ich bin eher unfreiwillig hineingerutscht aber es nimmt einen einfach mit, wenn man im Kreis sitzt und beginnt diese Rtyhmen zu spielen, zu singen, alle im Einklang und man sich fühlt, als wäre man Teil etwas wirklich fantastischem, etwas großem und wichtigem. Es macht unglaublich Spaß.
Gestern hatte die Trommelgruppe einen Auftritt in Dreieich bei Frankfurt am Main, 6 Stunden hin und 6 wiede rzurück.
Abfahrt von MD: 7:30 Uhr
wieder Ankunft in MD 1:30 Uhr des Folgetages.
Vor dem Auftritt durften wir an ein paar Workshop teilnehmen. Ich war in einem, das einem Tipps gegeben hat, wie man Fortschritte in der Schule am besten in Schülerzeitungen vermarkten kann, in einem, in dem man sich selbst ein Armband aus Leder und Draht und Kokoszeug und Band amchen konnte, das mir unheimlich gut gefällt und das ich auch jetzt gerade trage und als letztes war ich in einem Workshop, der sich "Poetry-Slam" nannte. Weißt du was das ist? Ich kann es nicht richtig erklären, also wenn nicht musst du wohl oder über googlen müssen. ;D
Ich war nur ganz am Ende des Workshops ein für wenige Minuten da und hatte das meiste verpasst, aber ein Teil davon wurde auch im späteren Bühnenprogramm aufgeführt und da gab es diesen einen Satz, der das ganze Publikum mit einem Mal zum Schweigen gebracht hat und uns eine Gänsehaut in den Nacken, was vermutlich nicht zuletzt an der Vortragsweise lag aber ich will dir den Satz auf keinen Fall vorenthalten:

Wenn das Leben zum Witz degradiert,
dann ist der Tod die Poente.

Ich möchte da jetzt gar nicht so viel Eigeninterpretation reinbringen sondern, dass du vielleicht in bisschen drüber nachdenkst. (: 

Naja, die zweite große Neuigkeit, die es gibt ist, dass ich mir ganz sicher bin, dass mich einem Freundin von mir verkuppeln möchte. Sie hatte vor einiger Zeit mal soetwas angedeutet aber ich bin eigentlich kein besonderer Befürworter von Verkuppelaktionen also war ich skeptisch und hab ihr gesagt, sie sollte das bitte lassen, naja, irgendiwe hat sie das auch getan aber ich bin mir nicht ganz sicher wie viel von dem, was seither passiert ist sie tatsächlich gelenkt hat. Ich meine, ich hab ihn heute zum ersten Mal getroffen. Zugegebenermaßen könnte ich mir wirklich vorstellen ihn echt gern zu haben. Ich hab das Gefühl wir schwimmen auf einer Welle und ich hoffe echt, das ne freundschaft draus wird. Danach kann man ja immer noch weitersehen, jedenfalls bn ich sehr gespannt was die Zeit zu bringt und das Jahr 2014. Achso und ... hast du schonmal Violinen live gehört? Das klingt wirklich wunderschön. (:Ich stehe dieses Jahr auf exaktem Gleichstand, was die Halbjahresnoten anbetrifft, wie AE: 1,31
Wir haben beide 4 Zweien auf dem Zeugnis, allerdings in unterschiedlichen Fächern und der weit gefürchtete Absturzt beim Wechsel von der Sekundarstufe I in die Oberstufe ist komplett aufgeblieben bei uns beiden, was man vom Rest der Klasse nicht gerade behaupten kann. So gesehen versauen wir den Schnitt mit unseren hervorragenden Noten. 
Als nächstes steht bei mir der große Karnevealsauftritt vom Tanzen an und ich freu mich einfach schon riesig drauf! Außerdem fange ich dann bald an, nach dem passenden Stoff für mein Abiballkleid zu suchen. Der Entwurf dazu existiert ja schon. :D Ich gratuliere dir auf jeden Fall zu deiner Verbesserung in der Schule und ich hab mich riesig über deinen Blogpost gefreut und hab dich ganz ganz dolle lieb!

Das Leben ist das, was man daraus macht!
~Evoliette
 
 

Schmetterling, immer

Dear Hanna.

Ich sitze hier gerade vor meinem Computer an einem chaotischen Schreibtisch, den ich eigentlich erst vor wenigen Tagen aufgeräumt habe, höre Daft Punk von Pentatonix und schaue immer wieder auf die Uhr, weil ich irgendwie schon Hunger habe, aber sicher nicht vor 12 Uhr etwas zu Mittag essen werde. Ich könnte so viele andere Dinge tun - Dr. House schauen oder schreiben oder lesen oder irgendetwas tun, was auf meiner To-Do-Liste steht wie die vielen Schulsachen, die anstehen. Aber stattdessen sitze ich nun hier und tippe einen Blogeintrag, der schon lange fällig war. Mich überkam gerade unbändige Lust, dir zu schreiben, das passiert mir manchmal, nur bei dir, aber ich finde das in Ordnung so und das hier steht ohnehin schon lange auf meiner Liste: DearMarySue.

Schon seit 25 Tagen steht nun in der Datumsangabe die Zahl 2014. Du hast Recht, wenn du sagst, dass sich außer dieser Tatsache nichts geändert hat. Ich habe immer noch mit unendlich vielen Problemen zu kämpfen, habe immer noch Menschen, die mir dabei helfen, die mich lieben und mir nicht von der Seite weichen. Ich bin immer noch die gleiche Person mit unbändigen Locken und fetten Möpsen, die in ihren Gedanken fies ist und sich nie traut, mal wütend zu werden. Ich bin immer noch dein Schmetterlingsengel mit Flügeln aus Tinte und zumindest das finde ich eigentlich nicht schlecht. Trotzdem sehne ich mich nach einer Veränderung und habe gleichzeitig Angst davor. Das ist komisch, dieser Zwiespalt zwischen Ich will und Ich habe Angst, aber Angst ist ohnehin quasi mein fundamentales Problem und ich tue viel und alles was ich kann, um weiterzukommen.

Mein Weihnachten war schön. Du weißt ja, wie sehr ich diese Zeit liebe, auch wenn der Schnee wieder einmal ausgeblieben ist. Ich habe viele schöne Geschenke bekommen und sie auch bereits alle fotografiert. Vielleicht komme ich ja irgendwann mal dazu, auf meinem neuen Blog darüber zu schreiben. Was mir A. geschenkt hat, will ich dir aber jetzt schon zeigen, weil es mich so glücklich gemacht hat. Überhaupt war ich in diesem ganzen Urlaub so unheimlich glücklich - mein Silvester, mein Geburtstag begann mit Freudentränen. Hast du schon einmal für Glück geheult? Es ist ein so wunderschönes Gefühl. Auf jeden Fall hat A. mir etwas geschenkt, das mich ebenfalls sehr gefreut hat, denn damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, obwohl ich schon häufiger erwähnt habe, wie sehr ich diese Blumen mag und liebe:

Eine weiße Rose. Ich fand das wunderschön, aufmerksam und so lieb. Ich habe allein bei dem Gedanken daran schon wieder Tränen in den Augen, weil mich noch nie ein Mensch so sehr geliebt hat, dass er mir eine Rose geschenkt hat. Ich werde geliebt und dieses Gefühl, das ist das Schönste, das ich je erlebt habe. Ich hoffe, dass du das auch erlebst; es ist so unbeschreiblich. Unüberfühlbar.

Meine andere Freundin hat mir ein Buch geschrieben. Zwei Wochen für 60 Seiten hat sie gebraucht, und obwohl es viele Fehler beinhaltet, ist es mein Schatz geworden, zusammen mit dem Ring, den A. mir außerdem noch geschenkt hat. Ich würde ihn dir ja jetzt auch zeigen, aber das Foto ist verschwommen geworden. Ein anderes Mal. Meine Winterferien waren so - ja, eben unüberfühlbar. Ich will dich nicht mit Details langweilen, aber es war, als wäre ich Zuhause angekommen. Klar bin ich noch jung und klammere mich an das Elternhaus, aber gleichzeitig kann ich es kaum erwarten, den Abschluss zu haben und studieren zu gehen. Ich will endlich unabhängig und frei sein, selbstständig von den Menschen, die mich 18 Jahre lang wütend gemacht haben. Endlich mein Leben selbst in die Hand nehmen, auch wenn ich Angst davor habe. Aber ich habe doch Hilfe, mehr als genug, und ein Schmetterling wie du und ich, der braucht eben auch das mal. Und sollte sich nicht scheuen, eine Hilfe anzunehmen, wenn er sie braucht.

Ich schreibe wieder, wenn auch etwas weniger, und ich lese ab und zu. Schule hat derzeit natürlich definitiv Vorrang und immerhin schaffe ich es im Semesterzeugnis zu einem guten Erfolg. Ich schreibe dir jetzt einfach mal meine Noten auf, weil ich es gerne teilen möchte; ich bin so stolz drauf, mich in einem halben Jahr so radikal verbessert zu haben. Seit ich ein Ziel habe, bin ich wirklich gut in der Schule. Das ist schön, und wichtig, denn fürs Medizinstudium muss ich wirklich, wirklich gut sein. Das macht mir ebenfalls Angst - aber notfalls werde ich halt was anderes. Solange es nur in meiner Hand liegt, ist alles gut. Alles wird gut.

Ethik 1
Deutsch 1
Englisch  3
Französisch 2
Geschichte 1
Biologie 1
Mathematik 2
Betriebswirtschaft 3
Business-, Präsentations- und Qualitätsmanagement 2
Rechnungswesen 3
Politische Bildung und Recht 2
Turnen 1
Projektmanagement 1
Multimedia & Webdesign 2
Netzwerktechnik 3
Softwareentwicklung 2

Das ist ein Notendurchschnitt von 1,9 - noch viel zu schlecht für das Medizinstudium, aber um weiten besser als mein letztes Zeugnis. Ich bin so stolz darauf und ich hoffe, dass auch meine Eltern es ein bisschen sein werden. Die haben sich mittlerweile, glaube ich, darauf eingestellt, dass ich immer mittelmäßig bleiben werde. Jetzt kann ich ihnen beweisen, dass ich doch noch was kann. Ich freue mich schon unheimlich auf ihre Gesichter, wenn sie dieses Zeugnis sehen.

Hier mache ich Schluss, sende dir mein neues Lieblingslied und ganz viel Liebe; mein kleiner Schmetterling, du bist so schön, so toll, so unheimlich lieb. Ich wünsche dir für dieses Jahr viel Erfolg, Glück und alles, alles was du dir wünscht. Ich hab dich lieb, kleine Hanna.


Ines.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Schmetterlingsengel

Dear Itsu,

es ist Weihnachten, das Fest der Liebe und ich weiß, dass du das magst. Ich hatte nicht wirklich vor gehabt heute zu bloggen, weder hier noch sonst irgendwo. Weißt du? Ich bin kein Winterkind. Ich bin froh, dass es so warm ist und das die ganze Familie beisammen ist, aber das ist es nicht, weshab ich bloggen. Ich meine, meistens blogge ich, wenn ich betrübt bin und irgendwie scheine ich das gerade zu sein. Dabei könnte alles so schön sein, ich meine, dabei IST alles so schön. Meine Großeltern sind noch am Leben und da und gesund und freuen sich unheimlich - ALLE freuen sich unheimlich und meine Mutter ist gestresst, so wie jedes Jahr, weil sie ja Essen macht und alles hübsch macht und alles organisiert aber ich helfe ihr dabei und ich glaube sie ist froh deshalb.
Sie und meine Großeltern sind gerade in der Kirche und ich sitze hier zu Hause allein in meinem Zimmer, weil mein Onkel und mein Vater einen schwarz-weiß-Film gucken und ich glaube mein Bruder auch. Sie haben es sich gemütlich gemacht und trinken Bier und obwohl ich Bier mag, fühle ich mich da überflüssig. (Vermutlich ist mir der Film auch einfach zu dumpf  - nichts gegen schwarz-weiß)
Whatever.
Ich habe Klamotten bekommen und meine heiß geliebte neuen Kamera, die ich aber erst laden muss bavor ich sie benutzen kann - logisch. Außerdem ein Buch, das Neue aus der "Haus der Vampire"-Reihe und Mon Cherie, weil ich die gern esse und eine Tasche für die Kamera und ein Nilpferdplüschtier von meinerm Bruder und ein Taschenmesser von AE. Über die letzten beiden Sachen habe ich mich, obwohl ich das ganze Jahr auf die Kamera gewartet habe, am meisten gefreut. Ich wollte schon immer ein Taschenmesser haben und auch das Nilpfersplüschi hat einen besonderen emotionalen Wert, der zu aufwändig wäre ihn hier zu erklären.
Jedenfalls haben sich alle total lieb und zu Weihnachten melden sich manche Menschen, die sich das ganze Jahr lang nicht melden. Jetzt gerade weiß ich aber eig. gar nicht genau, was ich hier soll weil alles irgendwie ist, wie ich es erwartet habe und alles wie jedes Jahr ist und ich eigentlich nicht will, dasss meine Mum nach der Kirche nach Hause kommt und in diesem Moment alle schlafen gehen, inklusive mir. Am liebsten würde ich wach bleiben, raus gehen un dirgendwas verrücktes machen.
Warst du schonmal an Heilig Abend draußen? Ich meine, ich wars vorhin um einer Nachbarsfreundin (ein paar Straßen weiter) ein Geschenk in den Briefkasten zu werfen und es ist wunderbar still in der Stadt und kaum ein Auto ist unterwegs, vereinzelt ein oder zwei Menschen ansonsten sind die STraßen wie leer gefegt und irgendwie finde ich das total schön, wäre ich nur nicht so allein damit.
Ich hätte Lust jetzt spazieren zu gehen.
Das ist ne total irrsinnige Idee weil ich jung bin, weiblich und allein und das hier trotz Weihnachten noch ne Stadt ist. Mal ganz abgesehen davon würden meine Eltern das nie zulassen. Trotzdem fühl ich mich jetzt und hier gerade total nutzloch, obwohl ich so viel Arbeit habe, zum Beispiel für das Kleid für die Fashionweek ... oder ich könnte meine ganzen Geschenke mal wegräumen.
Aber eigentlich will ich das nicht. Ich will das alles hier nicht. Ich will raus.

Das sollte nicht so sein an Heilig Abend, oder?
~Evoliette

PS: Das hier habe ich heute auf Tumblr gefunden (und natürlich gerebloggt) und ich musste an dich denken, mein kleiner Schmetterlingsengel.

Frohe Weihnachten, Liebes ♥

Donnerstag, 18. Juli 2013

Schmetterlingsleben

Dear Hanna.

Unser ganzes Leben besteht aus Entscheidungen. Manche davon fallen uns leicht. Wir treffen sie, ohne lange darüber nachzudenken. Vielleicht, weil wir genau wissen, was wir wollen, oder weil uns die Alternative zu schwer oder zu surreal vorkommt. Andere Entscheidungen halten uns nächtelang wach, bringen uns zum Grübeln und werfen unser ganzes Leben über den Haufen, weil sie uns Wege offenbaren, die wir nie für möglich gehalten haben. Entscheidungen bestimmen unsere Zukunft. Wir werden nie erfahren, ob sie richtig oder falsch waren. Wir können nicht wissen, ob die Alternative uns nicht vielleicht ein besseres Leben beschert hätte. Aber wir können stolz auf unsere Entscheidungen sein. Schließlich sind es unsere.

Ich habe diesen Absatz vor einer halben Ewigkeit geschrieben. Ich weiß nicht mehr genau, für welche Geschichte er gedacht war, aber als ich heute erneut deinen letzten Blogeintrag gelesen habe, ist mir der Gedanke gekommen, dass er vielleicht für dich bestimmt ist. Es ist dieser Schmetterlingseffekt, von dem du gesprochen hast: die kleinste Entscheidung kann zu immensen Auswirkungen führen. Aber egal, wie weh wir uns und anderen damit tun, trotz allem war es immer noch unsere Entscheidung. Und dazu können wir stehen, denn manche Menschen scheuen sich selbst davor, einfachste Entscheidungen zu treffen. Wir können stolz auf jede sein, weil wir das schaffen.

Hanna, ich lese derzeit den Manga Naruto von Masashi Kishimoto. Mein Lieblingscharakter Gaara stellt sich dabei eine Frage, die ich gerne mit dir teilen würde. Sie regt sehr zum Nachdenken an und ehrlich gesagt ist sie der Grund dafür, dass ich mich heute aufraffe und diesen Post tippe. Ich habe lange nach einem Anfang für ihn gesucht und als mir schließlich der Absatz über Entscheidungen wieder einfiel und ich auf Gaaras Frage stieß, fand ich einen.

WOFÜR LEBE, WOFÜR EXISTIERE ICH?

Glaubst du an das Schicksal, Hanna? Ich persönlich tue es nicht. Ich glaube, man kann seine Entscheidungen selbst treffen und damit sein Leben nach seinem eigenen Willen lenken und verändern. Ich kann mich dazu entscheiden, nach Deutschland zu ziehen und damit meiner Zukunft eine neue Richtung verpassen. Du kannst dasselbe tun. Das Schicksal fesselt uns meiner Meinung nach nicht an einen Punkt. Und jeder kommt einmal an diesen einen Punkt, an diese eine Frage: Weshalb lebe ich? Wieso wurde ich geboren? Dient meine Existenz einem höheren Zweck oder bin ich nutzlos? Wofür lebst du, Hanna? Was bezweckt dein Dasein?
Ich suche nach einer Antwort, aber ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich bin einen gute Freundin für manche Menschen, habe viele traurig gemacht, und ich habe diesen einen, den wichtigsten Menschen in meinem Leben glücklich gemacht. Ich bin voller Liebe und Freude und gleichzeitig ist da dieser schwarze Fleck in meinem Herzen. Ich bin ein Gegenteil in mir selbst - Wofür bin ich auf dieser Welt? Für die Leben, die ich als Ärztin retten werde oder für die, die ich sterben lassen werde? Für meinen Mann, den ich liebe und den ich nicht mehr aufgeben werde? Um ihn glücklich zu machen? Lebe ich, einfach um des Lebens willen, für mich? Kannst du dir diese Frage beantworten, Hanna?

Ich glaube, jeder von uns kann selbst entscheiden, aus welchem Grund er auf dieser Erde weilt. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich sagen: Ich lebe, um glücklich zu werden. Ich lebe, um meinen Mann glücklich zu machen und um seine und meine Träume zu erfüllen. Ich lebe, um Leben zu schenken, sei es für meine Kinder oder die vielen Menschen, denen ich als Ärztin helfen kann. Ich glaube, so, wie wir unsere eigenen Entscheidungen treffen können, können wir auch entscheiden, wofür wir existieren. Ich existiere, um Glück um mich herum zu schaffen, für mich und für all jene Menschen, die mir wichtig sind. Auch für dich.

Eine letzte Frage habe ich noch. Eine gute Freundin von mir hat sie sich selbst in einer Geschichte gestellt und auch geantwortet und diese Antwort ist so furchtbar schön war, dass ich sie dir auch mitteilen möchte. Vielleicht sollte man sich darüber im Klaren sein, wenn man etwas bewirken will. Wenn man andere glücklich machen will. Denn das ist die Quintessenz, die wir brauchen, um nicht nur uns selbst, sondern auch den Menschen um uns herum Freude zu schenken.

BIN ICH WERTVOLL?

Ich bin wertvoll, wenn ich glücklich bin.