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Samstag, 21. Juli 2018

Der schönste Schmetterling, der man sein kann

Hay Liebes,
diese Woche ist ein Schmetterling in meine Straßenbahn geflogen und ich habe ihn so lange hartnäckig mit meinen Augen verfolgt, bis ich sicher sein konnte, dass er es wieder rausgeschafft hat. Letztendlich war er nur ein paar wenige Stationen in der Bahn gefangen aber er tat mir unsagbar Leid, in dieser kurzen Zeit.
Außerdem lief eben gerade "Pocahontas" von AnnenMayKantereit auf der Party, auf der ich war also bin ich von dort aus nach Hause gegangen, um dir zu schreiben.

In deinem letzten Post (den ich eben erst gelesen habe), hast du gemeint, dass ich immer eine Richtung habe, in die ich mich fortbewege und mich gefragt, ob ich die beste Version meiner selbst bin. Ich glaube, ich kann dir dazu einen langen Blogpost verfassen und das werde ich jetzt auch tun:

Ich war eines dieser Kinder, die von klein auf wussten, was sie machen wollten. Hat man mich gefragt, was ich später machen will, was ich haben oder sein will, hatte ich ein paar sehr einfache Antworten darauf:
Ich möchte lange Haare haben.
Ich möchte Modedesignerin werden.
Ich möchte eine Katze haben und ein Baumhaus und ich möchte eine kleine Tochter haben.

Ersteres ließ sich damals ziemlich gut verwirklichen und ich bin heute auch immernoch sehr zufrieden damit. Das Zweite allerdings - meine Berufung - meinen Lebenstraum - habe ich mir tatsächlich ausreden lassen. Ich habe sehr viel Zeit und Kraft investiert, mich dagegen zu wehren aber ich merke heute, dass ich es nichtmehr verfolge. Es hat für mich keine Priorität mehr, keine Wichtigkeit. Es war ein so fester Bestandteil meiner selbst und nun ist es weg.
Ich wurde gelehrt, dass ich einen Plan haben muss um zu erreichen war ich will und das ist es, was ich tue:
Ich mache Pläne.
Das ist es, was ich kann, was mir liegt und was fast immer gut geht. Ich mache Pläne und diese Pläne sind gut und dadurch bekomme ich in der Regel, was ich möchte, realisiere, was ich mir vornehme. Ich bin ein Mensch, der bekommt, was er möchte, ein Mensch, dem Dinge gelingen.

Umso mehr wirft es mich aus der Bahn, wenn Dinge passieren, die etwas zu Nichte machen. Plötzlich brechen mir Menschen weg. Für die Realisierung großer Pläne braucht man allerdings ein Team, oder irgendetwas kommt dazwischen und es gibt für mich in der Regel keinen Plan B.

Ich kann verstehen dass es Leute gibt, die mich vielleicht für meine Art zu leben bewundern. Ich sehe, dass es so ist in den Augen aller Menschen, die mitbekommen, was ich alles mache und unter einen Hut kriege und die es anerkennen, allerdings ohne auch nur den geringsten Gedanken daran, das selbst auch tun zu können. In Wahrheit würde denke ich, niemand gern so leben wie ich.

Meiner Lebenseinstellung: Dinge hinter mir zu lassen, die mich behindern oder runterziehen könnten, habe ich viele Menschen geopfert, Menschen, die ich sehr liebe, aber auch Menschen, die diese Menschen nun nichtmehr sind. Wenn ich mir allerdings diejenigen Menschen ansehe, die noch übrig geblieben sind bzw. diejenigen, die ich von allen am meisten mochte, so waren das doch immer auf ihre Art und Weise sehr eigene Menschen. Aufbrausend. Extrovertiert auf den ersten Blick aber mit einer tiefen Seele. Spontane Menschen. Unikate.
Meine älteste Freundin, die du als "mein Weib" kennst, hat mir erzählt, dass sie dieses Jahr ein Wochenende spontan mit ihrer Mitbewohnerin nach Disneyland gefahren ist. - Einfach so, weil sie Bock drauf hatte. Sie macht immer wieder Kurztrips und ist gewandt was die englische Sprache betrifft. Sie hat unsichere Momente aber für mich ist sie einfach grandios und furchtlos und fantastisch. Sie führt eine Art von Leben, die ich mir nicht vorstellen könnte, die komplett gegen meine Natur spricht, ein spontanes, abenteuerreiches Leben, ein Leben, aus dem man einfach Geschichten erzählen kann, ein Leben, dass ich manchmal beneide. Ich liebe sie abgöttisch dafür, dass sie es ab und an mit mir teilt.

Auch die anderen Menschen in meiner Umgebung müssen für mich immer etwas haben, etwas besonderes, herausstechendes, damit ich überhaupt den Willen aufbringen kann, mehr Zeit mit ihnen verbringen zu wollen. Ich bin sehr schnell von Menschen erschöpft und/oder gelangweilt und das ist eine sehr schlechte Eigenschaft von mir. Ich gebe Menschen keine Chance.
Mein besonderer Mensch hat mich im letzten Jahr dazu gedrängt, über meinen Schatten zu springen und mich darauf einzulassen, Freundschaft mit jemandem zu schließen, der introvertiert ist und eher schüchtern und mich reden lässt, mich laut und anstrengend sein lässt, ohne etwas dagegen zu haben, ein ... ja vermutlich ein bisschen ein Mauerblümchen.
Ich habe mein Bestes gegeben, mich darauf einzulassen und mitlerweile habe ich sie immer und immer mehr in mein Herz geschlossen.

Itsu,
als ich mein Studium begonnen habe, habe ich zu meiner Mutter gesagt "Egal ob mir dieses Studium gefallen wird oder nicht, ich werde es durchziehen." Das hätte ich getan, ehrlich, auch wenn es mich unglücklich gemacht hätte und weißt du warum? Das ist der Plan gewesen und ich bin nunmal so. Mitlerweile liebe ich mein Studium vom ersten Semester an aber das war mehr Glück, als alles andere. Ich habe auch während meines Lebens einige Entscheidungen getroffen, Dinge zu wollen, die sich im Nachhinein betrachtet als gar nicht so gut rausstellten, aber ich wollte sie und bekam sie und habe mich damit arrangiert, damit zu leben. Aber nur, weil ich den Plänen, die ich mache, strickt folge und sie aufgehen lasse, heißt das nicht, dass mein Leben besser ist als das von irgendwelchen anderen Personen.
Ehrlich gesagt wäre ich nie fähig dazu, mich mal in mein Auto zu setzen und einfach irgendwohin zu fahren, meine Freundin und einige Sachen zu packen und einen Kurztrip zu unternehmen oder auch nur, wenn ich es wollte, ein Wochenende ins Disneyland zu fahren.
Ich bin spießig, unflexibel, herrisch, egozentrisch, ungeduldig, leicht reizbar, ich bin eine schlechte Freundin, ich bin laut und anstrengend, ich bin eine Angeberin, ich bin neidisch. Ich komme mit mir selbst nicht klar und kann selbst nach wie vor nicht lange mit mir allein sein. Ich bin außerdem stolz, was dazu führt, dass ich solche Dinge in der Regel nicht ausspreche und ich muss weinen, wenn ich wütend werde. Ich bin ängstlich. Ich bin oberflächlich. Ich verbringe einen viel zu großen Teil meiner Zeit damit, zu vermissen.

Was ich damit sagen will: Obwohl der Großteil meines Lebens immer darauf ausgerichtet war, Dinge richtig zu machen statt mich selbst wirklich restlos glücklich, habe ich es dennoch nicht geschafft, für alle Beteiligten die beste Version meiner selbst zu sein. Vielleicht bin ich das für meine Mum aber das wars auch schon. Auch wenn es für anderen Menschen so aussehen mag, als würden mir alle Dinge, die ich tue zufliegen, es steckt immer eine Menge Anstrengung dahinter ...auch wenn diese Anstrengung an manchen Tagen darin besteht, sich aufzuraffen morgens aufzustehen.

Liebes, es sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge, die bester Version seiner selbst zu sein, die man aus teifsten Herzen sein will oder die beste Version seiner selbst zu sein, die man für andere Personen sein kann. In den wenigsten Fällen, kannst du beides zeitgleich und irgendwie trage ich dies als eine Gewissheit mit mir, die sich unumstößlich tief in mir verwurzelt anfühlt. Als eine Wahrheit. Eigentlich trifft der Satz "Du kannst es nie allen recht machen" ziemlich gut.

Ich finde man muss immer aufpassen, dass man selbst immer genau so viel für sich selbst tut, dass alles weiterlaufen kann. Solange ich meinen Plänen nachgehen funktioniert alles, solange bin ich beschäftigt, solange sieht alles gut aus. Ich mache mir Listen, weißt du? Vielleicht hilft dir das
"Was bringt mich weiter? - im Studium - im Privatleben - für späteren Berufserfolg - für einen volleren Geldbeutel - für meine Seele. Alles einzelnen Liste, wenn mir wieder was einfällt, arbeite ich es ab..
Gerade jetzt tut es mir in der Seele gut, dass es dich gibt, dass ich dir schreiben kann, dass ich deine Briefe lesen kann. Nicht, dass IRGENDWER da draußen ist, sondern dass genau DU es bist. Mein kleiner Schmetterling!

Und wenn du dich gerade mal wieder so fühlst, als würdest du nicht weiterkommen, bist du vielleicht wie mein Schmetterling den Tag nur in einer Bahn eingesperrt. Es dauert vielleicht gar nicht so lange wie du denkst, dich wieder daraus zu befreien und wenn du es dann rausgeschafft hast, stellst du vielleicht sogar fest, dass sich die Bahn ganz ohne dein Zutun schon weiter bewegt hat - ein paar Stationen weiter in die richtige Richtung.

Ich hab sich sehr lieb, Liebes.
Schreib mir, wie deine neue Wohnung sich anfühlt!
Schlaf gut.

♥
~Evoliette

Montag, 19. September 2016

(Not) supposed to be a butterfly

Hay Itsu,
es ist bei mir gerade 23:23 und ich bin eben erst nach Hause gekommen. Morgen muss ich um 9 an der Uni sein und das heißt vor 7 aufstehen aber ich bin viel zu aufgekratzt um jetzt schlafen zu gehen und so kommt es, dass ich dir schreibe, dann du weißt ja If I don't write to empty my mind, I go mad.
Wobei 'mad' gar kein Ausdruck ist.
Heute war mein erster Tag an der Uni und bevor ich jetzt von irgendetwas anderem und eigentlich viel wichtigerem anfange möchte ich dir den letzten Eindruck erzählen, den ich eben mitgenommen habe bevor ich losgefahren bin - die Unibibliothek bei Nacht.
Ich weiß es klingt vermutlich ziemlich kitschig aber unsere Unibibo ist verglast zum größten Teil und die FIN (Fakultät für Informatik) liegt direkt nebenan. Als ich eben mitten in der Nacht aus dem Gebäude kam und einen silbern beleuchteten Kristallpalast mit lauter Büchern vor mir hatte, musste ich einen Moment innehalten. Man sieht Dinge nur ein einziges Mal zum allerersten Mal und diesen Moment möchte ich mir einfach auf diesem Blog festhalten. Weil es wunderschön war.

Nun zur Realität.
Die Menschen in meinem Vorkurs sind zum größten Teil sehr still, was daran liegen könnte, dass sie Informatiker werden wollen aber auch daran, dass es der erste Tag war und Einige vielleicht einfach ein bisschen Zeit brauchen um aus sich raus zu kommen. Außerdem ist die ruhige Atmosphäre ganz gut zum Lernen und ich werde es spätestens wieder vermissen, wenn ich in einem überfüllten Hörsaal sitze.
Außerdem musste ich heute das erste Mal seit Jahren wieder Kopfrechnen, was etwas anstrengend ist wenn man so ein Taschenrechnermensch ist wie ich, aber am Ende des Tages ging es dann doch recht schnell und somit denke ich, dass die Zeit dieses kleine Problemchen in naher Zukunft lösen wird.
Außerdem war heute Abend unsere erste Gruppenaktivität - Spieleabend. So richtig mit Brettspielen und so. Es war ein bisschen so, wie ich es mir vorgestellt hatte und ein bisschen auch nicht. Es war ganz unterhaltsam.

Die besten Momente sind jedoch die, in denen die Mentoren (also Studierende höherer Semester) immer anfangen mit "Wir sind Informatiker ..." und generell einem dieses "wir" so präsentiert wird, denn ein "wir" gab es bei mir vorher nie wirklich seit dem ich mit sechs Jahren eingeschult wurde und jetzt versucht man das Gefühl vermittelt zu bekommen, dazu zu gehören und das ist irgendwie ziemlich ungewohnt aber auch ziemlich angenehm, weil es auch egal ist ob man dabei mit Menschen gleichgesetzt wird, die allgemein hin als 'Nerds' bezeichnet werden, die merkwürdig aussehen, Sadisten sind, Satanisten oder Masochisten (wobei ich tatsächlich innerhalb eines Abends alles einmal kennen gelernt habe). Interessant sind sie auf jeden Fall, diese Menschen und mal gucken wer so hängen bleiben wird nach den Einführungswochen.

Und ich bin auf dem Unicampus meinem besonderen Menschen über den Weg gelaufen. (Eigentlich habe ich vermutlich nicht das Recht dazu, ihn 'mein' besonderer Mensch zu nennen. An sich haben wir zurzeit nicht viel miteinander zu tun und Besitzansprüche habe ich schon gar nicht - auch wenn ich mir das immer wieder ins Gedächtnis rufen muss.) Dass ich ihn an der Uni sehen würde wusste ich. Es lässt sich nunmal auch nicht vermeiden wenn er dort wohnt und seine Fakultät von meiner nicht weit entfernt ist. Obwohl ich es also genau wusste, hat das nichts daran geändert, dass mein Herzschlag eine Schocksekunde ausgesetzt hat nur um danach verrückt zu spielen und ich erst sauer, dann glücklich und dann einfach nur noch traurig geworden bin.

N. hat mir schon geraten zum Arzt zu gehen, weil ich in letzter Zeit einfach ständig traurig bin und das immer häufiger und mittlerweile auch schon über einen längeren Zeitraum aber das kommt für mich wohl nicht in Frage. Ich habe viel mit ihm darüber geredet in letzter Zeit aber wirklich etwas an der Tatsache geändert hat es natürlich nicht.

Naja, morgen geht es mit der Gruppe bowlen. Ich bin fürchterlich schlecht im bowlen aber ich hoffe, ich kann mich zu den wenigen gesprächigen Menschen gesellen, denn die Kommunikation brauche ich und dann wird es vielleicht wieder so angenehm wie heute und ein bisschen freu ich mich auch drauf - sogar auf Mathe. (Oh Mann, so weit ist es mit mir schon gekommen. :D) Und einer meiner Mitstudenten hat heute einen Satz gesagt, der irgendwie hängen geblieben ist, auch wenn er spaßig gemeint war.

Der muss geschont werden für die Realität.

Es wird sich erst noch herausstellen, was von dem was jetzt passiert und was passieren wird so gewollt ist.
Vielleicht bin ich einfach (nicht) dazu gemacht, ein richtiger flugfähiger Schmetterling zu sein.
Und mit diesen zugegebenermaßen bedrückenden Worten entlasse ich dich in den Rest deines Tages. Tut mir Leid, dass ich in letzter Zeit immer so traurig bin.

Ich hoffe dir geht es besser, Liebes.
~Evoliette

Donnerstag, 8. September 2016

Schmetterlingszukünfte

Hay Liebes, ich bins wieder.
Weißt du ich habe heute ein Zitat gelesen:

"If I don't write to empty my mind, I go mad."
~Lord Byron

Und dabei an dich gedacht.
Naja, eigentlich dachte ich daran, dass das ziemlich gut auf mich zutrifft und weil ich zurzeit keine Posts unter dem Tag 'bad day' hochladen soll, schreibe ich dir.
Eigentlich war der Tag heute gar nicht soo schlecht. Für meinen derzeitigen Gemütszustand war ich sogar ziemlich produktiv. Mein derzeitiger Stress ist natürlich absichtlich herbei geführt, schließlich hat mein Studium immer noch nicht angefangen und ich könnte mich theoretisch noch bis Oktober zurücklehnen und nichts tun, aber dafür bin ich einfach nicht der Mensch.
Naja am Wochenende ist dann also der Auftritt meiner Tanzkinder, mein eigener Auftritt mit meinem Weib - der letzte um genau zu sein - und von meiner ehemaligen Schule aus wurde ich auch gefragt ob ich dieses WE noch was machen kann und somit ist gerade alles wieder voll und anstrengend aber nach diesem Wochenende ist auch alles vorbei. Achso und ein Kleid habe ich auch noch gemacht, das dieses WE präsentiert wird und somit war ich gestern und heute den ganzen Nachmittag in der Schule für Mode und Design und habe daran gearbeitet und mitlerweile tun meine Handgelenke weh vom Nähen und meine Knöchel und mein Rücken vom verkrampften an-der-Nähmaschiene-sitzen, auch wenn das Training heute Abend etwas geholfen hat. Vollkommen fertig und mit schmerzenden Gliedern schläft es sich aber auf jeden Fall gut ein.

Naja, worauf dieser Post aber eigentlich hinauslaufen sollte ist folgendes:
Ich hab ja vielleicht schonmal erwähnt, dass wir mitlerweile zwei Mädels bei uns beim Tanzen haben, die schon ein Kind haben und die nächste ist mit Zwillingen schwanger. Auf jeden Fall hat eines der Mädchen heute erzählt, dass sie darüber nachdenkt noch ein zweites Kind zu bekommen und danach verlief das Gespräch Richtung Familienplanung und Geschwisterliebe und wie sich das bei uns so verhält. Ich muss sagen, normalerweise kotzt mich dieses ganze Babygedöhns ziemlich an auf die Dauer aber heute - heute war es wirklich schön, mit mit den beiden Mädels zu unterhalten, von denen eine verheiratet ist und Mami eines 11 Monaten alten Kindes und die andere schwanger mit Zwillingen und während erste ein Mensch ist, der ALLES plant (so wie ich) ist letztere jemand, der einfach Dinge auf sich zukommen lässt und beides sind erwachsene Menschen, die wirklich was aus ihrem Leben gemacht haben bisher und irgendwann haben wir einfach darüber geredet, was mir zurzeit so durch den Kopf geht und wie meine Zukunft aussehen könnte und die beiden Frauen, die mich sonst immer ansehen als wäre ich ein kleines Kind, haben mich wirklich ernst genommen und mir gut zugeredet und am Ende hat es mir wirklich GUT getan.

Weißt du ich bin ein Mensch, der plant aber ich bin auch ein Mensch, der sich mit Dingen abfindet. Während Lucy schon zehntausend Mal gegen ihre Eltern rebelliert hätte, hab ich einfach akzeptiert, hier mehr oder weniger eingesperrt (gewesen) zu sein. Ich habe akzeptiert, nicht gemocht und als Streber abgestempelt zu werden, weil ich gut in der Schule bin ohne etwas dafür zu tun weil sich jeder ohnehin gleich eine Meinung bildet. Ich habe akzeptiert, dass die Menschen manchmal einfach aus deinem Leben gehen WOLLEN und dass du manchmal nichts dagegen tun kannst sondern sie einfach ziehen lassen musst.
N. und ich sind sehr verschieden, besonders was unsere Vorstellungen von der Zukunft angeht und das macht mir ne scheiß Angst. Ich habe mich in den letzten zweieinhalb Jahren an so viel gewöhnt, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, wie ich mich mit alledem abgefunden habe. Bis mir dann irgendwann gezeigt wurde, dass ich mich gar nicht damit hätte abfinden müssen.
Jedenfalls wollen alle Menschen um mich herum einfach, dass ich glücklich bin ... und ich?
Ich möchte einfach nicht irgendwann in dem Alter sein, in dem die Mädels vom Tanzen gerade sind und feststellen, dass ich mich mit etwas abgefunden habe.

Wenn ich über soetwas mit Menschen in meinem Alter bisher geredet hab, haben sie mir geraten nur an mich selbst zu denken und vielleicht sowas wie die Reißleine zu ziehen. Aber heute, als ich dort in unserem Studio mit den Mädels saß, gab es das erste Mal Menschen, die mir erzählt haben, wie es eben auch laufen KANN. Wie eine mögliche Zukunft aussehen kann, von den vielen Zukünften, die vor mir liegen und die sich ändern mit den Menschen in meinem Leben, die kommen und gehen.

Naja, außerdem hab ich mir in diesem Post hier vorgenommen, mich nochmal für deine Musik zu bedanken. Da die Taylor Swift Alben ohne Umweg auf meinem Handy landeten, höre ich heute immer noch Lieder, die ich vorher nicht kannte und unter anderem heute auf meinem Weg zum Park, in dem ich jetzt öfter lese solange das Wetter noch gut ist das hier:


I reach for you
But you were gone
I knew I had to go back home
You searched the world for something else to make you feel like what we had
And in the end in wonderland we both went mad

We found wonderland
You and I got lost in it
And we pretended it could last forever
We found wonderland
You and I got lost in it
And life was never worse but never better 

♥

If I don't write to empty my mind, I go mad.
Am Ende läuft es dann doch irgendwie immer wieder auf einen 'bad day'-Post hinaus.

Gute Nacht, Liebes.
~Evoliette

Mittwoch, 24. August 2016

Schmetterlingssehnsüchte

Hay Ines,
ich muss erstmal ein bisschen drüber nachdenken, wie ich diesen Blogeintrag beginne. Ich weiß, dass ich den Drang habe dir zu schreiben und auch in etwa was aber die Gedanken manifestieren sich gerade noch nicht zu wirklichen Sätzen also fangen wir damit an:

Mein besonderer Mensch hat mir den Tag erzählt, dass er ein paar Blogeinträge von diesem Blog hier gelesen hat und - wenn ich das richtig verstanden habe - gemeint, dass er Sachen gelesen hat, die zwar du geschrieben hast aber die sehr nach mir klangen und ich finde, ich sollte dir das erzählen weil du dich vielleicht darüber freust, dass vollkommen Außenstehende sogar erkennen können, dass wir uns in vertrackten und absolut merkwürdigen Eigenschaften und Denkweisen ähneln.

Auf jeden Fall habe ich die letzten Tage ein bisschen durch meine alten Ordner auf dem PC gescrollt, Sachen von Lucy und mir gefunden aus der Zeit, in der wir noch gemeinsam zur Schule gingen, Bilder und kleine Geschenke von AE und dem Kleinen und zuletzt - Rollenspielposts. Und davon ne Menge.

Kiara, Kiara und immer wieder Kiara und ich habe gelesen wie ich mir damals diese Geschichte ausgemalt habe. Klar, es war ein Rollenspiel zwischen Tabea und mir aber letztendlich war es MEINE Geschichte. Es war schon immer meine Geschichte und sollte wohl immer meine Geschichte sein.
Ich lese also durch diese Texte und bin verzückt. Ganz ehrlich. Es begeistert mich, wie ich damals geschrieben, wie ich die Welt gesehen habe, wie gewandt mein Ausdruck, wie schlagfertig Kiaras Kommentare, wie vollkommen die Beschreibungen waren. Und ich entdecke Parallelen. Details.
Ich hatte gedacht ich bin im letzten Jahr mehr geworden, bin gewachsen, habe etwas dazu gewonnen aber wenn ich das lese, diese alten Posts, dann sehe ich, dass ich das schon immer WAR. Ich hatte es nur vergessen, hatte es weggesperrt in Ordner als Tabea verschwand und vor allem hatte ich es nie GELEBT.

Du glaubst nicht wie sehr es mich zum Lachen gebracht hat einige Passagen aus diesen alten Sachen zu lesen. Das meiste waren OneShots, weil ich mich ja irgendwann daran gewöhnt hatte, diese Geschichte im Alleingang weiter zu spinnen aber GOTT hat mir das damals gut getan, das alles auszuschreiben. Die Rollenspiele waren für mich die Art, es rauszulassen und wenn ich es jetzt lese, dann bin ich sehr stolz darauf, wieviel ich bin und wie lange ich all das schon bin und dass es niemanden gebraucht hat um das zu werden, sondern nur, um es zu ZEIGEN. Es hat lediglich jemanden gebraucht, der es sehen wollte, der diese Rollenspiele liest - im übertragenen Sinn.

Oh man, ich habe vorhin irgendein Random Lied auf YouTube angeklickt und höre jetzt irgendwie Metal oder so die ganze Zeit. Irgendwie passt es aber gerade. Es passt zu dem Ende eines so anstrengenden Tages wie heute, an dem ich kaum aus den Federn kam und mir dafür die Finger wund geschuftet habe in der Modeschule doch das Wissen, dass ich das Kleid in der wirklich knappen Zeitspanne trotzdem fertigstellen werde ist toll. Es ist einfach das, was ich kann, genau so wie Kiara sein, schreiben.

Ich weiß, dass es mir zurzeit gut tun würde, wieder Rollenspiele zu schreiben. Es würde mir gut tun, wieder mal in Rollen zu schlüpfen von Tänzerinnen, Verliebten, von fremdgehenden Diven und tollpatschigen Künstlern oder mächtigen Hexen oder ... na du weißt schon. Rollen eben.
Heute Abend bin ich zu einem Karaokeabend eingeladen aber ich weiß jetzt, dass ich nicht hingehen werde weil ich lieber hier sitze und dir schreibe und weil mir geraten wurde morgen rauszugehen und laut POCAHONTAS soll man wohl seinem inneren Kompass folgen und wenn ich also morgen alle Aufgaben erledigt und tatsächlich noch Zeit und Lust habe (was sehr fragwürdig und unwahrscheinlich ist aber WENN) dann schnappe ich mir das Fahrrad, das Papa mir freundlicherweise vor ein paar Tagen repariert hat und fahre dahin, wo die Sonne ist und Menschen und Platz und wo es mich - zumindest jetzt gerade heute Abend - hinzieht und nehme mir mein komisches Erotikromanheft mit und lese es bis ich keine Zeit mehr oder zuende gelesen habe und ich finde, das klingt nach nem guten Plan, der rechtfertigt, dass ich mich heute Abend immerhin nicht mehr aus meinem Zimmer weg bewege.

Ich habe in den letzten 12 Monaten meine innere Mary-Sue etwas rausgelassen und nun habe ich Sehnsucht nach ihr. Und bin ihrem Quil begegnet, den sich Tabea ausgedacht hat und der gar nicht existiert und der trotzdem genau die Rolle eingenommen hat, die ich ihm damals zugedacht hatte als ich angefangen habe, diese Geschichte zu schreiben.
Und ich weiß zwar nicht ob du all das verstehst aber es macht mich ein bisschen glücklicher, dass ich es dir trotzdem schreiben kann und schließlich heißt dieser Blog "Dear Mary Sue".

Ich hoffe es geht dir gut, Liebes.
~Evoliette

Donnerstag, 23. Juni 2016

Schmetterlingstraurigkeit

Hay Itsu,

ich bins wieder
und ich schreibe dir, weil ich gerade meinen Lebenslauf geschrieben habe. Mein Bruder hat mir dafür extra gestern sein Microsoft-Office bereitgestellt, ich hatte nämlich nur Open Office und irgendwie ist es nicht das selbe.
Naja jedenfalls bin ich jetzt fertig damit und wenn ich morgen meine Bewerbung abgeschickt habe, kann ich den letzten Punkt von meiner unglaublich vollen To-Do-Liste abstreichen. Ich frage mich, ob sich das gut oder einfach nur leer anfühlen wird.
Ich hab dir ja in meinem letzten Brief geschrieben, dass ich zurzeit von einem Ereignis zum nächsten hüpfe und siehe da. Mein Abiball wäre geschafft.




















Ich habe mich sehr gut in dem Kleid gefühlt, an dem ich so lange so hart gearbeitet hatte. Es sitzt auf dem Foto zwar gerade nicht optimal und das linke ist etwas verschwommen aber meine Mum war noch nie die geborene Fotografin und ich hoffe du freust dich über die Fotos.
Es war eine sehr schöne Feier und ich habe tolle Bilder von meinen ganzen Freunden, die alle da waren - vor allem Lucy, was mich wirklich sehr sehr glücklich gemacht hat.

Auf jeden Fall habe ich gerade meinen Lebenslauf geschrieben und als ich ihn mir so angesehen habe, so auf das hinabgeschaut habe, was in meinem Leben seit meiner Einschulung so passiert ist, wurde ich ziemlich traurig.
Für meine Studienrichtung habe ich leider kein verwertbares Praktikum, was mir ja schon vor zwei Jahren klar war, aber das Praktikum, was ich machen wollte ist ja im Sand verlaufen weil sie die Leute nie zurück gemeldet haben und - naja. Auf jeden Fall steht da an sich drin, was ich so gemacht habe, Schülerrat, Modeschule, Chor und alles. Trotzdem sieht es erstaunlich kläglich aus und ich frage mich, wie weit ich wohl ohne meinen Schnitt von 1,2 überhaupt kommen würde im Leben.

Mein Bruder hat auch diese Woche sein Zeugnis bekommen. Er hat sich weiterbilden lassen zum Techniker und hat einen super Schnitt dafür, dass ihm nicht alles so sehr zufliegt wie mir. Ich bin sehr stolz auf ihn. Er hat mir auch mit meiner Bewerbung geholfen. (:

Anfang des Jahres habe ich mich noch sehr auf mein Studium gefreut, auf das Fach, die Leute - einfach alles. Jetzt habe ich wieder Angst. Wenn man den ganzen Tag frei hat, verfällt man in eine Art Trott und ich schlafe lange und bin die ganze Zeit müde und obwohl ich jetzt mit dem 'wichtigsten' fertig bin, fühle ich mich ziemlich unproduktiv und lahm. Keine Ahnung wie ich mich wieder dazu aufraffen soll richtig was zu lernen und Studium wird eine ganz andere Nummer als Schule und ich muss mich da wirklich reinknien, sonst wird das nichts.
Außerdem messe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben mit Menschen, die wirklich was drauf haben. Es wird komisch sein nicht mehr selbstverständlich die Beste zu sein, nicht mehr aus der Masse herauszuragen. Keine Ahnung, wieso ich dazu so ein Bedürfnis habe aber irgendwie beschäftigt es mich und ich hoffe, du verurteilst mich nicht dafür.

Außerdem hab ich zurzeit etwas Stress mit Lucy und das gefällt mir ganz und gar nicht. Es läuft alles andere als geschmiert seit sie wieder aus Australien zurück ist und zum großen Teil liegt das an mir und meiner derzeitigen Situation. Diese Woche steht eines der traurigsten Sachen meines bisherigen Lebens bevor und anstatt mich abzulenken oder mir zuzusprechen, macht sie es zurzeit noch schlimmer. Auf jeden Fall hab ich mich diese Woche daran erinnert, wie enttäuscht du warst, als deine Freunde deine Blog-URL ständig einfach so weitergegeben haben und ich glaube ein bisschen ähnlich fühle ich mich gerade auch. Macht es denn überhaupt noch Sinn, Leuten etwas zu erzählen? Wäre es nicht vermutlich besser, man würde einfach alles für sich behalten, was einen beschäftigt?
Naja, auch wenn das hier theoretisch jeder lesen kann. Gerade möchte ich am Liebsten nur mit dir reden. Immerhin hörst du wirklich zu - und hältst dich raus.
Und ich glaube du hast mich noch nie enttäuscht.

Mir ist auch wieder eingefallen, dass wir ja mal einen Abend telefonieren wollten! Derzeit ist das nächste kommende Ereignis das Wochenende im Harz. Aber ich bin Sonntag wieder da und es gibt sicherlich viel zu erzählen. Leider habe ich keine Ahnung, wieviel Zeit ich nächste Woche habe denn das Wochenende darauf geht es für zwei Wochen mit der Fam nach Mallorca und dann wolltest du mich ja auch bald schon besuchen kommen und dann können wir ja auch persönlich reden und  - das wird bestimmt ganz toll.

Ich hoffe einfach, dass alles gut klappt und bis dahin
hab ich dich einfach nur unglaublich dolle lieb, kleines Itsu.

~Evoliette

Mittwoch, 15. Juni 2016

Schmetterlingsereignisüberbrückung

Hay Ines,

weißt du eigentlich, dass ich dich unglaublich lieb habe? Also ... echt jetzt. Ich hab dich wirklich lieb. Mehr vielleicht, als du manchmal denkst. Oder ich. Oder irgendwer.

Auf jeden Fall habe ich eben wieder deinen letzten Brief gelesen und unwillkürlich muss ich immer lächeln, wenn ich deine Briefe lese. Allein schon die Tatsache, dass diese Briefe überhaupt existieren, dass du Worte tippst nur für mich allein - nur für mich bestimmt - macht mich glücklich und bringt mich zum Lächeln. Das können nicht so viele Menschen nur mit Worten, weißt du das? Spontan fällt mir da jetzt nur noch einer ein. :D

Auf jeden Fall hast du ja bestimmt meinen Blog gelesen und mitbekommen, dass Lucy wieder da ist und ich musste vor Glück weinen, als sie mich überrascht hat und ich hab so sehr an dich gedacht weil du ja auch erst dieses Jahr diese tolle Überraschung hattest und abgesehen davon, bist du die erste Person gewesen, die mich jemals in meinem Leben vor Glück zum Weinen gebracht hat und das auch damals nur mit deinen Worten und ... ich hoffe dir ist überhaupt bewusst, was du mit Worten so alles machen kannst du kleiner Zauberkünstlerschmetterling. <3

Allein schon die Titel von unseren Briefen sind mittlerweile zum Schreien komisch und gleichzeitig supercool, weil aus dieser Schmetterlingssache irgendwie was großes geworden ist. Am Anfang haben die Titel einfach nur zum Blog gepasst, nun ist sowas draus geworden wie "Schmetterlingseinsamkeitsüberbrückung" oder eben so wie jetzt das Gegenteil von mir.

Schmetterlingsereignisüberbrückung.

Denn obwohl die Schulzeit ja nun endgültig vorbei ist und keine schulischen Ereignisse mehr anstehen, taumel ich zurzeit von einer Sache in die Nächste und verbringe den Zwischenraum damit, zu schlafen und mal wieder was zu essen und heute morgen habe ich einfach geweint weil alles ein bisschen auf mich niedergeprasselt ist. Aber anstatt mich dem Trübsal hinzugeben so wie früher habe ich mich einfach auf den Weg zur Modeschule gemacht und dann gearbeitet und mich von Menschen umgeben und hatte einen wunderbaren Nachmittag der mich daran erinnert hat, dass das Leben doch eigentlich so schön ist ... und dein Brief hat das auch getan.

Meine Prüfungsergebnisse fielen gut bis sehr gut aus und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das beste Abitur meines Jahrgangs habe, was aber bei knapp 30 Schülern auch keine hohe Kunst ist. Jedenfalls bin ich ziemlich zufrieden damit und am Freitag ist mein Abiball und dann werde ich das Kleid tragen, an dem ich zwei Jahre immer wieder gearbeitet habe und ich hoffe einfach es wird schön und ich werde mich gut fühlen.



Du lässt mir auf deinem eigenen Blog immer so tolle Musik da (die sich jetzt bis ein einige wenige Ausnahmen auf meinem Handy befindet, über welches ich die meiste Zeit Musik höre) naja AnneMayKantereit ist eine dieser Ausnahmen, denn ich kannte sie schon bevor sie mir auf deinem Blog begegnet sind und mochte sie irgendwie bisher nicht besonders. Vermutlich hab ich da für deutsche Musik generell nicht allzu viel übrig. Auf jeden Fall wollte ich mich mal revangieren also ist hier Shakira für dich mit Empire und ich liebe es, obwohl es eine Liveversion ist und allgemein liebe ich es, weil es kraftvoll ist und Shakira generell war immer eines meiner Idole und übrigens auch die Vorlage zu Kiara, meiner Mary Sue. Naja und als ich 'Schneeflittchen' in deinem letzten Post gelesen hab, musste ich sofort an 'Easy A' denken, auf Deutsch heißt der Filme glaube ich 'Einfach zu haben' und ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Ich habe ihn bestimmt schon 8 mal oder so gesehen und jedes einzelne Mal davon mit Lucy. Ich gehe davon aus, da dir diese Art von Filmen im Normalfall gefällt, dass du ihn kennst, falls nicht solltest du ihn jedoch auf jeden Fall sehen. Er ist genial.

Lucy sehen, etwas mich wichtigen Menschen machen, Geburtstage, teilnehmen, Modeschule, Auftritte. Ich hüpfe von einem Ereignis zum anderen derzeit aber das Schlimme an der ganzen Sache ist eigentlich nur, dass ich in der Schmetterlingsereignisüberbrückungszeit noch so viel zu tun habe, was irgendwie ziemlich erfolgreich auf der Strecke bleibt und ein bisschen ärgert mich das. Ich hoffe einfach, dass ich nichts wichtiges übersehe. Aber die Ereignisse und Folgeereignisse nehmen immer meinen kompletten Fokus ein und zurzeit ist das nächste Ereignis mein Abiball und das Folgeereignis der Auftritt meiner Kinder am Tag darauf. Und alles ist irgendwie voll und wild in meinem Kopf und ich verstehe kaum, wie ich nach außen hin noch so einen geordneten Eindruck hinterlassen kann.

Achso und weil du mir auch ein so tolles Foto von dir geschickt hast, dachte ich ich füge dir hier auch ein aktuelles an. Mir hat's auf jeden Fall sehr gut gefallen und dir ja vielleicht auch. Bisher hat es außer dir auf jeden Fall niemand gesehen. ;)



Ich schreibe demnächst dann mal mit dir über das konkrete Datum unseres Treffen und so.
Bis dahin versuche ich die Zeit zwischen den Ereignissen so gut es geht zu überbrücken und nicht allzu unproduktiv zu sein.

Also bis dann!
~Evoliette 

Samstag, 9. April 2016

Schmetterlinge im Herzen

Hay Liebes,

ich dachte eben, ich hab mich verguckt als Blogger mir sagte, dass du vor 5!!! Tagen gepostet hast weil ich nichts davon mitbekommen habe. Ich habe natürlich sofort gelesen, was du mir geschrieben hast und mich wahnsinnig mit dir gefreut. Das klingt wirklich unglaublich schon, nach wahren Freunden, die du da hast und auch ein bisschen romantisch und ich finde Romantik ist so selten geworden.
Ich freue mich sowieso immer, wenn du in Dresden bist oder warst weil ich dann weiß, dass du immerhin für kurze Zeit gar nicht mehr so weit entfernt warst und das bringt die Schmetterlinge in meinem Herzen wieder zum fliegen.

Ich habe in den letzten Tagen öfter wieder mit Lucy telefoniert und geschrieben, die wie du weißt ja in Australien ist und ich finde, das hat mir ziemlich gut getan. Es ist sehr ermutigend zu wissen, dass es gar nicht mehr so lange hin ist, bis sie wieder kommt und über die Hälfte habe ich ja schon geschafft.
Während ihrer Abwesenheit habe ich mehr als je zuvor gemerkt, wie unglaublich wertvoll die Personen in meiner Umgebung so sind. Mein wundervolles Weib, z.B., das ich unglaublich liebe und die ich jede Woche sehe - und die mir richtig gut tut.
Gestern hat mich die Mutter eines meiner Tanzkinder gefragt, wieso ich denn in Magdeburg bleiben möchte und ich hab mein Weib angesehen, die neben mir stand und meinte "Früher wollte ich immer weg hier aber in letzter Zeit ist so viel passiert, das mich hier hält." und im Nachhinein musste ich innerlich darüber lächeln, weil es so wahr ist.
Ich kann jeden Menschen verstehen, der nach der Schule nicht mehr zu Hause wohnen möchte, klar, das selbe wollte ich ja vor ein paar Jahren auch noch. Aber wenn ich daran denken würde, all das hier zu verlassen, diese Bequemlichkeit und dieses Willkommen-Gefühl, das einem nur sein zu Hause bieten kann, denke ich, würde ich etwas vermissen. Und dann wäre da ja auch noch N., den ich um nichts in der Welt hier zurück lassen würde.

Und dann wäre da noch ...

Ich freue mich riesig darüber, dass du P. kennen gelernt hast und ich habe versucht mich daran zu erinnern, wann du mir das erste Mal von ihm erzählt hast und ob oder in welcher Weise du da noch mit A. zu tun hattest und ich habe mich an mein Mary-Sue-Rollenspiel erinnert - Kiaras Welt. Ich weiß nicht, ob du es jemals gelesen hast oder wusstest worum es ging aber in Grundzügen war es ja eine Twilight-FanFiction in der die Protagonistin, eine Gastaltwandlerin, sich auf Seth geprägt hat  und andersherum aber trotz alledem eine Beziehung mit Quil angefangen hat und naja, es war halt ne FanFiction, in Rpg-Welten kann alles passieren und alles ist möglich und es kam mir damals so unglaublich unwahrscheinlich vor aber denkst du, dass man sich in jemanden verlieben kann, auch wenn man bereits jemand anderen liebt?
Wie war das bei dir und A.? Da müssen wir auf jeden Fall mal drüber quatschen. Es interessiert mich unheimlich.
Ich weiß auf jeden Fall zu schätzen, dass du an meinem Geburtstag an mich gedacht hast. Ich denke auch an dich, jedes Silvester und wie das Feuerwerk nur für dich strahlt, für meinen kleinen Schmetterling.
Nächste Woche ist bei uns Mottowoche und Freitag der letzte Schultag. Feiert ihr das auch so in Österreich? Bei uns jedenfalls treffen sich alle Abiturienten im Stadtpark zu einem riesengroßen Feier und anschließendem Besäufnis und man kann davon ausgehen, da das hier Magdeburg ist, dass man an diesem Tag jedem Menschen begegnen wird, den du überhaupt kennst und deshalb läuft man eigentlich den ganzen Tag nur rum, tranzt, trinkt und sucht nach seinen Freunden. Ich freue mich riesig drauf und ich werde dir, wenn ich daran denke, Bilder schicken von der Mottowoche.

Ich denke ganz fest an dich und die Schmetterlinge in meinem Herzen tanzen immer noch vor Freunde über deinen Post und dieser schönen Überraschung, die dich so glücklich gemacht hat und ich liebe dich dafür, das du sie zum tanzen bringen kannst.

Auf das du noch viele weitere schöne Überraschungen in diesem Jahr erlebst!
~Evoliette

Mittwoch, 17. Februar 2016

Immer höher hinaus

Liebe Ines,
zurzeit haben wir in Ethik die Philosophie von Immanuel Kant im Vergleich zu anderen Philosophen. Ich weiß noch, dass mir dieses Thema, die Denkweise dieses Menschen damals unglaublich geholfen hat als es darum ging, wie ich mit AE am besten weiterleben möchte.
Es ist immer sehr schwierig, wenn sich zwischenmenschliche Beziehungen so plötzlich ändern. An einem Tag hat dir ein Mensch alles bedeutet und am nächsten Tag soll er einfach so vollkommen aus deinem Leben verschwinden? Wie kann so etwas sein?

Ich habe in den letzten Tagen viel gelesen. Am Zocken, was sonst den größten Teil meines Tages ausgemacht hat, liegt mir nicht mehr allzu viel und ich mache es noch eher Freunden zuliebe als um mir selbst die Zeit zu vertreiben. Statt dessen habe ich ein paar alte Chats gelesen, in Schulbüchern herumgekramt und ab und an ein paar weitere Kapitel von "Anna Karenina", womit ich schleppend vorankomme. Vor allem aber habe ich mich auf die Beziehung zu einem bestimmten Menschen konzentriert. Du meintest mal zu mir, dass es dich glücklich macht in unseren alten Posts rumzuschmökern wenn wir gerade Perioden haben, in denen wir nicht so viel schreiben und ich dachte mir, genau das versuche ich auch einmal. Denn bei manchen Menschen tun solche Phasen, in denen sich niemand meldet mehr weh, als bei anderen... egal wie lang oder kurz sie sein mögen.

Jedenfalls habe ich mich hingesetzt und die allererste Konversation gelesen, die ich mit meinem neu gewonnenen Freund über Whatsapp geführt habe und dann die folgenden und während ich in den ersten Passagen noch herzlichen grinsen musste erlosch es irgendwann und wurde von den Spuren der Realität überdeckt, die uns seit dem eingeholt hat.

In meinem Blog habe ich auch gelesen und weißt du was mir aufgefallen ist? Ich führe dieses 'virtuelle Tagebuch' seit 5 Jahren und ich habe den Eindruck, dass es immer und immer wieder um ein und das selbe Thema geht: Verlust.
Es liest sich alles so, als ob ich glücklich bin mit den Menschen in meiner Umgebung und der derzeitigen Situation für eine kleine Weile - meistens ein halbes Jahr - und dann plötzlich sind diese Menschen weg und ich kämpfe noch Monate danach mit der Verarbeitung dessen. Immer wieder scheine ich mir über die Jahre die Frage zu stellen, weshalb niemand bleibt und immer wieder lasse ich mich auf Menschen ein um dann enttäuscht zu werden und alles davon halte ich auf ~Evoliette fest.

Wenn man mein Leben also als ein einziges auf und ab und kommen und gehen von geliebten Menschen bezeichnen kann, befinde ich mich zurzeit wohl auf einem 'ab', auf einem 'gehen', denn ein halbes Jahr ist exakt wieder um und Menschen beginnen zu gehen - nicht alle, Gott sei Dank nicht annähernd alle, aber eine einzige Person reicht aus um die Zweifel wieder hervor zu kramen und mich zu diesem Menschen zu machen, zu dem ich in den letzten Tagen wieder geworden bin.

Natürlich beginnt man sich irgendwann nicht mehr nur die Frage zu stellen, weshalb Menschen gehen, sondern wieso sie überhaupt kommen. Wieso lässt man Menschen, neue Menschen, die in der Lage sind wieder zu gehen, dich zu verletzen und andere Dinge zu tun, die dich unglücklich machen könnten überhaupt in sein Leben, wenn man doch sehr glücklich ist mit der derzeitigen Situation?
Und genau mit dieser Frage sind wir wieder bei Immanuel Kant und dem Ethikunterricht.
Aristoteles soll wohl mal gemeint haben, der Mensch hat einen natürlichen Egoismus, aber er ist ein zoon politikon, ein gesellschaftliches Wesen. Wir können also nicht ohne andere Menschen leben, okay, das kann ich verstehen. Daran gibt es nichts weiter zu erklären, denn ohne die Gemeinschaft und das Weitervermitteln von Wissen kann es keinen Fortschritt geben. Aber weißt du, was noch erforderlich ist um einen Fortschritt voran zu treiben? Das Wollen, das ewige Streben nach mehr und genau darum geht es.

Wenn Menschen als kleine Raupen geboren werden und irgendwann ihre eigene Persönlichkeit entwickeln und den Weg finden, den sie gehen wollen, dann werden sie zu Schmetterlingen. Vielleicht sind sie dann immernoch veränderlich, verändern mal ihre Flügelfarbe, ihre Flügelform aber die Frage ist, was sie tun, wenn sie zu Schmetterlingen geworden sind. Sie fangen natürlich an zu fliegen. Und Menschen wollen immer mehr als sie haben. Sie fliegen höher und immer höher hinaus und haben sie einmal erreicht, was sie wollen, dann wollen sie auch schon das nächste.

Letzten Sommer war ich glücklich mit meiner Situation. Ich hatte den besten Sommer überhaupt und war ein vollkommener Schmetterling. Dann folgten Ereignisse, die mich dazu gebracht haben höher zu fliegen, als ich es jemals für möglich gehalten hätte und dann als die Luft zu dünn wurde bin ich wieder auf die Höhe herabgesunken, auf der ich letzten Sommer war. Nur, dass sie mir jetzt gar nicht mehr so vollkommen vorkommt, weißt du, was ich meine?
Ich weiß auch nicht ob du Anna Karenina schonmal gelesen hast, ich hab damit angefangen irgendwann gegen Weihnachten, als noch alles in Ordnung war und ohne auch nur in Ansätzen zu wissen, worum es geht und mittlerweile weiß ich, dass es um eine Frau geht, die ein scheinbar perfektes Leben führt, eine Familie, die sie liebt, eine Menge Freunde, Erfolg und Charisma. Sie könnte alles im Leben erreichen und dann auf einem Ball verliebt sie sich ganz plötzlich und alles, was vorher ihr Leben ausgemacht hat erscheint ihr plötzlich mangelhaft und du kannst dir vorstellen, dass ein solches Buch mir in meiner derzeitigen Situation nicht gerade weiterhilft. Normalerweise helfen Bücher mal von meinen Problemen Abstand zu nehmen und versetzen mich nicht mitten rein.

Eigentlich will ich dir also sagen, dass ich zurzeit sehr glücklich bin mit allem, was ich habe und auch keinen Menschen kenne, mit dem ich würde tauschen wollen aber es da trotzdem dies kleinen Sachen gibt, die mich zweifeln lassen und dass es Menschen gibt, die ich sehr sehr vermisse.

Ich hab dich lieb und ich hoffe es geht dir gut.
~Evoliette

Dienstag, 9. Juni 2015

Schmetterlinge über Wasser

Liebe Ines,

ich weiß, es ist lange her, dass ich hier geschrieben habe aber dir jetzt hier diesen Brief zu schreiben erschien mir als die beste Idee, die ich seit langem hatte.
Ich hatte einen wunderbaren und ereignisreichen Nachmittag und es gibt niemanden, dem ich davon erzählen könnte weil jeder einzelne, der dafür in Frage käme heute dabei war.

N. hat mich überredet mit ihm und ein paar Leuten aus seiner Klasse Wasserski zu fahren. Ich hatte wahnsinnig schiss und einiger Bedenken, weil ich Lucy dafür absagen musste aber wir konnten das Treffen auf Donnerstag verschieben sodass ich heute nach einem herrlich kurzen Schultag (6 Stunden) direkt zu N. fahren konnte, der direkt in einem Zehngeschosser neben einem See wohnt. (Habe ich dir schonmal erzählt wie herrlich die Aussicht aus seinem Zimmer ist?) Ich weiß nicht, ob ihr Zehngeschosser in Österreich habt dort wo du wohnst aber bald wohnst du ja in Dresden und da gibt es ganz sicherlich welche.
Naja, kommen wir zurück zum Wasserski. N. hat schon seit Ewigkeiten darauf gedrängt, dass ich das mal mit ihm mache, er hat jede Menge Spaß daran (und Übung) und so war es ganz toll, dass ich heute nicht die einzige Anfängerin war. Es ist nämlich irgendwo logisch, dass man beim ersten Mal (und meistens auch einige Male danach) beim Versuch auf den Skiern zu starten unästhetisch ins Wasser klatscht. Natürlich blieb das auch bei mir nicht aus und daher war ich froh, dass ich nicht die einzige arme Seele war, die sich vom Publikum ringsum auslachen lassen musste (zu dem unter anderem N, sein bester Freund, AE und meine Gute gehörten ... achja und N.'s Eltern).

Nach drei gescheiterten Versuchen stand ich dann urplötzlich auf Skiern, vollkommen durchnässt und in einem Tempo, mit dem ich gar nicht gerechnet hätte. (Weißt du? Ich gehöre zu der Ich-würde-niemals-mit-einer-Achterbahn-fahren-Fraktion weil ich diese hohen Geschwindigkeiten gemeinsam mit dem auf und ab einfach nicht abkann.) Daher gestehe ich, dass ich ein bisschen gekreischt habe am Anfang aber da es nicht sehr auf und ab geht beim Wasserski fahren konnte ich mich recht bald dran gewöhnen und ich bin nach zwei Stunden tatsächlich eine ganze Runde gefahren, um jede Kurve herum und an jeder Boje vorbei und ich war wirklich, wirklich stolz auf mich.

Andere waren nicht so ausdauernd und haben nach ein paar Versuchen aufgegeben, andere waren einfach nur super frustriert weil es nicht so gut geklappt hat und meine Gute hat AE förmlich dafür angegiftet, dass er es nach zwei Versuchen sofort richtig geschafft hat und dann nur noch fröhlich Runde um Runde fuhr während sie am Anfang der Strecke herumgurkte und ganz ehrlich? Ich wäre vermutlich auch so drauf gewesen...

Fakt ist, ich habe heute etwas getan, was ich noch nie zuvor in meinem Leben getan habe und obwohl ich die unsportlichste Person in meinem Alter bin, die ich kenne habe ich es gemeistert und war erfolgreich und es hat mich mit Leben erfüllt und über Schmerzen im Gesicht und am Knöchel hinwegsehen lassen. N. war auch total glücklich und ich glaube, das ist das allerbeste daran.

Zurzeit ist in der Schule nicht mehr viel los. Am 19. ist Notenschluss und die meisten Lehrer haben bei uns keine fehlenden Noten mehr, sodass Vorträge angehört und Filme geschaut werden und man sich absolut nicht mehr anstrengen muss und genau das brauche ich auch. Ich kann die Ferien kaum erwarten, ausschlafen und zocken und Zeit zu entspannen, also RICHTIG entspannen, nicht all das tun mit dem Hintergedanken was ich alles noch anderes machen muss. In zwei Wochen fahre ich mit N. und seiner Familie für ein Wochenende weg und in den Sommerferien mit meiner eigenen Familie an die Ostsee, ich werde viel spazieren gehen, zocken und Game of Thrones mit meinem Vater gucken ganz unabhängig was für ein Wetter sein wird und vielleicht haben wir ja Glück und können jeden Tag ans Meer. Warst du schonmal am Meer? Ich hab dich das noch nie gefragt.

Ich hoffe dein Tag war auch toll und ich wünsche dir ganz viel Spaß mit deinem A.
Bis zum Rand voll mit Leben und Liebe,
deine Hanna.
~Evoliette

Freitag, 6. März 2015

Butterfly Thoughts

Hay Itsulein,
schon lange nichts von dir gehört (oder gelesen). Wenn ich mir N. zurzeit so ansehen, kann ich mir vorstellen, woran das liegen könnte. Du bist schließlich zurzeit, genau wie er, im Abiturjahr und hast, wenn das in Österreich genau so ist wie hier, gerade Vorabiturprüfungen ... und selbst wenn nicht gibt es bestimmt trotzdem eine Menge zu lernen.

Ich war diese Woche krank, richtig mit den ganzen Tag im Bett liegen und Tee trinken und so. Am zweitmeisten ärgert mich daran, dass ich in der Schule so viel verpasst habe und es mir eigentlich noch nicht gut genug geht, mich mit dem fehlenden Stoff auseinander zu setzten. Aber wenn ich nicht bald loslege dann schaffe ich es nicht bis nächste Woche.

Das blödeste ist aber, dass ich dieses WE nicht zu N. kann. Sein Pa hat Geburtstag und ich konnte letztes Jahr um die Zeit schon nicht da sein, weil ich da gerade Migräne hatte und - genau wie jetzt - zu Hause rumliegen und mich mies und nutzlos fühlen musste.

Eigentlich glaube ich, schreibe ich diesen Post um die Erledigung meiner Schulaufgaben aufzuschieben und weil ich dich vermisse. Ich habe vorhin einen Whatsapp Chat gelesen, der schon ein paar Monate her ist mit jemandem, zu dem ich schon lange keinen Kontakt mehr habe und ich habe mich wieder fragt, was in seinem Leben so Gott verdammt schief gelaufen sein muss, dass er so ist wie er ist. Gleichzeitig schockiert es mich ein wenig, wie gleichgültig ich damit umgehen kann, dass es Menschen da draußen gibt, die ein scheiß Leben führen und denen ich nicht helfen kann.
Ich meine, ich kenne einige Leute die diesen "Helferkomplex" haben und meinen, sich auf die Nase schreiben zu müssen die Welt zu verbessern. Als ich noch in die Grundschule gegangen bin war ich auch so - jetzt nicht mehr.

Als ich noch in die Grundschule gegangen bin habe ich oft nachmittags mit meinem Vater Animesendungen auf Pokito-TV geguckt und jeden Sonntag saß unserer Familie am Kaffeetisch und hat "Die verlorene Welt" geschaut. Kennst du das? Ich fand die Filmqualität schon damals grottig, aber es hat zu "Herkules" und "Xena" gepasst und ich hab es immer gemocht, selbst wenn Wiederholungen kamen. Bei "Die verlorene Welt" gab es eine Frau, die in einem Baumhaus gelebt hat und ich glaube erst heute, 5 Jahre nachdem ich sie erfunden habe wurde mir klar, dass ich Kiara, meine Mary Sue, nach ihrem Vorbild geschaffen habe. Damals lief die Serie schon lange nicht mehr.
Irgendwann wurde sie einfach eingestellt.

Als ich kleiner war, hat mein Bruder öfters mit mir gespielt. Er ist 10 Jahre älter als ich, weißt du? Damals war mal Vater auch immer nachmittags zu Hause. Heute ist mein Bruder quasi ausgezogen, was so viel heißt wie: Er wohnt zwar nicht mehr bei uns, blockiert aber das größte und hellste Zimmer in der Wohnung und bringt einmal die Woche seine schmutzige Wäsche ins Hotel Mama. Mein Vater arbeitet eigentlich rund um die Uhr.
Ich kann die Leute verstehen, die das Leben wegen sowas scheiße finden. Man bleibt nicht ewig Kind und die Vorzüge, die es hat klein und jung zu sein schwinden irgendwann. Man kann sich aber damit abfinden und irgendwann ... lößt man sich ja sowieso von zu Hause.

Bis dahin!
Lass mal wieder was von dir hören, Liebes!
~Evoliette

Sonntag, 8. Februar 2015

Honey in a Butterflys mind

Hallo Itsu!
Heute war so ein Tag, an dem nichts großartiges passiert, an dem nichts auf einen wartet und an dem es nichts gibt, auf was man sich besonders freuen kann. Ich hab lange geschlafen, war ausgiebig baden, hatte Besuch von meinen Großeltern und dann habe ich am Computer gespielt bis ich keine Lust mehr hatte... keine Lust mehr auf gar nichts.
Also habe ich meinen Blog geöffnet und da war ein neuer Post, dein neuer Post auf DMS und plötzlich kehrte ein bisschen Leben in mich zurück.

Ich freue mich sehr, dass A. und du euch dieses Jahr so oft und so lange sehen werdet. N. ist gerade im Urlaub mit seiner Familie und seinem besten Freund und ich sitzt hier und kann ab morgen jeden Tag um 9 frühs in der Fahrschule rumgurken und zuhören, wie ein Mann mit monotoner Stimme die Lektionen runterrattert. Außerdem haben wir ne Menge Schulaufgaben über die Ferien (jab, wir haben Ferien) aufbekommen und am Samstag, 14.02.15 - am Valentinstag - habe ich meinen alljährlichen großen Auftritt vor hunderten von Leuten im Alten Theater, weil dort Karneval gefeiert wird. Weißt du, dass ich Karneval echt gern mag? Aber N. wird nicht mitkommen. Er mag das ganze drumherum nicht und außerdem kommt er erst Samstag zurück.
N. muss zurzeit genau den selben Stress durchmachen wie du und wenn ich ihm so dabei zusehen, denke ich mir, dass ich darunter zusammenbrechen würde. Ich bin so froh, dass ich 13 Jahre Abitur machen und gleichzeitig macht es mir Angst, weil ich jetzt sehen kann, was nächstes Jahr auf mich zukommt und ich es fürchterlich finde.

Ich habe deinen Blogeintrag mir sehr viel Freude gelesen und allgemein schon wieder viel zu wenig Zeit gehabt, überhaupt mal von dir zu hören. Es hat mir gefehlt aber ich war sehr glücklich darüber, wie sehr du dich über den Weihnachtspost gefreut hast. Ich habe den ganzen Eintrag von dir mit einem Lächeln auf den Lippen gelesen und dann habe ich das Lied gestartet (was erstaunlicherweise sogar in Deutschland nicht von der GEMA gesperrt ist) und ich hatte Tränen in den Augen.
"Swedish House Mafia" mit "Don't you worry child" ist ein Lied, das AE eine Zeit lang wirklich mochte und ich habe es ein paar Mal mit ihm auf seinem MP3-Player gehört. Ich musste erst den ganz Text durchlesen und verstehe nun, wieso er es so mochte.

AE ist ein bisschen Älter als wir aber gleichzeitig VIEL erwachsener in der Art und Weise, wie er ist und wie er sein Leben lebt. Er sieht die Dinge, wie sie sind und oft hilft einem das, auf dem Boden zu bleiben. Ich denke ihn werde ich am allermeisten vermissen, wenn der nach der 13. Klasse nicht mehr tagtäglich an meiner Seite sitzt. Er strahlt eine Beruhigung aus, die ich von niemand anderem kenne und die ich mitlerweile einfach brauche.

Gestern war ein verrückter Tag. Du musst wissen, dass ich schon ne ganze Weile nichts aktiv mit meiner Mutter unternommen habe, da ich die Wochenenden meisten bei N. verbringe und allgemein nicht das Bedürfnis dazu habe, mir ihre Probleme anzuhören oder etwas so mädchenmäßiges zu machen wie Schnulzen zu gucken oder shoppen zu gehen - igitt! Naja, auf jeden Fall ist meine Mum total unentspannt und kann mit dem Wort "Spontanität" nicht wirklich was anfangen, dafür kann sie Sachen planen, die immer aufgehen. Weil ich in letzter Zeit so wenig freie Minuten für sie hatte hab ich ihr versprochen, einen ganzen Ferientag mit ihr zu verbringen und dieser war gestern.

Wir sind (natürlich) shoppen gewesen und ich hab ein paar tolle Teile gefunden, die bestimmt auch N. gut gefallen werden. Wir waren ne ganze Weile auf den Beinen und dann hab ich ihr einfach vorgeschlagen, dass wir doch ins Kino gehen könnten und siehe da, was ich nicht wusste, sie wollte schon seit Wochen einen bestimmten Film im Kino sehen, aber Papa hatte keine Lust dazu also hatte sie es sich wieder aus dem Kopf geschlagen. Ich spreche hier von:
HONIG IM KOPF
Der Film hatte gute, wenn nicht sogar fantastische Rezensionen bekommen und obwohl ich etwas skeptisch war (ich bin absolut gar kein Fan von Til Schweiger und noch weniger von seinen Filmen) hatte ich wegen der Bewertungen trotzdem Lust darauf bekommen, ihn mir anzusehen und ich sage dir, wenn du ihn dir noch nicht angeschaut hast, solltest du das auf jeden Fall tun!
Es geht um eine Familie, in der die Eltern sich zwar lieben aber kaum Zeit füreinander haben und so kam es dazu, dass beide Elternteile zeitweise eine Affäre hatten, von der sie wissen. Trotzdem leben sie nicht getrennt und sie haben eine wundervolle Tochter, die sich wünscht, dass sie einfach weniger arbeiten und mehr Zeit haben würden. Dann verstirbt die Großmutter und bei ihrer Beerdigung stellt sich heraus, dass der Opa Alzheimer hat und während die Krankheit voranschreitet beschließt die Familie, ihn bei sich aufzunehmen.
An sich ist es eine sehr ernste Geschichte, in der es um Tod geht, Leben und den Sinn darin und letztendlich wie wichtig es ist, Dinge nicht zu vergessen. Alle im Kinosaal, selbst die erwachsensten Männer mussten an der einen oder anderen Stelle weinen und genau so, haben alle im Kinosaal an der einen oder anderen Stelle lauthals gelacht und ich denke du würdest den Film wirklich mögen, Itsulein.
In dem Film wird auch darüber geredet, ob es einen Himmel gibt und was denn passiert, wenn man das ganze Leben hinter sich gebracht hat, ob der Himmel einen Plan für Menschen hat...

Liebe Itsu, ich hoffe es geht dir bald wieder besser und ich wünsche dir ganz fest, dass du die stressige Abiturzeit mit ganz viel Liebe und Zuversicht überstehst.
Bei mir ist das mit der Schrift übrigens auch so komisch, aber es hat mich bisher noch nicht gestört, da ich meistens mit meinem Tablet lese und da kann ich die Schrift so groß machen wie ich will... ich kann aber mal schauen ob sich da was machen lässt, wenn du magst.

Ich hab dich lieb, kleiner kranker bunter Schmetterling!
Pass auf dich auf!
~Evoliette

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Itsus Weihnachtsgeschenk oder "Schleichers Erinnerung"

Schleicher

Wie ein Wirbelwind flitze Curly durch den Container, verwandelte ihn in ein buntes, glitzerndes Etwas. Ein paar Tannenzweige hatte sie gefunden, nass vom tauenden Schnee lagen sie auf dem Boden, aber Tannen gehörten zu Weihnachten also ließen wir sie liegen. Curlys Weihnachtsstimmung konnte man sich einfach nicht entziehen. Während Ben sie hochhob um eine anscheinend halb zerrissene Girlande an der Decke zu befestigen summte sie etwas, das annähernd nach „Carol of the bells“ klang. Mir war vorher noch nie in den Sinn gekommen, dass Straßenkinder keine Weihnachtslieder kannten. Doch so schief und falsch die Melodie auch klang, sie steckte an, sie steckte alle an und die Pappe brannte fröhlich knisternd in der Tonne und versprühte eine wohlige Wärme. Die Wärme, die hier alle vor dem Erfrieren schütze, doch nun sah man sie an als wäre sie ein lodernder Kamin in irgendeinem Wohnzimmer an Heilig Abend.
Die Weihnachtsmütze, die ihr wirres Haar bändigte hatte ich ihr mitgebracht und ihre Augen hatten so sehr gestrahlt, dass ich beinahe befürchtete sie würde vor Freude anfangen zu weinen.
Während sie weiter durch den Raum tänzelte stimmte Tanja mit ein und sie begannen kindlich umeinander herumzuhüpfen.
Ein bisschen beneidete ich Ben um seine kleine Schwester. Manchmal war es anstrengend ein Einzelkind zu sein, besonders wenn einen die Eltern zu vorführten wie mich. Doch Curly war mit der Zeit unser aller kleine Schwester geworden und Ben unser aller großer Bruder. Und so kam es natürlich, dass es sich unsere kleine Familie nicht nehmen ließ, gemeinsam Weihnachten zu feiern.

„Seit ihr alle bereit?“,quiekte die Kleine vergnügt. „Bereit wofür?“,fragte ich gespielt ahnungslos. Ich wusste genau, was jetzt kommen würde, auch Charlies Augen leuchteten bereits. „BESCHERUNG!“ Alle wir wir auf der Couch oder dem Boden saßen sprangen wir auf und versammelten uns um die Tonne. Ben schleifte einen blauen Müllbeutel aus einer Ecke des Raumes hervor und rief überschwänglich „Ho Ho Ho, wart ihr denn auch alle artig?“
Ich verschränkte die Arme vor der Brust und sah zu, wie sich die Mädels auf ihre Geschenke stürzten. Auch Ben schüttelte nur den Kopf und blickte lächelnd auf das Durcheinander.
Die meisten Päckchen waren mit Zeitungspapierresten umwickelt. Auch ich hatte mir mühe gegeben auf bedrucktes Geschenkpapier zu verzichten und hatte mich für silbrig glänzende Alufolie entschieden, meine Geschenke waren zumindest vor der Schneenässe verschont geblieben während die anderen etwas durchnässt aussahen, doch das störte hier niemanden.
Ich hatte versucht etwas nützliches zu schenken und hatte für alle Pullover gekauft, allesamt warm und kuschelig mit irgendeinem Weihnachtsmotiv. Curly und Ben hatten Pullis mit Renntiermotiv, die intentisch waren, außer, dass sie nebeneinander lächerlich aussahen, da einer aussah als wäre er für eine Puppe und der andere für einen Riesen. Sofort zogen sich beide den wärmenden Stoff über den Kopf uns lachten sich dann gegenseitig aus … oder an … oder sie freuten sich einfach nur, dass ihnen warm war. Tanja bekam einen roten Pulli mit weißen Schneeflocken und Charlies war tannengrün, mit kleinen silbernen Stickereien. Als ich ihn so an ihr sah musste ich mir auf die Lippe beißen. An ihr sah er wirklich teuer aus. Das war er auch gewesen und ich habe lange nach dem richtigen Teil gesucht aber es war immer etwas riskant, soetwas zu schenken. Allesamt sahen sie aus, als könnten sie mir um den Hals fallen und das taten sie letztendlich auch und ich landete lachend auf dem Boden. „Hab ich in einem Second Hand laden gekauft. Die Verkäuferin war leicht zu beeindrucken.“,murmelte ich mit einem Augenzwinkern und niemand stellte mehr Fragen.
Der Rest der Geschenke waren Kleinigkeiten: Zuckerstangen oder Lebkuchenherzen, die vom Weihnachtsmarkt mitgehen lassen wurden, Curly verschenkte ein goldenes Glöckchen an Ben und ging mit dem Geklingel allen auf die Nerven, auch wenn es ihr niemand übel nehmen konnte. Curly bekam Schokolade und ein Geschenk stach noch heraus. Ben schenkte Tanja eine Kette, eine kleine, dünne, glänzende Silberkette. „Die hab ich gefunden, nicht geklaut, ich schwöre.“,erklärte Ben, während er sie ihr um den Hals legte. „Der Verschluss war etwas kaputt, ich hab ihn reparieren lassen und ihr eine Politur verpasst.“ Er sah ziemlich verlegen aus und auf die kurze, bewundernde Stille danach folgte ein inniger Kuss, der nicht nur Ben verlegen sein ließ.
Curly stürzte mit einem Mal zum Müllsack und zog ein paar Stöcker heraus. Ich hielt es im ersten Moment für Feuerholz, doch als sie es über das küssende Paar hielt erkannte ich den Mistelzweig.

Charlie begann zu lachen. „Wo hast du den denn aufgetrieben?“ Curly grinste „ Hab ich geschenkt bekommen. Ich bin einfach zu der Verkäuferin gegangen und habe gesagt „Ich würde gern ein bisschen Liebe verteilen, dürfte ich bitte einen ganz kleinen Zweig haben?“ Ich habe ganz große Augen gemacht und e'voila!“ Sie fuchtelte damit rum und tänzelte weiterhin summend durch den Raum. Nachdem der Kuss vorbei war und Ben mit hochrotem Kopf, wennauch sichtlich glücklich in der Weltgeschichte herumschaute spürte ich plötzlich ein Tippen auf meiner Schulter. Hinter mit stand Curly und über mich hielt sie ihren Mistelzweig. Und neben mir, neben mir stand Charlie.

Freitag, 17. Oktober 2014

Schmetterlingstanz

Dear Itsu,

ich habe einen total vollgepackten Tag. Eben musste ich innerhalb von einer halben Stunde den Anfang eines Weihnachtstanzes choreografieren. Mein Weib kann heute nicht mit mir die Kinder trainieren und deshalb mache ich das Training heute allein.
Die mittlere Gruppe wollte unbedingt Rock'n'Roll tanzen das heißt soviel wie: noch bevor ich bei der dritten Gruppe angekommen bin werde ich fix und fertig sein.
Trotzdem nehme ich mir meine verbleibenden 10 Minuten die Zeit, dir dieses Eintrag hier zu schreiben, der wegen des Zeitdrucks vermutlich äußerst kurz ausfallen wird.

Ich habe deinen Blogeintrag gelesen und ich freue mich, dass dich die Menschen, die in deiner Nähe wohnen genau so toll finden wie ich, auch, wenn ich finde, dass das irgendwie klar war. Ich meine du bist halt toll. Das ist eben so. :3
Ich weiß noch, wie ich mich gefühlt habe, als N. mich das erste Mal mit zu seinen Freunden genommen hat und wie nervös ich war und wie ich Angst hatte, total komisch rüber zu kommen. Gestern dann haben sie vorgeschlagen, mal gemeinsam in den Urlaub zu fahren. Sie würden alle zusammen - mit mir - in den Urlaub fahren wollen, was ich wirklich toll finde in Anbetracht der Tatsache, dass sie mich nicht mal ein Jahr kennen. Auf jeden Fall hab ich sie lieb und ich glaube, sie mich vielleicht auch ein bisschen.

Morgen feiert meine liebste Lucy ihren 18. Geburtstag, was krass ist, weil ich sie kenne, seit sie 6 ist und mittlerweile ist sie dreimal so alt und wir sind immer noch befreundet. Weil sie schon weiß, was sie bekommt habe ich mir etwas tolles für sie ausgedacht und ich hoffe, sie wird sich darüber freuen.
Es werden auch ein paar Leute da sein, die auf der Feier kaum jemanden kennen, aber ich bin zuversichtlich, dass der Abend toll wird und ich den 'Neulingen' ein tolles Gefühl geben kann. Wer weiß? Vielleicht bilden sich ja noch ein paar Freundschaften heraus.

Nächste Woche fährt N. auf Klassenfahrt nach Paris und er wird auf den Eiffelturm gehen und vielleicht genau dort stehen, wo du vor kurzem noch warst und vielleicht wird er sogar an dem Laden vorbeigehen, wo du deine Karte für mich gekauft hast und irgendwie ist das ein wirklich toller Gedanke.

Wusstest du, dass es beim Tanztraining für kleine Kinder eine Übung gibt, die "Schmetterling" heißt? Ich habe sie selbst schon gemacht, als ich ein Kindergartenkind war und ich jetzt mache ich sie jede Woche mit den Kleinen. Die Übung besteht darin, dass man sich auf den Boden setzt und mit geradem Rücken die Fußsohlen aneinander legt. Dann versucht man die Knie aus eigener Kraft Richtung Boden zu drücken und weil das auf die Dauer zu anstrengend werden würde, wippt man mit den Knien einfach auf und ab und versucht bei jedem Mal etwas tiefer mit den Knien gen Boden zu kommen. Man "flattert" quasi, mit den Knien über dem Boden ... wie ein Schmetterling eben.  Ich wette meine Beschreibung klingt viel komplizierter, als die Übung eigentlich ist, aber die Kinder haben Spaß dran, denn zu der Übung gehört (da wir ja alle Schmetterlinge sind) zu sagen, wo wir hinfliegen. Meistens kommt von den Knirpsen sowas wie "Ins Süßigkeitenland", einige Andere sagen auf, wo sie gern in den Urlaub fliegen würden, was immer da ist, wo sie schonmal waren (z.B. auf der AIDA oder auf Mallorca). Ich für meinen Teil gebe meistens den Ort an, wo sich N gerade meines Wissens nach befindet. Oder zu meinem Weib.

Aber heute.
Heute fliege ich nach Paris.

Ich habe dich lieb, kleines lockenköpfiges Etwas!
Deine Hanna.
~Evoliette

Samstag, 11. Oktober 2014

Schmetterlingsprinzessin

"Ist deine Brieffreundin noch krank?" Hat N. kleine Schwester eben gefragt.
"Nein.", hab ich gesagt. "Sie hatte vor kurzem ihren Abiball." Und alle in diesem Raum haben sich über dein Foto gefreut.

Vor genau sieben Tagen war in Magdeburg auf dem alten Markt der niederländische Stoffmarkt und ich habe wie erwartet den Stoff für mein Abiballkleid gefunden. Es wird das erste ernstzunehmende  Kleidungsstück sein, dass ich für mich selbst anfertige und der Entwurf steht seit Monaten. Der Stoff, den ich mir ausgesucht habe ist dunkelblau und glatt und fließend und weich und einfach genau so, wie ich ihn haben wollte. Trotzdem werde ich dir nicht beschreiben, wie es aussehen wird wenn es fertig ist, denn es soll einfach eine Überraschung werden. Auf jeden Fall habe ich letzten Samstag die genau dazu passende, dunkelblaue Spitze gefunden und einen Reißverschluss in dieser Farbe ... und ein paar Zierknöpfe aber mehr verrate ich nun wirklich nicht.

Weil ich 13 Jahre Abi mache, habe ich noch eine Menge Zeit bis zu meinem Abiball. Über die Schuhe mache ich mir trotzdem noch Gedanken, denn ich denke nicht, dass ich welche in dunkelblau finden werde.
Aber ich brauche auf jeden Fall welche, in denen ich tanzen kann, schließlich belege ich den Tanzkurs mit N zurzeit nicht umsonst.

Gestern hat mich N vom Jazztanztraining abgeholt und auf dem Rückweg nach Hause hat er mich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte mit ihm nach Österreich, genau genommen Wien zum studieren zu gehen. er möchte Arzt werden, Chirurg soweit ich weiß und in Österreich gibt es keinen Numerus Clausus und so müsste er nicht jahrelang auf einen Studienplatz warten. Ich musste nur bitter auflachen und meinte zu ihm, was für ein schlechter Scherz es wäre, wenn du nach Deutschland ziehst und ich dann nach Österreich.

Trotzdem frage ich dich: Wie ist Wien so? Gibt es irgendeine Studienrichtung, für die Wien berühmt ist die besten Studenten auszubilden? Was ist das beste an der Stadt und was das schlimmste? Und könntest du dir vorstellen wie es ist, als Deutscher dort zu wohnen?

Unsere Sozialkundelehrerin hat uns letzten Freitag verkündet, dass wir im Januar für einen Tag nach Dresden fahren, inklusive Freizeit in der Stadt. Ich freue mich drauf, auch wenn ich natürlich gehofft hätte, Dresden lieber mit dir gemeinsam zu erkunden, als allein oder mit Teilen meiner Klasse. Trotzdem bin ich sehr gespannt auf die Stadt und ob ich deine heißgeliebte Zitronenpresse sehen kann, wenn ja verspreche ich dir, ein Foto zu machen mit mir und diesem Gebäude drauf und wenn du das nächste mal davor stehst, dann weit du, dass ich dort gewesen bin ... vor gar nicht allzu langer Zeit.

Ansonsten bin ich zurzeit voll in Action, Schule ist natürlich vorrangig aber ich arbeite wann ich kann in der Modeschule und choreografiere fleißig die Weihnachtstänze für meine kleinen Tanzmäuse. Weißt du wie komisch es ist sich jetzt, im Oktober, schon mit Weihnachten zu beschäftigen? Wenn du mich fragst kommt der Winter noch früh genug. ):

Ich wünsche dir ganz liebe Grüße von hier, aus Magdeburg, von den Kikis (Ns Familie) und mir.
Ich hab dich ganz dolle lieb,
behalt das hübsche, lockige Köpfchen oben!

Deine Hanna,
~Evoliette




Dienstag, 7. Oktober 2014

Tragende Flügel

Dear Itsu,

Niclas sitzt gerade in seinem Zimmer und macht Fahrschule während ich hier sitze und den ersten Teil eines Blogeintrags schreibe, der heute vermutlich nicht mehr fertig wird.
Zuerst einmal tut es mir schrecklich Leid, dass es dir nicht gut geht. Ich denke das Beste,was du tun kannst ist dich auf die Couch zu legen mit einer Decke und ein paar Plüschies und dir deine Lieblingsfilme anzusehen. Leider habe ich deine neue Blogadresse immernoch nicht gespeichert und dadurch konnte ich noch nichts von dir lesen, was mich ärgert, aber mal abgesehen davon hatte ich in letzter Zeit viiiieeel zu wenig Zeit auch nur irgendwas zu lesen ... nichtmal "Emilia Galotti" und das muss ich bis Donnerstag durch haben ... hmpf.

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So, den ersten Teil habe ich geschrieben unmittelbar nachdem ich deinen letzten DMS-Post gelesen habe und den hier schreibe ich jetzt, da ich gerade "Zeit" habe, wobei Zeit bei mir relativ ist, ich habe so viel zu machen, sagen wir einfach ich gebe meinem Brief für dich gerade schlichtweg die höchste Priorität.

Seit mein Schuljahr 12 angefangen hat, habe ich jeden Tag 8 Stunden was unglaublich, UNGLAUBLICH zeitraubend ist. Montags belege ich mit N zurzeit einen Tanzkurs für Standarttanz, schließlich hat er nächstes Jahr Sommer seinen Abiball und bis dahin müssen wir gewappnet sein. ;D
Dienstags ist Lucy-Tag. Meine beste Freundin nimmt sich jeden Dienstagnachmittag die Zeit, zu mir zu kommen und obwohl wir an sich nichts besondere machen, ist es nie langweilig. Außerdem komme ich so nicht dazu, sie zu vermissen.
Mittwochs ist Modeschule und ich fürchte, dass ich es das erste Mal nicht schaffen werde rechtzeitig zum Termin ein Kleid anzufertigen. Es nimmt zwar Gestalt an aber sehr sehr langsam und außerhalb der Modeschule komme ich einfach nicht zum arbeiten. 
Donnerstags ist normalerweise mein Jazztanztraining aber da sich mein Zeh erneut entzündet hat, nutze ich diesen einzigen freien Nachmittag für meine wöchentlichen Arztbesuche, was wirklich frustrierend ist, da mir der Arzt nichts weiter sagen kann als, das es sich nicht bessert und ich meinen OP-Termin, der nach den Herbstferien angesetzt ist, wahrnehmen soll. 
Freitags unterrichte ich mittlerweile drei Stunden verschiedene Kindergruppen im Tanzen, was ich ohne die praktische Unterstützung meines geschätzten Weibes nicht schaffen würde.
Das Wochenende ist sowieso verplant, letztes WE war es ein 18. Geburtstag und ein Auftritt von der Trommelgruppe. Nächstes WE ist der Hochzeitstag meiner Eltern und wir bekommen Besuch, das WE darauf feiern wir bei Lucy Geburtstag und ich wollte auch irgendwann noch "Maze Runner" im Kino gucken und dann fahre ich weg, an die Ostsee, weil dann auch schon Ferien sind.
Es ist wirklich eng.
Irgendwo dazwischen schaue ich immer mal wieder nach neuen Rpg-Posts oder Blogeinträgen und heute habe ich es in einem freien Bock mal geschafft, Emilia Galotti zu lesen, was echt Zeit wurde denn morgen haben wir Deutsch und Donnerstag schreiben wir einen Test darüber.

Naja, wie du siehst... an sich ist ein nur Glück, dass du diejenige von uns bist, die posten muss, denn ich hätte dazu genau so wenig Zeit wie du. Gestern übrigens, als ich diesen Blogpost angefangen habe, da saß Ns kleine Schwester neben mir uns hat gefragt, ob sie mitlesen darf. Sie fand den Namen "Itsu" total cool und wollte mit einem mal auch unbedingt eine Brieffreundin haben, dabei weiß sie selbst ganz genau, dass sie dazu niemals die nötige Ausdauer hätte. Außerdem hat sie nicht mal einen eigenen PC, brauch sie auch noch nicht. Ich finde es einfach nur süß, wie sie mich nacheifern will. 
Aber ich kann sie gut verstehen,
wer will schon NICHT so ne supercoole, allertollste Brieffreundin haben wie ich?!
^-^

Ich hab dich lieb,
mach dich nicht fertig, lass dich nicht unterkriegen und werde ganz schnell wieder gesund!

Deine Hanna
~Evoliette

Dienstag, 19. August 2014

Schmetterlinge auf Reisen

Dear Itsu,

ich bin auf unseren Blog gegangen um bei einem der RS zu antworten und dann habe ich gesehen, dass durch dein Butterfly Diary jetzt mehr Blogposts bei "Dear Hanna" stehen als bei "Dear Itsu" und ich finde das lässt mich faul aussehen und ich möchte auf unserem Blog nicht faul aussehen, also schreibe ich diesen Post in ein Tablet-Office Dokument um ihn bei Gelegenheit bei ausreichendem W-Lan-Empfang in der Lobby abzukopieren und abzuschicken ... was für ein Aufwand!

Gestern sind wir in der Türkei gelandet, genau genommen im VICTORY RESORT in Side Çolakli, was man wie Tscholakli ausspricht, wie ich heute gelernt habe. Wir waren vor ein paar Jahren schonmal in einem anderen Hotel hier und kennen uns ein wenig aus, nur die Telefonzellen zu finden dazu waren wir bisher so blöd, aber es ist ja auch erst der erste Tag nach der Anreise und ich bin gespannt was hier noch passiert.
Bisher habe ich noch nicht viele Teenager in meinem Alter gesehen aber ich werde vielleicht (wenn ich es schaffe lange genug wach zu bleiben) heute an einer der Spätabendveranstaltungen teilnehmen und wo lernt man schon schneller Leute kennen? Schön ist, dass hier viele Deutsche sind und man nicht ständig in andere Sprachen wechseln muss, jeder versteht einen hier.
Ich vermisse N.

Dank der hohen Luftfeuchtigkeit hier ist die Hitze absolut erträglich und meine Kontaktlinsen spüre ich kaum. Vielleicht komme ich dazu sie hier öfter rein zu machen, außerdem haben wir hier jede Menge Zeit. Ich habe Kerstin Giers "Rubinrot" hier, was seit mindestens drei Jahren in meinem Schrank lang. Ich hatte es irgendwann zu Weihnachten geschenkt bekommen und mich wahnsinnig gefreut, war aber nie dazu gekommen es zu lesen. Leider. Mitlerweile habe ich den ersten Teil im Kino verpasst aber ich werde es auf jeden Fall gucken bevor der zweite nach diesem Urlaub hier anläuft und ich hoffe ich finde jetzt auch Zeit es zu lesen. Ich finde Kerstin Gier schreibt interessant und freue mich schon drauf, kennst du es?

Bevor wir losgefahren sind habe ich die Hiopsbotschaft von meinem Bruder bekommen, dass mein PC hinüber ist und ich einen neuen brauche, was es schafft, dass innerhalb eines Tages die Hälfte meines gesamten ersparten Taschengelds draufgeht, denn meine Eltern zahlen nicht allzu viel zu und das, obwohl es die Schuld meines Vaters ist, dass er nicht mehr funktioniert aber das ist eine längere Geschichte. Das Tablet wird jetzt erstmal meine einzige Kommunikationsmöglichkeit zu dir sein für die nächste Weile wber icn hoffe, dass wir das Computerproblem schnell und für alle positiv beheben können.

Für den Urlaub haben wir drei Ausflüge gebucht, einer nennt sich "Cabriobus & Green Canyon" wo wir mit einem Bus mit Dach aber ohne Seienfenster zu einem Canyon fahren, wo wir mit einem Boot hindurchfahren und uns die Natur von ihrer schönsten Seite angucken können. Ich habe ein paar Bilder gesehen und wenn es hält was es verspricht, dann wird es atemberaubend. Außerdem besuche wir am Freitag eine Show namens "Fire of Anatolia", das ist eine Tanzshow, groß aufgezogen in einem Amphiteater von epischem Ausmaß :D, der dritte Ausflug wird ein Wellnessaufendhalt, von dem ich mich überraschen lassen werde. Ich weiß auf ieden Fall, dass es diese kleinen Fische geben wird, die einen an den Füßen rumknabbern, irgendwie ekelig die Vorstellung, außerdem wird es bestimmt schrecklich kitzeln. Ich freu mich trotzdem schon drauf.

Obwohl die Anreise ewig dauert und das Klima hier so ganz anders ist als in Magdeburg fällt es mir schwer mir vorzustellen, wie weit wir von meiner Heimatstadt entfernt sind, was vermutlich daran liegt, dass meine Eltern mit mir gemeinsam hier sind, denn als ich mit N im Harz war, kam ich mir viel weiter entfernt vor, viel weiter von einfach allem. Ich hoffe sehr ohne N fällt mir hier nicht eidie Decke auf den Kopf aber es hilft mir ungemein mit dir zu schreiben, selbst trotz des grauenvollen W-Lanzugriffs hier, naja, ich kann froh sein, dass ich überhaupt welches hier auf dem Zimmer hab.

Nach dem Post hier spiele ich ne Runde Minion Rush und dann antworte ich in einem unserer Rollenspiele sobald ich wieder in der Lobby bin und mit dem W-Lan dort den vorangegangenen Post lesen kann, was zu meinem Bedauern noch ne Weile hin sein wird.
Ich hab dich sehr lieb.
Mach dich nicht fertig.♡
~Evoliette

Sonntag, 27. Juli 2014

Schmetterlingssehnsucht

Dear Itsu

Ich kam gerade von nem (meinem ersten) Wochenendtrip durch den Harz zurück.
Wir haben viel gemacht, waren eigentlich die ganze Zeit unterwegs so wie sich das, denke ich, gehört und es war unglaublich aufregend. Jedenfalls... als ich zurück kam und in einer ruhigen Minute an N's PC saß hab ich mehr als alles andere gehofft, dass du mir geschrieben hast. Ich hab deine Briefe einfach schon wieder vermisst und umso mehr hab ich mich gefreut, dass du mir einen Post geschrieben hast.
Zuerst einmal, bestelle A. und D. einen allerliebsten Gruß von mir und puste deinen Finger damit er schneller heilt, weil ich das normalerweise tun würde, wenn ich jetzt bei dir wäre.

Ich schreibe hier fürchterlich langsam weil die Atmosphäre einfach nicht stimmt. Niclas redet mit mir und manchmal kommt jemand aus seiner Familie rein und will was und ich höre Musik von Shakira im Hintergrund weil ich diese Frau vergöttere seit ich denken kann und das neue Album noch nicht kenne. (Ich wünschte N. würde sich zu mir setzten und mich knuddeln anstatt unten auf dem Boden mit dem Laptop zu zocken.)

Aber um zum eigentlichen Thema zurück zu kehren: Ich habe mich sehr über deinen Brief gefreut und bin ein ums andere glücklich, dich als meine Freundin zu haben. Du hast einen Platz in meinem Herzen. Ich hab dich lieb! <3 (und die Corsage ist der Hammer! (Klammer-in-der-Klammer: tut das nicht weh so riesige Möpse in ein so enges Kleidungsstück zu stopfen? o.o) Klammer-in-der-Klammer-Ende)
N. kennt (im Gegensatz zu mir) Dresden und hat die Zitronenpresse sofort erkannt, mir gefällt das Gebäude auch. Ich bin gespannt darauf es vllt. irgendwann mal von Innen zu sehen.

(N. will, dass ich mich mit dem Schreiben beeile damit ich mit ihm zocken kann .... wie so ein kleines Kind das beschäftigt werden möchte...)

Normalerweise wäre ich heute von dem Trip aus sofort 'nach Hause' gefahren aber ich habe mein möglichstes getan es noch heraus zu zögern und so kommt es, dass ich jetzt noch eine Nacht bei meinem Freund zu Hause rumlummer, bevor wir uns die nächste Woche nicht mehr jeden Tag sehen, denn er hat Fahrschule und ich ... ich hab vielleicht Modeschule ... oder so. Mal sehen was ich mache. Bestimmt schreib ich dir oft. Hoffentlich höre ich weiterhin so regelmäßig von dir und hoffentlich kommen dir die letzten 3 Wochen wie eine kleine Ewigkeit vor.

Ich für meinen Teil habe heute auch eine kleine Ewigkeit erlebt, ein ewiglicher Moment. Ich bin heute das erste mal in meinem Leben auf einem Motorrad mitgefahren. N's Vater hat eins, eine Honda Shadow, eine wunderschöne Maschine und ... hey, N. kommt gerade tatsächlich an um mit mir zu kuscheln... ^-^ *jeay* ...  ich dachte ich würde total Angst haben vor allem wenn es sich in den Kurven neigt aber tatsächlich war es unheimlich schön und man nimmt die Geschwindigkeit gar nicht war wenn sich einem ein wunderschönen Anblick auf einen See mitten im Wald eröffnet. Ich weiß nicht... es war jedenfalls fantastisch und ich hoffe wir können das bald nochmal wiederholen. Man fühlt sich so frei ... auch wenn sich die Motorradklamotten anfühlen wie so ein Schneeanzug, den kleine Kinder tragen wenn man sie zum Spielen im Winter in den Schnee schickt (was ich zugegebenermaßen immer sehr gern getragen habe, man fühlt sich warm und geborgen). So viele neue Eindrücke in den letzten Tagen und meine Gedanken sind gerade bei dir.
Echt schade, dass wir uns dieses Jahr nicht mehr sehen können ... aber nächstes Jahr, nächstes Jahr ganz bestimmt!

Vergiss nicht die Grüße auszurichten, deinen Finger zu bepusten und dir in Erinnerung zu rufen, wie lieb du von hier, von Magdeburg aus oder woimmer ich mich gerade aufhalte gehabt wirst!

~Evo