Sonntag, 27. Juli 2014

Schmetterlingssehnsucht

Dear Itsu

Ich kam gerade von nem (meinem ersten) Wochenendtrip durch den Harz zurück.
Wir haben viel gemacht, waren eigentlich die ganze Zeit unterwegs so wie sich das, denke ich, gehört und es war unglaublich aufregend. Jedenfalls... als ich zurück kam und in einer ruhigen Minute an N's PC saß hab ich mehr als alles andere gehofft, dass du mir geschrieben hast. Ich hab deine Briefe einfach schon wieder vermisst und umso mehr hab ich mich gefreut, dass du mir einen Post geschrieben hast.
Zuerst einmal, bestelle A. und D. einen allerliebsten Gruß von mir und puste deinen Finger damit er schneller heilt, weil ich das normalerweise tun würde, wenn ich jetzt bei dir wäre.

Ich schreibe hier fürchterlich langsam weil die Atmosphäre einfach nicht stimmt. Niclas redet mit mir und manchmal kommt jemand aus seiner Familie rein und will was und ich höre Musik von Shakira im Hintergrund weil ich diese Frau vergöttere seit ich denken kann und das neue Album noch nicht kenne. (Ich wünschte N. würde sich zu mir setzten und mich knuddeln anstatt unten auf dem Boden mit dem Laptop zu zocken.)

Aber um zum eigentlichen Thema zurück zu kehren: Ich habe mich sehr über deinen Brief gefreut und bin ein ums andere glücklich, dich als meine Freundin zu haben. Du hast einen Platz in meinem Herzen. Ich hab dich lieb! <3 (und die Corsage ist der Hammer! (Klammer-in-der-Klammer: tut das nicht weh so riesige Möpse in ein so enges Kleidungsstück zu stopfen? o.o) Klammer-in-der-Klammer-Ende)
N. kennt (im Gegensatz zu mir) Dresden und hat die Zitronenpresse sofort erkannt, mir gefällt das Gebäude auch. Ich bin gespannt darauf es vllt. irgendwann mal von Innen zu sehen.

(N. will, dass ich mich mit dem Schreiben beeile damit ich mit ihm zocken kann .... wie so ein kleines Kind das beschäftigt werden möchte...)

Normalerweise wäre ich heute von dem Trip aus sofort 'nach Hause' gefahren aber ich habe mein möglichstes getan es noch heraus zu zögern und so kommt es, dass ich jetzt noch eine Nacht bei meinem Freund zu Hause rumlummer, bevor wir uns die nächste Woche nicht mehr jeden Tag sehen, denn er hat Fahrschule und ich ... ich hab vielleicht Modeschule ... oder so. Mal sehen was ich mache. Bestimmt schreib ich dir oft. Hoffentlich höre ich weiterhin so regelmäßig von dir und hoffentlich kommen dir die letzten 3 Wochen wie eine kleine Ewigkeit vor.

Ich für meinen Teil habe heute auch eine kleine Ewigkeit erlebt, ein ewiglicher Moment. Ich bin heute das erste mal in meinem Leben auf einem Motorrad mitgefahren. N's Vater hat eins, eine Honda Shadow, eine wunderschöne Maschine und ... hey, N. kommt gerade tatsächlich an um mit mir zu kuscheln... ^-^ *jeay* ...  ich dachte ich würde total Angst haben vor allem wenn es sich in den Kurven neigt aber tatsächlich war es unheimlich schön und man nimmt die Geschwindigkeit gar nicht war wenn sich einem ein wunderschönen Anblick auf einen See mitten im Wald eröffnet. Ich weiß nicht... es war jedenfalls fantastisch und ich hoffe wir können das bald nochmal wiederholen. Man fühlt sich so frei ... auch wenn sich die Motorradklamotten anfühlen wie so ein Schneeanzug, den kleine Kinder tragen wenn man sie zum Spielen im Winter in den Schnee schickt (was ich zugegebenermaßen immer sehr gern getragen habe, man fühlt sich warm und geborgen). So viele neue Eindrücke in den letzten Tagen und meine Gedanken sind gerade bei dir.
Echt schade, dass wir uns dieses Jahr nicht mehr sehen können ... aber nächstes Jahr, nächstes Jahr ganz bestimmt!

Vergiss nicht die Grüße auszurichten, deinen Finger zu bepusten und dir in Erinnerung zu rufen, wie lieb du von hier, von Magdeburg aus oder woimmer ich mich gerade aufhalte gehabt wirst!

~Evo

Donnerstag, 24. Juli 2014

[Butterfly Diary] Drei

Dear Hanna.

In drei Wochen werde ich mein Zuhause erneut verlassen, in einen Zug steigen und zurück nach Österreich fahren. Wenn ich daran denke, kommt Traurigkeit in mir auf, aber weniger als ich eigentlich zuvor dachte. Hier spüre ich eine Stärke in mir, die neu ist und an die ich mich erst gewöhnen muss. Ich fühle mich irgendwie bereit dazu, zurück zu meiner Familie zu fahren. Ich fühle mich bereit dazu, das letzte Jahr in Angriff zu nehmen und zu kämpfen, um mir meinen Traum zu erfüllen und nach Dresden ziehen zu können. Ich weiß, dass es nicht leicht werden wird, mich gegen meine Eltern zu behaupten und auch noch das Abitur zu machen, aber ich fühle mich gerade so stark. Ich habe auch Angst in manchen Momenten, aber ich fühle, dass ich das schaffen kann. Ich schaffe es noch, ein Jahr lang, und dann wohne ich endlich da, wo mein Herz ist.

Viel ist nicht passiert, während ich dir nicht geschrieben habe. Das Praktikum ist anstrengend und es ist sehr schwer für mich, mich darauf einzustellen. Manchmal ist es langweilig, in anderen Momenten muss ich Dinge tun, die ich besser nie in meinem Leben tun wollte. Vor allem der Frühdienst macht mich einfach fertig, das frühe Aufstehen ist einfach gewöhnungsbedürftig und ich schaffe es nicht, mich daran zu gewöhnen. Es klappt einfach nicht. Zum Glück habe ich A, der mich aufweckt, damit ich früh genug aus dem Haus komme. Ohne ihn würde ich dauernd verschlafen. :D

Letztes Wochenende waren wir auf dem Sommerfest von Freunden. Es war irgendwie überwältigend, so vielen fremden Menschen auf einmal gegenüberzustehen, aber das Essen war lecker und ein paar der Leute echt nett. Auch wenn ich gemeinhin nur "As Süße" war. Ich habe Leute kennengelernt, auf die ich lieber verzichten möchte, aber das erzähle ich dir ein anderes Mal. Das ist zum Schreiben zu viel und auch zu privat. Auf jeden Fall hatte ich trotz allem ein bisschen Spaß und habe den letzten Rest Tiramisu gegessen. War so lecker, ich liebe Tiramisu.

Diese Woche ist etwas mehr passiert. Am Mittwoch hatte D ihre Operation und genau an dem Tag bin ich mit geschwollenem Mittelfinger aufgewacht. Wahrscheinlich hatte ich mich irgendwo angehaut und es nicht mitbekommen, aber er war auf jeden Fall geschwollen und ich konnte ihn kaum abbiegen. Das war Schicksal, weil ich D sowieso begleiten wollte. Auf jeden Fall bin ich erstmal zu meiner Arbeit und habe dort nachgefragt, wo ich hinkann wegen meinem Finger. Dann bin ich zurück nach Hause gefahren, um dann wieder mit D und A wieder zurückzufahren, um sie zur OP zu begleiten. Nach ihrem Beruhigungsmittel und einem "Ich fliege" sind wir dann rausgeschickt worden und erstmal zur Notaufnahme. Die haben mich zu einer anderen Notaufnahme geschickt und die haben mir wiederum eine Liste mit orthopädischen Praxen in die Hand gedrückt, weil sie so überfüllt waren. Also erstmal mit dem Bus wieder fast nach Hause, um dort in einer Praxis zu erfahren, dass die nur Akutpatienten aufnehmen. Also ganz nach Hause, zehn Minuten zur nächsten Artzpraxis laufen, dort zum Orthopäden, die meinten, ich soll zum Hausarzt. Also zu As Hausarzt im gleichen Haus gegangen, dort erstmal eine halbe Stunde gewartet, bis ich drankam.

Bekommen habe ich Ibuprofen, einen Krankenschein für diese Woche und die Diagnose Arthritis. War sehr lustig, aber okay. Ich tippe darauf, dass ich mir den Finger entweder irgendwo angehaut habe oder er einfach überbelastet ist. Mein ganzer Arm hat gestern ein bisschen wehgetan, also war es wohl letzteres. Ich schone den jetzt erstmal und dann schaue ich mal weiter.

Auf jeden Fall war ich dann im Krankenhaus und wir durften zu D, die dann langsam aus ihrer Narkose aufgewacht ist. Und es war so lieb und ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich gefühlt habe, irgendwo zwischen Mitleid und Erleichterung und einfach nur Erschöpfung. Inzwischen geht es ihr wieder prima, sie bekommt auch Ibuprofen und schläft sehr viel. Ich übrigens auch - die halbe Tablette heute Früh hat dazu geführt, dass ich todmüde war und am Nachmittag erstmal in einen Schlaf verfallen bin, von dem ich immer noch nicht ganz wach bin. Ich bin Schmerzmittel einfach nicht gewöhnt, haha. Was soll ich sagen.

Der schönste Moment gestern war aber, als wir im Aufzug standen, nur D und ich, und ich sie gestützt hatte, weil sie noch nicht so gut laufen konnte. Da hat sie mich auf die Stirn geküsst und mich umarmt und mir gesagt: "Du bist die liebste kleine Schwester, die man sich wünschen kann" und da bin ich einfach nur in Tränen ausgebrochen. Ich habe so geheult.

Und ich bin so glücklich, hier zuhause zu sein, Hanna, ich bin so glücklich.

Ich hab dich lieb,
Itsu





Die wunderschöne Zitronenpresse: Mein Lieblingsgebäude in Dresden.

Ich hatte im Bus zur Arbeit ein bisschen Langeweile.

Mein allerliebstes Lieblingskorsett ist da und es passt mir so gut und ich will es nicht mehr ausziehen.

Freitag, 11. Juli 2014

[Butterfly Diary] zwei

Dear Hanna.

11 Tage sind seit meinem letzten Bericht vergangen. Ich weiß schon gar nicht mehr, was wir alles getrieben haben, aber ich kann dir weiterhin sagen, dass es mir unheimlich gut geht. Das Praktikum ist zwar hart und anstrengend, aber ich kämpfe mich durch, und hier, mit A und D, fühlt sich die Welt unheimlich schön und groß an, und ich stecke mittendrin im Leben und genieße es. Himmel, ich kann dir gar nicht beschreiben, was ich fühle. Ich bin einfach glücklich.

Wir waren inzwischen etwa fünfzigtausend Mal essen. Ich habe nicht von jedem kleinen Scheiß Fotos gemacht [weil ich auch nicht immer mein Handy mithatte], aber wir waren letzten Donnerstag beim Japaner und am Sonntag beim Griechen und gestern in einem Café. War alles unheimlich lecker! Früchteeis habe ich mir auch gegönnt, und heute habe ich eine Pizza und Meeresfrüchte [diese leckere belgische Schokolade] mitgehen lassen. D kam diese Woche zu uns und wir haben eine Runde Monopoly gespielt, die ich natürlich mal wieder verloren habe, wer hätte es gedacht. Es war echt lustig, ich bin irgendwie daran gewöhnt, der Pechvogel zu sein.

Das Praktikum ist anspruchsvoll. Es ist ja ein Pflegepraktikum in einem Krankenhaus, das heißt, dass ich den Krankenschwestern unterstehe und ihnen bei ihrer Arbeit helfe. In meinem Arbeitsvertrag steht ziemlich genau, was ich tun darf und zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich quasi Mädchen für alles bin, das aber, natürlich, nichts selbstständig machen darf. Das ist natürlich logisch, weil ich keine Ahnung von den Bedürfnissen der Patienten habe.

Diese Woche musste ich jeden Tag um 4 Uhr morgens aufstehen. Ohne André hätte ich das ab Mittwoch nicht mehr geschafft. Die ersten zwei Tage war ich ohnehin so aufgeregt und hatte dadurch einen so leichten Schlaf, dass ich überdreht war, aber danach war ich teilweise noch im Halbschlaf, als ich in den Bus gestiegen bin. Um 6 Uhr fängt dann meine Schicht an, aber bis 7 Uhr sitzen alle über den Akten und ich beschäftige mich damit, Veränderungen zu studieren.

Um 7 Uhr gibt's dann eine Runde durch die Patientenzimmer mit Blutdruck und Temperatur messen [die beiden Sachen darf ich machen] und anderem Zeug. Da gehe ich immer mit einer Schwester mit, die so heißt wie ich. Das dauert dann bis kurz vor 8. Um 9 Uhr kann ich eine halbe Stunde frühstücken gehen mit anderen Schwestern zusammen.

Den Rest des Tages - bis 14 Uhr - erledige ich eigentlich Drecksarbeit. Nachtschränke putzen, Wasserflaschen für die Patienten auffüllen, Enten austauschen, auf ihr Klingeln reagieren oder sie zu diversesten Untersuchungen oder Operationen bringen. Es ist teilweise sehr langweilig, aber fürs Medizinstudium ist das halt notwendig und deshalb beiße ich mich ja durch. Nächste Woche habe ich Spätschicht von 13:30 bis 14:00, also hoffe ich, dass da wenigstens die Müdigkeit wegfällt.

Ich war die Woche eigentlich quasi dauermüde. Ich kann es kaum erwarten, heute ins Bett zu fallen und dann tatsächlich ausschlafen zu dürfen. Das ist so schön, davon werde ich glatt müde. Aber noch gehe ich nicht ins Bett, denn erst einmal möchte ich das hier zu Ende schreiben und dann schreibe ich ein bisschen, habe ich beschlossen. Mal sehen, ob es was wird.

Zum Abschluss will ich dir nämlich noch ein paar Bilder zeigen:


Am Sonntag, dem 6. Juli waren wir auf einem verbotenen Steg an der Elbe und D hatte spontan beschlossen, in Unterwäsche in der Elbe schwimmen zu gehen. Hinterher hatten wir dann leider einen nassen BH und sie fängt sich leicht eine Erkältung ein. Also sind wir in das nahe gelegene Gathaus gegangen, um den BH in einem dieser Händetrockner in den Toiletten zu trocknen. Das war echt peinlich, aber auch verdammt lustig, und der Tag war generell wunderschön. Die Elbe ist so toll.



Mein Lieblingsfoto bis jetzt. Das links ist übrigens deine süße, geliebte Itsuka, als sie gerade ihre Backen aufbläst und versucht, ein süßes Foto kaputt zu machen. Ich mag sowas, haha. Das Foto wurde am Sonntag, dem 29. Juni aufgenommen, als wir zusammen essen waren. Ich hatte einen Yogurt-Waldbeer-Milkshake und Schweinsmedaillons im Speckmantel mit Kartoffelschnee. Das war so lecker! Und überhaupt ist das Café dort unglaublich toll.



 D und ich hatten mal beim Einkaufen beschlossen, dass es Zeit für einen kleinen Snack gibt und im Kaufpark gab es gleich im ersten Stock so ein tolles Geschäft, das Frozen Yoghurts anbietet. Da sind wir natürlich gleich hin. Mein Becher war der linke - Schokosoße und Schokosplitter und Kokosraspeln! Mann, das war so lecker, wobei ich auch schon bessere Frozen Yoghurts hatte.



Dieses Foto wurde beim Essen von den oben genannten Frozen Yoghurts aufgenommen. Deshalb sehe ich auf dem auch irgendwie hübsch und süß und zufrieden und befriedigt aus: Weil ich da gerade Essen hatte. Mit Essen kann man mich einfach vollkommen zufrieden stellen, da werde ich wie eine süße kleine schläfrige Miezekatze oder so. Hihi.



Und zu guter Letzt: D und ich im Bus. Wir haben eine ganze Fotostrecke und das hier ist so ziemlich das Einzige, auf dem wir normal aussehen. André hat die Angewohnheit, immer tausendmal zu fotografieren, wenn wir ein gutes Foto haben wollen, und ich fange dann immer an, Grimassen zu schneiden. Das macht Spaß und ruiniert jedes Foto!


Bis zum nächsten Mal und ich hab dich lieb,
Itsu