Samstag, 8. Dezember 2012

Schmetterlingsgesang



Als ich gestern in der Klasse saß und gelangweilt auf meinen Laptop starrte, hat es angefangen zu schneien. Kein Schneeregen, sondern richtige Flocken, die langsam vom Himmel schwebten. Es sah einfach wunderschön aus und in diesem Moment, glaube ich, da war ich richtig glücklich. Es ist irgendwie wahr, was man so sagt – die kleinen Dinge sind es manchmal, die viel wertvoller sind als die großen. Und manchmal braucht es nicht viel, um ein bisschen glücklicher zu sein, es braucht nicht viel für eine gute Laune – manchmal nur den Anblick von wunderschönem Schnee und man ist erfüllt von Glück, zumindest eine Weile lang.
Ich mag Schnee eigentlich, sehr sogar, ich mag verschneite Landschaften, weil das wunderschön aussieht und Winter und Kälte – es ist die Jahreszeit, in der ich mich am wohlsten fühle. Außerdem kann ich dann ohne Ausrede zu Hause herumsitzen und pausenlos RPGn! ~

Du hast mich gefragt, woran ich mein Herz hänge. Ich hänge mein Herz an die Möglichkeiten, die ich habe und an den Wunsch, eines Tages, irgendwann, frei zu sein, auch wenn das in dieser Welt einem Wunder gleichen würde. Ich hänge mein Herz an die Menschen, die noch nicht von mir gegangen sind, an jene, die mit mir ihre Zukunft und mit denen ich meine teilen möchte – ich hänge mein Herz an Menschen, die es auch verdienen. Ich hänge mein Herz an dich, weil ich weiß, dass du, meine Liebe, jemand bist, dem ich vertrauen kann. Ich hänge mein Herz an jene Leute, die mir bewiesen haben, dass sie für mich da sind, dass ich sie als Freunde bezeichnen kann.

Und ich hänge mein Herz an die Zukunft und an den Gedanken daran, sie in meinen Händen zu halten.


Kennst du das, wenn du irgendein Lied hörst und da ist diese eine Zeile, die in deinem Gedächtnis hängen bleibt, weil sie dich zum Nachdenken bringt und weil sie gleichzeitig wunderschön und unglaublich traurig klingt? Vielleicht kennst du das Lied Drops of Jupiter. Es ist eigentlich von Train, aber ich habe das Cover von Taylor Swift gehört und ich war sofort hin und weg. Nicht nur, weil ich ihre Stimme vergöttere und weil das Lied wunderschön ist, sondern, weil mir diese zwei Zeilen aufgefallen sind, die mich nicht mehr loslassen.

Did you miss me while you were looking for yourself out there?

Hast du mich vermisst, während du da draußen nach dir selbst gesucht hast?
Ich kann mir nicht vorstellen, wie schrecklich es ist, sich selbst zu verlieren und nicht mehr zu wissen, wer man ist – nach sich selbst suchen zu müssen. Ich jage mir selbst hinterher, meinen Wünschen und Träumen, aber ich verliere mich nicht, nein – ich bin mein eigener Antrieb und ich renne, bis ich das geschafft habe, was ich schaffen will. Bis ich glücklich bin.
Auch wenn ich manchmal glaube, dass ich das auf dieser Welt nicht werden kann.

Ich persönlich mag die andere Zeile dieses Liedes noch mehr und damit lasse ich dich jetzt selbst grübeln, denn es bedarf keiner Worte, zu sagen, was diesen Satz so bedeutungsvoll werden lässt.

a man who was too afraid to fly so he never did land


Montag, 3. Dezember 2012

Schmetterlingsherzen

Gestern bin ich aufgestanden, recht früh für meine Verhältnisse und war plötzlich hellwach. Ich richtete mich auf und schaute zu meiner Balkontür, das einzige Fenster in meinem Zimmer und die Metallrollos waren unten und trotzdem war es irgendwie ... hell. Als wäre das Licht von draußen in meinem Zimmer und in diesem Moment wusste ich, dass es geschneit hatte. Also bin ich aufgestanden und an meiner völlig irritiert drein blickenden Mutter vorbei zum Wohnzimmerfenster gelaufen. Auch wenn die Straßen immer noch grau waren, waren die Dächer und Autodächer schneeweiß und ich schaute nach draußen und ich habe gelacht, gelacht vor Glück. Ich war wirklich glücklich.
Weißt du? Ich hatte unglaublich Angst vor dem ersten Schnee, dieses Jahr. Die Jahreszeit, in der die Pärchen kuscheln und in der alle näher zusammen rücken und sich zu Hause zusammentun. Nur ich würde allein vor meinem PC sitzen und nichts tun, nicht raus gehen weil es zu kalt draußen war und weil ich nicht wollte und dann, dann kam der erste Schnee und mich überkam ein wundervolles Gefühl.
Dabei halte ich gar nicht viel von diesem weißen Zeug, es ist so unglaublich vergänglich und ungreifbar und doch ...

Du fragst mich, was mir Flügel wachsen lässt?

Weißt du, ich habe bis zu diesem Jahr nie begriffen wieso Ethik oder Religion unterrichtet wird. Ich fand es so grässlich sinnlos und unüberschaubar aber seit diesem Jahr finde ich es es wundervoll. Ob es nun an der Lehrerin liegt oder eher dran, dass ich alles langsam zu begreifen scheine weiß ich nicht aber ich freue mich auf jede Stunde. Zurzeit nehmen wir in Ethik Freiheit durch. Freiheit ist die Fähigkeit zur Autonomie und Selbstbestimmung, die Fähigkeit eigene Entscheidungen zu treffen, seine Meinung zu ändern und sie einfach wieder zu ändern, wenn einem das Leben nicht mehr gefällt, wie es bisher war. Irgendwie gibt mir das Hoffnung. Ich habe so oft lange nur meine Determinationen gesehen ohne auf die Freiheit zu achten, die mir noch blieb und ich möchte daran etwas ändern. Ich habe so wundervolle Freude, hier und in meiner nahen Umgebung, Freude, die auf mich Acht geben, die mich beschützen ob sie es nun zugeben wollen oder nicht.
Der Religionskurs, den mein bester Freund Emanuel besucht nimmt gerade eine Frage durch.

Woran hängst du dein Herz?

Es klingt so schön und ich würde auch das gern wissen. Diese Ansichten. Ohne lange zu überlegen war meine erste Antwort: Ich hänge mein Herz an meine Familie. Aber wenn ich länger darüber nachdenke ist das lange nicht alles. Ich hänge mein Herz an diese Welt, mit all ihren Tücken und Fehlern. Ich hänge mein Herz an die Erdenbewohner, den Strand und die Sonnen Auf- und Untergänge. Ich hänge mein Herz an jeden einzelnen Tag Leben, auch an einen Tag wie diesen, an dem eigentlich nur beschissene Sachen passiert sind. Doch dann hab ich deinen Blogeintrag gelesen und der war mein Licht an diesem dunklen Tag, die Schneeflocke, die schönste von Allen. 

Du fragst was mir Flügel wachsen lässt?
Ich bin schon mit Flügeln auf diese Welt gekommen, Ines.
Genau wie du.
Ich bin als Schmetterling auf diese Welt gekommen, lange nicht perfekt und ich bin oft abgestürzt.
Aber letztendlich reicht es, zum Leben.
Ich bin schon mit Flügeln auf diese Welt gekommen, Ines.
Aber wenn du wissen willst, was meine Flügel wachsen lässt, dann ist das ganz einfach.
Es ist nur ein Wort.
Liebe.

Die Liebe zum Leben und zu all den Menschen und den kleinen Dingen, die das Leben ausmacht, lassen meine Flügel wachsen. Und manchmal fühlt man sich, als wäre alles scheiße und man stürzt ab aber man rappelt sich immer wieder auf. Das Fliegen ist einfach zu schön, frei zu sein. Denn selbst der kleinste Schmetterling im Universum, selbst der kleinste Tropfen im Ozean hat es verdient zu leben.

Ich habe auch nie oft geweint, bei diesem Film schon. Ich habe sogar heute schon daran gedacht, an "my sister's keeper". Ich weiß nicht  mehr welche Gedanken mich dazu führten, vielleicht habe ich etwas geahnt. Ich habe den Film schon 3 mal gesehen und jedes Mal aufs Neue geweint. 
In letzter Zeit, da weine ich häufig. Nahezu jeden zweiten Tag, heute auch schon, mehrmals. Es ist schön es einfach aus zu leben, zu zeigen, dass man lebt, dass man FÜHLT. Es lohnt sich einfach nicht alles hinter einer Maske zu verstecken. Dafür ist das Leben viel zu schön. Das sollte man nie vergessen.

♥


Ein Sonnenuntergang über Magdeburg. es kommt selten vor, dass ich es sehe, aber es ist so schön.
Zum Zerreißen schön.
~Evoliette

Schmetterlingsflügel

Meine Schwester hat sich eines dieser etwas unnötigen, esoterischen Bücher gekauft, in dem man viele unglaublich spirituelle Fragen beantworten und sich so wohl Gedanken über sein Innerstes machen soll [oder so]. Ehrlich gesagt habe ich mir das Vorwort nicht durchgelesen, sondern die Fragen verwendet, um gleichzeitig drei Leute damit zu bombadieren. Dabei kamen übrigens einige interessante Antworten heraus, die mich umgehauen haben. Es ist komisch, wenn man herausfindet, dass man manchen Menschen nicht unwichtig ist, obwohl man ihnen nicht sonderlich nahe steht. Es ist irgendwie schön, plötzlich zu bemerken, dass es da jemanden gibt, der einen mag - obwohl man sich eigentlich nicht um diesen Jemand bemüht hat. Und es ist unglaublich überraschend.
Aber das ist nicht das eigentliche Thema. Auch wenn es mich wirklich überrascht hat, als auf die Frage "Mit wem verbringst du am liebsten deine Zeit" als Antwort kam: "Überraschenderweise teilweise sogar mit dir". Süß, oder? Am nächsten Tag hat mir diese Person dann plötzlich gesagt, dass sie mich lieb hat. Ist das nicht unheimlich niedlich? Und erstaunlich? Ein richtiges Dezemberwunder.

Irgendwie komme ich nicht auf das eigentliche Thema, denn jetzt will ich dir davon erzählen, dass es bei uns schneit! Ich liebe Schnee, ich konnte heute in der Schule kaum die Augen abwenden - zum Glück sitze ich am Fenster. Richtig schöne Flocken, es war so wunderschön, so wunderwunderschön ♥ Ich liebe Schnee.

In diesem Büchlein von meiner Schwester war da diese Frage, die mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht. Sie ist so unheimlich schön formuliert.

Was lässt dir Flügel wachsen?

Was lässt dir Flügel wachsen, liebe Hanna? Mir lässt der Gedanke Flügel wachsen, dass ich eine Zukunft habe, der Gedanke daran, dass ich nicht alleine bin. Der Gedanke an die Menschen, die ich liebe und lieben lernen werde. Der Gedanke an all die lieben Posts in diesem Blog, weil sie mir jedes Mal zeigen, dass du mich gern hast und dass wir beide Schmetterlinge sind - dass wir Flügel besitzen und dass wir fliegen können, wohin wir wollen.
Und als Schmetterling kann man auch mal die Richtung wechseln, nicht wahr? Ich überlege derzeit, ob ich Medizin studieren soll. Oder doch Germanistik und Geschichte - oder etwas ganz anderes? Es ist wunderschön, zu wissen, dass man die Wahl hat und dass diese Entscheidung ich fällen kann, ich allein. Ich mag diesen Gedanken, dass es mein Leben ist.

Ich weiß, ich bin derzeit etwas unpässlich, aber ich krempele mein Leben gerade um - ich habe Termine bei allen möglichen Ärzten, und außerdem bei einer Psychologin, und ich schreibe kaum mehr, deshalb habe ich auch noch nicht beim RPG gepostet, und das Leben ist gerade irgendwie gleichzeitig ... schön und schrecklich.

schrecklich schön


Ich weine nie bei Filmen. Bei diesem Film habe ich gleich zweimal geweint. Und das Lied ist wunderschön.
♥ Ich hab dich lieb, meine wunderbare Hanna!