Montag, 19. September 2016

(Not) supposed to be a butterfly

Hay Itsu,
es ist bei mir gerade 23:23 und ich bin eben erst nach Hause gekommen. Morgen muss ich um 9 an der Uni sein und das heißt vor 7 aufstehen aber ich bin viel zu aufgekratzt um jetzt schlafen zu gehen und so kommt es, dass ich dir schreibe, dann du weißt ja If I don't write to empty my mind, I go mad.
Wobei 'mad' gar kein Ausdruck ist.
Heute war mein erster Tag an der Uni und bevor ich jetzt von irgendetwas anderem und eigentlich viel wichtigerem anfange möchte ich dir den letzten Eindruck erzählen, den ich eben mitgenommen habe bevor ich losgefahren bin - die Unibibliothek bei Nacht.
Ich weiß es klingt vermutlich ziemlich kitschig aber unsere Unibibo ist verglast zum größten Teil und die FIN (Fakultät für Informatik) liegt direkt nebenan. Als ich eben mitten in der Nacht aus dem Gebäude kam und einen silbern beleuchteten Kristallpalast mit lauter Büchern vor mir hatte, musste ich einen Moment innehalten. Man sieht Dinge nur ein einziges Mal zum allerersten Mal und diesen Moment möchte ich mir einfach auf diesem Blog festhalten. Weil es wunderschön war.

Nun zur Realität.
Die Menschen in meinem Vorkurs sind zum größten Teil sehr still, was daran liegen könnte, dass sie Informatiker werden wollen aber auch daran, dass es der erste Tag war und Einige vielleicht einfach ein bisschen Zeit brauchen um aus sich raus zu kommen. Außerdem ist die ruhige Atmosphäre ganz gut zum Lernen und ich werde es spätestens wieder vermissen, wenn ich in einem überfüllten Hörsaal sitze.
Außerdem musste ich heute das erste Mal seit Jahren wieder Kopfrechnen, was etwas anstrengend ist wenn man so ein Taschenrechnermensch ist wie ich, aber am Ende des Tages ging es dann doch recht schnell und somit denke ich, dass die Zeit dieses kleine Problemchen in naher Zukunft lösen wird.
Außerdem war heute Abend unsere erste Gruppenaktivität - Spieleabend. So richtig mit Brettspielen und so. Es war ein bisschen so, wie ich es mir vorgestellt hatte und ein bisschen auch nicht. Es war ganz unterhaltsam.

Die besten Momente sind jedoch die, in denen die Mentoren (also Studierende höherer Semester) immer anfangen mit "Wir sind Informatiker ..." und generell einem dieses "wir" so präsentiert wird, denn ein "wir" gab es bei mir vorher nie wirklich seit dem ich mit sechs Jahren eingeschult wurde und jetzt versucht man das Gefühl vermittelt zu bekommen, dazu zu gehören und das ist irgendwie ziemlich ungewohnt aber auch ziemlich angenehm, weil es auch egal ist ob man dabei mit Menschen gleichgesetzt wird, die allgemein hin als 'Nerds' bezeichnet werden, die merkwürdig aussehen, Sadisten sind, Satanisten oder Masochisten (wobei ich tatsächlich innerhalb eines Abends alles einmal kennen gelernt habe). Interessant sind sie auf jeden Fall, diese Menschen und mal gucken wer so hängen bleiben wird nach den Einführungswochen.

Und ich bin auf dem Unicampus meinem besonderen Menschen über den Weg gelaufen. (Eigentlich habe ich vermutlich nicht das Recht dazu, ihn 'mein' besonderer Mensch zu nennen. An sich haben wir zurzeit nicht viel miteinander zu tun und Besitzansprüche habe ich schon gar nicht - auch wenn ich mir das immer wieder ins Gedächtnis rufen muss.) Dass ich ihn an der Uni sehen würde wusste ich. Es lässt sich nunmal auch nicht vermeiden wenn er dort wohnt und seine Fakultät von meiner nicht weit entfernt ist. Obwohl ich es also genau wusste, hat das nichts daran geändert, dass mein Herzschlag eine Schocksekunde ausgesetzt hat nur um danach verrückt zu spielen und ich erst sauer, dann glücklich und dann einfach nur noch traurig geworden bin.

N. hat mir schon geraten zum Arzt zu gehen, weil ich in letzter Zeit einfach ständig traurig bin und das immer häufiger und mittlerweile auch schon über einen längeren Zeitraum aber das kommt für mich wohl nicht in Frage. Ich habe viel mit ihm darüber geredet in letzter Zeit aber wirklich etwas an der Tatsache geändert hat es natürlich nicht.

Naja, morgen geht es mit der Gruppe bowlen. Ich bin fürchterlich schlecht im bowlen aber ich hoffe, ich kann mich zu den wenigen gesprächigen Menschen gesellen, denn die Kommunikation brauche ich und dann wird es vielleicht wieder so angenehm wie heute und ein bisschen freu ich mich auch drauf - sogar auf Mathe. (Oh Mann, so weit ist es mit mir schon gekommen. :D) Und einer meiner Mitstudenten hat heute einen Satz gesagt, der irgendwie hängen geblieben ist, auch wenn er spaßig gemeint war.

Der muss geschont werden für die Realität.

Es wird sich erst noch herausstellen, was von dem was jetzt passiert und was passieren wird so gewollt ist.
Vielleicht bin ich einfach (nicht) dazu gemacht, ein richtiger flugfähiger Schmetterling zu sein.
Und mit diesen zugegebenermaßen bedrückenden Worten entlasse ich dich in den Rest deines Tages. Tut mir Leid, dass ich in letzter Zeit immer so traurig bin.

Ich hoffe dir geht es besser, Liebes.
~Evoliette

Donnerstag, 15. September 2016

Kampfesmüder Schmetterling

Dear Hanna.

Ich habe ein Bild mit einem Spruch gefunden, der mich irgendwie an alles erinnert hat. An das Leben. Daran, dass man häufig vergisst, dass diese Welt nicht immer nur aus Drama und Kampf bestehen muss, nicht immer aus Versuchen, das Beste zu machen und das Richtige zu tun. Eigentlich sollte die Welt gar nicht so sein. Klar, so ganz ohne jedes bisschen Streit, Diskussion und Entscheidungen wäre das Leben langweilig und vermutlich nicht mehr ganz lebenswert. Doch wir vergessen manchmal, dass wir die Wahl haben zwischen Kämpfen und sagen: Okay. Okay. Ist gut. Dann geh halt, oder dann geh ich halt, denn ich muss nicht ständig kämpfen, muss mich nicht ständig anstrengen, ich darf auch mal sagen, nein. Ich darf auch mal einfach was tun, ohne dass es nachzuvollziehen ist. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig. Und ich tu, was ich tun will, egal, wie sehr mich 2 Drittel der Menschheit dafür hassen werden.


Manchmal vergessen wir, dass die richtigen Menschen vielleicht gerade die sind, die wir kaum bemerken, weil sie wie selbstverständlich sind. Das sind vielleicht die, um die wir uns weniger Sorgen machen, die, die nicht immer meckern, sondern auch mal sagen: Ist gut. Hier hast du ein Bonbon. Verstehst du? Verstehst du, was ich meine? Manchmal ist man das ewige Kämpfen vielleicht einfach leid, will alles auf Status Quo zurücksetzen und sich ein Weilchen zurücklehnen. Und einfach sein. Wer man sein will, wer man ist - ohne, dass andere es immer beurteilen, einen einschränken, beschützen, oder sonst was wollen. Einfach man selbst. Ohne Kompromisse. [Muss schön sein.]

Hab dich lieb.

Ines

Donnerstag, 8. September 2016

Schmetterlingszukünfte

Hay Liebes, ich bins wieder.
Weißt du ich habe heute ein Zitat gelesen:

"If I don't write to empty my mind, I go mad."
~Lord Byron

Und dabei an dich gedacht.
Naja, eigentlich dachte ich daran, dass das ziemlich gut auf mich zutrifft und weil ich zurzeit keine Posts unter dem Tag 'bad day' hochladen soll, schreibe ich dir.
Eigentlich war der Tag heute gar nicht soo schlecht. Für meinen derzeitigen Gemütszustand war ich sogar ziemlich produktiv. Mein derzeitiger Stress ist natürlich absichtlich herbei geführt, schließlich hat mein Studium immer noch nicht angefangen und ich könnte mich theoretisch noch bis Oktober zurücklehnen und nichts tun, aber dafür bin ich einfach nicht der Mensch.
Naja am Wochenende ist dann also der Auftritt meiner Tanzkinder, mein eigener Auftritt mit meinem Weib - der letzte um genau zu sein - und von meiner ehemaligen Schule aus wurde ich auch gefragt ob ich dieses WE noch was machen kann und somit ist gerade alles wieder voll und anstrengend aber nach diesem Wochenende ist auch alles vorbei. Achso und ein Kleid habe ich auch noch gemacht, das dieses WE präsentiert wird und somit war ich gestern und heute den ganzen Nachmittag in der Schule für Mode und Design und habe daran gearbeitet und mitlerweile tun meine Handgelenke weh vom Nähen und meine Knöchel und mein Rücken vom verkrampften an-der-Nähmaschiene-sitzen, auch wenn das Training heute Abend etwas geholfen hat. Vollkommen fertig und mit schmerzenden Gliedern schläft es sich aber auf jeden Fall gut ein.

Naja, worauf dieser Post aber eigentlich hinauslaufen sollte ist folgendes:
Ich hab ja vielleicht schonmal erwähnt, dass wir mitlerweile zwei Mädels bei uns beim Tanzen haben, die schon ein Kind haben und die nächste ist mit Zwillingen schwanger. Auf jeden Fall hat eines der Mädchen heute erzählt, dass sie darüber nachdenkt noch ein zweites Kind zu bekommen und danach verlief das Gespräch Richtung Familienplanung und Geschwisterliebe und wie sich das bei uns so verhält. Ich muss sagen, normalerweise kotzt mich dieses ganze Babygedöhns ziemlich an auf die Dauer aber heute - heute war es wirklich schön, mit mit den beiden Mädels zu unterhalten, von denen eine verheiratet ist und Mami eines 11 Monaten alten Kindes und die andere schwanger mit Zwillingen und während erste ein Mensch ist, der ALLES plant (so wie ich) ist letztere jemand, der einfach Dinge auf sich zukommen lässt und beides sind erwachsene Menschen, die wirklich was aus ihrem Leben gemacht haben bisher und irgendwann haben wir einfach darüber geredet, was mir zurzeit so durch den Kopf geht und wie meine Zukunft aussehen könnte und die beiden Frauen, die mich sonst immer ansehen als wäre ich ein kleines Kind, haben mich wirklich ernst genommen und mir gut zugeredet und am Ende hat es mir wirklich GUT getan.

Weißt du ich bin ein Mensch, der plant aber ich bin auch ein Mensch, der sich mit Dingen abfindet. Während Lucy schon zehntausend Mal gegen ihre Eltern rebelliert hätte, hab ich einfach akzeptiert, hier mehr oder weniger eingesperrt (gewesen) zu sein. Ich habe akzeptiert, nicht gemocht und als Streber abgestempelt zu werden, weil ich gut in der Schule bin ohne etwas dafür zu tun weil sich jeder ohnehin gleich eine Meinung bildet. Ich habe akzeptiert, dass die Menschen manchmal einfach aus deinem Leben gehen WOLLEN und dass du manchmal nichts dagegen tun kannst sondern sie einfach ziehen lassen musst.
N. und ich sind sehr verschieden, besonders was unsere Vorstellungen von der Zukunft angeht und das macht mir ne scheiß Angst. Ich habe mich in den letzten zweieinhalb Jahren an so viel gewöhnt, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, wie ich mich mit alledem abgefunden habe. Bis mir dann irgendwann gezeigt wurde, dass ich mich gar nicht damit hätte abfinden müssen.
Jedenfalls wollen alle Menschen um mich herum einfach, dass ich glücklich bin ... und ich?
Ich möchte einfach nicht irgendwann in dem Alter sein, in dem die Mädels vom Tanzen gerade sind und feststellen, dass ich mich mit etwas abgefunden habe.

Wenn ich über soetwas mit Menschen in meinem Alter bisher geredet hab, haben sie mir geraten nur an mich selbst zu denken und vielleicht sowas wie die Reißleine zu ziehen. Aber heute, als ich dort in unserem Studio mit den Mädels saß, gab es das erste Mal Menschen, die mir erzählt haben, wie es eben auch laufen KANN. Wie eine mögliche Zukunft aussehen kann, von den vielen Zukünften, die vor mir liegen und die sich ändern mit den Menschen in meinem Leben, die kommen und gehen.

Naja, außerdem hab ich mir in diesem Post hier vorgenommen, mich nochmal für deine Musik zu bedanken. Da die Taylor Swift Alben ohne Umweg auf meinem Handy landeten, höre ich heute immer noch Lieder, die ich vorher nicht kannte und unter anderem heute auf meinem Weg zum Park, in dem ich jetzt öfter lese solange das Wetter noch gut ist das hier:


I reach for you
But you were gone
I knew I had to go back home
You searched the world for something else to make you feel like what we had
And in the end in wonderland we both went mad

We found wonderland
You and I got lost in it
And we pretended it could last forever
We found wonderland
You and I got lost in it
And life was never worse but never better 

♥

If I don't write to empty my mind, I go mad.
Am Ende läuft es dann doch irgendwie immer wieder auf einen 'bad day'-Post hinaus.

Gute Nacht, Liebes.
~Evoliette

Mittwoch, 24. August 2016

Schmetterlingssehnsüchte

Hay Ines,
ich muss erstmal ein bisschen drüber nachdenken, wie ich diesen Blogeintrag beginne. Ich weiß, dass ich den Drang habe dir zu schreiben und auch in etwa was aber die Gedanken manifestieren sich gerade noch nicht zu wirklichen Sätzen also fangen wir damit an:

Mein besonderer Mensch hat mir den Tag erzählt, dass er ein paar Blogeinträge von diesem Blog hier gelesen hat und - wenn ich das richtig verstanden habe - gemeint, dass er Sachen gelesen hat, die zwar du geschrieben hast aber die sehr nach mir klangen und ich finde, ich sollte dir das erzählen weil du dich vielleicht darüber freust, dass vollkommen Außenstehende sogar erkennen können, dass wir uns in vertrackten und absolut merkwürdigen Eigenschaften und Denkweisen ähneln.

Auf jeden Fall habe ich die letzten Tage ein bisschen durch meine alten Ordner auf dem PC gescrollt, Sachen von Lucy und mir gefunden aus der Zeit, in der wir noch gemeinsam zur Schule gingen, Bilder und kleine Geschenke von AE und dem Kleinen und zuletzt - Rollenspielposts. Und davon ne Menge.

Kiara, Kiara und immer wieder Kiara und ich habe gelesen wie ich mir damals diese Geschichte ausgemalt habe. Klar, es war ein Rollenspiel zwischen Tabea und mir aber letztendlich war es MEINE Geschichte. Es war schon immer meine Geschichte und sollte wohl immer meine Geschichte sein.
Ich lese also durch diese Texte und bin verzückt. Ganz ehrlich. Es begeistert mich, wie ich damals geschrieben, wie ich die Welt gesehen habe, wie gewandt mein Ausdruck, wie schlagfertig Kiaras Kommentare, wie vollkommen die Beschreibungen waren. Und ich entdecke Parallelen. Details.
Ich hatte gedacht ich bin im letzten Jahr mehr geworden, bin gewachsen, habe etwas dazu gewonnen aber wenn ich das lese, diese alten Posts, dann sehe ich, dass ich das schon immer WAR. Ich hatte es nur vergessen, hatte es weggesperrt in Ordner als Tabea verschwand und vor allem hatte ich es nie GELEBT.

Du glaubst nicht wie sehr es mich zum Lachen gebracht hat einige Passagen aus diesen alten Sachen zu lesen. Das meiste waren OneShots, weil ich mich ja irgendwann daran gewöhnt hatte, diese Geschichte im Alleingang weiter zu spinnen aber GOTT hat mir das damals gut getan, das alles auszuschreiben. Die Rollenspiele waren für mich die Art, es rauszulassen und wenn ich es jetzt lese, dann bin ich sehr stolz darauf, wieviel ich bin und wie lange ich all das schon bin und dass es niemanden gebraucht hat um das zu werden, sondern nur, um es zu ZEIGEN. Es hat lediglich jemanden gebraucht, der es sehen wollte, der diese Rollenspiele liest - im übertragenen Sinn.

Oh man, ich habe vorhin irgendein Random Lied auf YouTube angeklickt und höre jetzt irgendwie Metal oder so die ganze Zeit. Irgendwie passt es aber gerade. Es passt zu dem Ende eines so anstrengenden Tages wie heute, an dem ich kaum aus den Federn kam und mir dafür die Finger wund geschuftet habe in der Modeschule doch das Wissen, dass ich das Kleid in der wirklich knappen Zeitspanne trotzdem fertigstellen werde ist toll. Es ist einfach das, was ich kann, genau so wie Kiara sein, schreiben.

Ich weiß, dass es mir zurzeit gut tun würde, wieder Rollenspiele zu schreiben. Es würde mir gut tun, wieder mal in Rollen zu schlüpfen von Tänzerinnen, Verliebten, von fremdgehenden Diven und tollpatschigen Künstlern oder mächtigen Hexen oder ... na du weißt schon. Rollen eben.
Heute Abend bin ich zu einem Karaokeabend eingeladen aber ich weiß jetzt, dass ich nicht hingehen werde weil ich lieber hier sitze und dir schreibe und weil mir geraten wurde morgen rauszugehen und laut POCAHONTAS soll man wohl seinem inneren Kompass folgen und wenn ich also morgen alle Aufgaben erledigt und tatsächlich noch Zeit und Lust habe (was sehr fragwürdig und unwahrscheinlich ist aber WENN) dann schnappe ich mir das Fahrrad, das Papa mir freundlicherweise vor ein paar Tagen repariert hat und fahre dahin, wo die Sonne ist und Menschen und Platz und wo es mich - zumindest jetzt gerade heute Abend - hinzieht und nehme mir mein komisches Erotikromanheft mit und lese es bis ich keine Zeit mehr oder zuende gelesen habe und ich finde, das klingt nach nem guten Plan, der rechtfertigt, dass ich mich heute Abend immerhin nicht mehr aus meinem Zimmer weg bewege.

Ich habe in den letzten 12 Monaten meine innere Mary-Sue etwas rausgelassen und nun habe ich Sehnsucht nach ihr. Und bin ihrem Quil begegnet, den sich Tabea ausgedacht hat und der gar nicht existiert und der trotzdem genau die Rolle eingenommen hat, die ich ihm damals zugedacht hatte als ich angefangen habe, diese Geschichte zu schreiben.
Und ich weiß zwar nicht ob du all das verstehst aber es macht mich ein bisschen glücklicher, dass ich es dir trotzdem schreiben kann und schließlich heißt dieser Blog "Dear Mary Sue".

Ich hoffe es geht dir gut, Liebes.
~Evoliette

Samstag, 2. Juli 2016

Mitternachtsflügelschläge

Dear Hanna.

Es ist gerade noch der 02.07. um 23:59 Uhr und das heißt, dass ich diese Nachricht erst am 03.07. abschicken werde. Und irgendwie liege ich gerade in meinem Bett und habe meine Flauschedecke über mich gelegt, obwohl es ziemlich heiß ist, und in den letzten paar Stunden habe ich unsere 51 Posts auf diesem wunderbaren Blog hier gelesen und mich vollständig darin verloren; ich habe dir davon auch auf Skype geschrieben, weil ich eigentlich zuerst keine große Lust hatte, mich noch hinzusetzen und einen Post zu tippen, aber jetzt ist Mitternacht und ich habe doch Lust darauf bekommen. Es ist Samstag/Sonntag. Ich habe Zeit.

Weißt du, dass sich seit deinem letzten Post jetzt unsere beiden Abiball-Kleider und -Erfahrungen auf diesem Blog befinden und dass ich das irgendwie total schön finde? Dieser Blog ist irgendwie wie ein Scrapbook, in dem man nach Erinnerungen blättern kann und in dem man sich verlieren kann. Ein Scrapbook unserer Freundschaft, aber gleichzeitig auch unseres Lebens, unserer Probleme, unserer Gedanken. Und ich finde es so schön, dass wir unsere Gedanken miteinander teilen, unsere Probleme, alles, was uns auf dem Herzen liegt. Und ich frage mich, wie es sein wird, in weiteren vier Jahren hier raufzuschauen und ich frage mich, was für Erinnerungen ich dann hier vorfinden werde. Wo wir stehen werden, was wir tun werden... Wie wir sein werden. Aber egal, was es sein wird, es sind immer noch du und ich, Hanna und Itsu - Schmetterlinge, die fliegen. Und das ist schön.

Ich warte gerade darauf, dass Panda online kommt, der gestern schon auch nicht da war und ich habe ihn vorher angerufen, weil ich seine Stimme hören wollte, aber er hat nicht abgenommen, also weiß ich gerade nicht, wo er ist und irgendwie will ich, dass er online kommt, weil ich immer so glücklich bin, wenn er da ist. Außerdem schreibe ich gerade über WhatsApp mit einem Menschen, der in den letzten drei Monaten eine wundervolle Freundin geworden ist und sie traut sich gerade nicht, ihrem Freund zu sagen, dass sie Sex mit ihm will und ich finde das halt gerade voll süß und unschuldig und sie ist 17 Jahre alt, sie darf das, aber ich find's voll schön. Generell ist die Freundschaft mit ihr momentan genau das, was ich brauche, weil sie mich über ihren Freund voll schwärmt und ich sie über Panda und das ist einfach irgendwie schön und überhaupt. Und Panda soll jetzt bitte, bitte online kommen oder mich anrufen, denn ohne ihn ist manchmal alles scheiße.

Vor ein paar Tagen hatte ich wegen ihm - oder generell wegen der Situation eben - einen Zusammenbruch spät nachts und als ich es am nächsten Tag einer lieben Freundin erzählte, da hat sie mir einen Screenshot von mir geschickt, wo ich beim Erzählen lächle und sah mich an und sagte: "Du lächelst viel mehr als noch vor ein paar Monaten. Irgendwie scheinst du aber doch zufrieden zu sein." Und das hat mich irgendwie gerettet, denn sie hat Recht, das Leben ist schön so wie es ist und es ist mit Panda und ihr und dir und vielen anderen Menschen und irgendwie ist das doch toll und es reicht, oder? Es reicht. Und gestern habe ich mich nach Monaten mit einem Freund getroffen und ihn über Panda zugelabert und mich dann bei ihm dafür entschuldigt, und er hat mich angesehen und gesagt: "Kein Problem. Du strahlst so, wenn du von ihm redest." Und irgendwie freut mich das, und es macht mich glücklich, und ich bin so glücklich, und ich könnte momentan heulen, weil ich so glücklich bin mit diesem Menschen, auch wenn er mir nicht gehört. Oh Mann, gleich heule ich tatsächlich.

Ich habe deine letzten beiden Posts so gerne gelesen. Auch wenn sie eigentlich stellenweise sehr traurig sind und überhaupt, aber ich lese dich so gerne, deine Worte, alles. Und du siehst so schön aus auf deinen Bildern und ich hoffe sehr, dass dein Abiball so war, wie du in dir gewünscht hättest. Und ich freue mich schon so sehr auf unser nächstes Treffen, wenn ich bei dir schlafe und wir stundenlang reden und lachen können und weißt du was, ich kenne Einfach zu haben tatsächlich nicht, habe aber den Trailer schon öfter geschaut und mir immer wieder vorgenommen, ihn mal zu schauen. Wir können ihn uns ja zusammen anschauen, wenn ich bei dir bin, wenn du möchtest. Ich nehme auch die Chips dafür mit!


Meine Lieblings-Coversängerin DrunkenSchokoMuffin hat ein ganz eigenes Lied gesungen und ich höre es irgendwie momentan die ganze Zeit und ich mag es ungeheuer viel. Weißt du, dass es Menschen in meinem Leben gibt, die ich wirklich unheimlich liebe? Weißt du, ich liebe auch André immer noch so sehr und D., meine ex-beste Freundin, obwohl sie mir so sehr wehgetan hat und obwohl es jetzt schon eine ganze Weile her ist; und an manchen Tagen vermisse ich sie so schrecklich und will sie unbedingt wieder in meinem Leben haben, dieses Persönchen, das mir so gut getan hat und das ich so liebe. Und André. André natürlich...

Und ich liebe meine Freunde, diese verrückten Personen, die nicht mehr ganz richtig ticken, aber immer an meiner Seite sind und mich nicht in Frieden lassen und mir immer helfen, wann immer ich sie brauche; ich liebe Lena dafür, dass sie meine Verrücktheiten aushält und stundenlang mit mir telefoniert und mit mir plottet und immer die richtigen Worte findet. Ich liebe Marina, mit der ich schwärmen kann und die mich ihre beste Freundin genannt hat und die mit mir lacht und weint und stundenlang Herzchen austauscht. Ich liebe dich, dafür, dass du immer ein Schmetterling in meinem Leben bist, immer irgendwie da, manchmal hinter mir, sodass ich dich nicht sehe, manchmal direkt vor mir, unübersehbar, manchmal an meiner Seite, aus dem Augenwinkel zu sehen. Ich liebe Panda, weil er Panda ist, mit seinen großen Händen, dem schönen Lachen und der Stimme, die mir eine Gänsehaut verpasst. Und ich liebe es, diese Menschen, euch, zu haben und zu lieben. Leben ist schön.

Momentan habe ich frei und nächsten Freitag schreibe ich meine Prüfung und dann geht es schon auf meine Rundreise und ich hoffe, dass alles so klappt, wie ich es vorhatte. Ich glaube, ich setze mich nachher noch mit meinem Handy auf den Balkon, denn hier ist es gerade wirklich heiß, und dann schreibe ich noch ein bisschen mit diesen geliebten Menschen, bis ich schlafen gehe; und morgen ist ein neuer, ein schöner Tag, den ich damit verbringen werde, zu lernen und zu schreiben und vielleicht ist Panda dann auch wieder da, um mir ein blödes Grinsen aufs Gesicht zu zaubern. Ich hoffe, dir geht es gut da drüben; fühl dich unheimlich fest umarmt.

In aller Liebe,
Itsu

Donnerstag, 23. Juni 2016

Schmetterlingstraurigkeit

Hay Itsu,

ich bins wieder
und ich schreibe dir, weil ich gerade meinen Lebenslauf geschrieben habe. Mein Bruder hat mir dafür extra gestern sein Microsoft-Office bereitgestellt, ich hatte nämlich nur Open Office und irgendwie ist es nicht das selbe.
Naja jedenfalls bin ich jetzt fertig damit und wenn ich morgen meine Bewerbung abgeschickt habe, kann ich den letzten Punkt von meiner unglaublich vollen To-Do-Liste abstreichen. Ich frage mich, ob sich das gut oder einfach nur leer anfühlen wird.
Ich hab dir ja in meinem letzten Brief geschrieben, dass ich zurzeit von einem Ereignis zum nächsten hüpfe und siehe da. Mein Abiball wäre geschafft.




















Ich habe mich sehr gut in dem Kleid gefühlt, an dem ich so lange so hart gearbeitet hatte. Es sitzt auf dem Foto zwar gerade nicht optimal und das linke ist etwas verschwommen aber meine Mum war noch nie die geborene Fotografin und ich hoffe du freust dich über die Fotos.
Es war eine sehr schöne Feier und ich habe tolle Bilder von meinen ganzen Freunden, die alle da waren - vor allem Lucy, was mich wirklich sehr sehr glücklich gemacht hat.

Auf jeden Fall habe ich gerade meinen Lebenslauf geschrieben und als ich ihn mir so angesehen habe, so auf das hinabgeschaut habe, was in meinem Leben seit meiner Einschulung so passiert ist, wurde ich ziemlich traurig.
Für meine Studienrichtung habe ich leider kein verwertbares Praktikum, was mir ja schon vor zwei Jahren klar war, aber das Praktikum, was ich machen wollte ist ja im Sand verlaufen weil sie die Leute nie zurück gemeldet haben und - naja. Auf jeden Fall steht da an sich drin, was ich so gemacht habe, Schülerrat, Modeschule, Chor und alles. Trotzdem sieht es erstaunlich kläglich aus und ich frage mich, wie weit ich wohl ohne meinen Schnitt von 1,2 überhaupt kommen würde im Leben.

Mein Bruder hat auch diese Woche sein Zeugnis bekommen. Er hat sich weiterbilden lassen zum Techniker und hat einen super Schnitt dafür, dass ihm nicht alles so sehr zufliegt wie mir. Ich bin sehr stolz auf ihn. Er hat mir auch mit meiner Bewerbung geholfen. (:

Anfang des Jahres habe ich mich noch sehr auf mein Studium gefreut, auf das Fach, die Leute - einfach alles. Jetzt habe ich wieder Angst. Wenn man den ganzen Tag frei hat, verfällt man in eine Art Trott und ich schlafe lange und bin die ganze Zeit müde und obwohl ich jetzt mit dem 'wichtigsten' fertig bin, fühle ich mich ziemlich unproduktiv und lahm. Keine Ahnung wie ich mich wieder dazu aufraffen soll richtig was zu lernen und Studium wird eine ganz andere Nummer als Schule und ich muss mich da wirklich reinknien, sonst wird das nichts.
Außerdem messe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben mit Menschen, die wirklich was drauf haben. Es wird komisch sein nicht mehr selbstverständlich die Beste zu sein, nicht mehr aus der Masse herauszuragen. Keine Ahnung, wieso ich dazu so ein Bedürfnis habe aber irgendwie beschäftigt es mich und ich hoffe, du verurteilst mich nicht dafür.

Außerdem hab ich zurzeit etwas Stress mit Lucy und das gefällt mir ganz und gar nicht. Es läuft alles andere als geschmiert seit sie wieder aus Australien zurück ist und zum großen Teil liegt das an mir und meiner derzeitigen Situation. Diese Woche steht eines der traurigsten Sachen meines bisherigen Lebens bevor und anstatt mich abzulenken oder mir zuzusprechen, macht sie es zurzeit noch schlimmer. Auf jeden Fall hab ich mich diese Woche daran erinnert, wie enttäuscht du warst, als deine Freunde deine Blog-URL ständig einfach so weitergegeben haben und ich glaube ein bisschen ähnlich fühle ich mich gerade auch. Macht es denn überhaupt noch Sinn, Leuten etwas zu erzählen? Wäre es nicht vermutlich besser, man würde einfach alles für sich behalten, was einen beschäftigt?
Naja, auch wenn das hier theoretisch jeder lesen kann. Gerade möchte ich am Liebsten nur mit dir reden. Immerhin hörst du wirklich zu - und hältst dich raus.
Und ich glaube du hast mich noch nie enttäuscht.

Mir ist auch wieder eingefallen, dass wir ja mal einen Abend telefonieren wollten! Derzeit ist das nächste kommende Ereignis das Wochenende im Harz. Aber ich bin Sonntag wieder da und es gibt sicherlich viel zu erzählen. Leider habe ich keine Ahnung, wieviel Zeit ich nächste Woche habe denn das Wochenende darauf geht es für zwei Wochen mit der Fam nach Mallorca und dann wolltest du mich ja auch bald schon besuchen kommen und dann können wir ja auch persönlich reden und  - das wird bestimmt ganz toll.

Ich hoffe einfach, dass alles gut klappt und bis dahin
hab ich dich einfach nur unglaublich dolle lieb, kleines Itsu.

~Evoliette

Mittwoch, 15. Juni 2016

Schmetterlingsereignisüberbrückung

Hay Ines,

weißt du eigentlich, dass ich dich unglaublich lieb habe? Also ... echt jetzt. Ich hab dich wirklich lieb. Mehr vielleicht, als du manchmal denkst. Oder ich. Oder irgendwer.

Auf jeden Fall habe ich eben wieder deinen letzten Brief gelesen und unwillkürlich muss ich immer lächeln, wenn ich deine Briefe lese. Allein schon die Tatsache, dass diese Briefe überhaupt existieren, dass du Worte tippst nur für mich allein - nur für mich bestimmt - macht mich glücklich und bringt mich zum Lächeln. Das können nicht so viele Menschen nur mit Worten, weißt du das? Spontan fällt mir da jetzt nur noch einer ein. :D

Auf jeden Fall hast du ja bestimmt meinen Blog gelesen und mitbekommen, dass Lucy wieder da ist und ich musste vor Glück weinen, als sie mich überrascht hat und ich hab so sehr an dich gedacht weil du ja auch erst dieses Jahr diese tolle Überraschung hattest und abgesehen davon, bist du die erste Person gewesen, die mich jemals in meinem Leben vor Glück zum Weinen gebracht hat und das auch damals nur mit deinen Worten und ... ich hoffe dir ist überhaupt bewusst, was du mit Worten so alles machen kannst du kleiner Zauberkünstlerschmetterling. <3

Allein schon die Titel von unseren Briefen sind mittlerweile zum Schreien komisch und gleichzeitig supercool, weil aus dieser Schmetterlingssache irgendwie was großes geworden ist. Am Anfang haben die Titel einfach nur zum Blog gepasst, nun ist sowas draus geworden wie "Schmetterlingseinsamkeitsüberbrückung" oder eben so wie jetzt das Gegenteil von mir.

Schmetterlingsereignisüberbrückung.

Denn obwohl die Schulzeit ja nun endgültig vorbei ist und keine schulischen Ereignisse mehr anstehen, taumel ich zurzeit von einer Sache in die Nächste und verbringe den Zwischenraum damit, zu schlafen und mal wieder was zu essen und heute morgen habe ich einfach geweint weil alles ein bisschen auf mich niedergeprasselt ist. Aber anstatt mich dem Trübsal hinzugeben so wie früher habe ich mich einfach auf den Weg zur Modeschule gemacht und dann gearbeitet und mich von Menschen umgeben und hatte einen wunderbaren Nachmittag der mich daran erinnert hat, dass das Leben doch eigentlich so schön ist ... und dein Brief hat das auch getan.

Meine Prüfungsergebnisse fielen gut bis sehr gut aus und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das beste Abitur meines Jahrgangs habe, was aber bei knapp 30 Schülern auch keine hohe Kunst ist. Jedenfalls bin ich ziemlich zufrieden damit und am Freitag ist mein Abiball und dann werde ich das Kleid tragen, an dem ich zwei Jahre immer wieder gearbeitet habe und ich hoffe einfach es wird schön und ich werde mich gut fühlen.



Du lässt mir auf deinem eigenen Blog immer so tolle Musik da (die sich jetzt bis ein einige wenige Ausnahmen auf meinem Handy befindet, über welches ich die meiste Zeit Musik höre) naja AnneMayKantereit ist eine dieser Ausnahmen, denn ich kannte sie schon bevor sie mir auf deinem Blog begegnet sind und mochte sie irgendwie bisher nicht besonders. Vermutlich hab ich da für deutsche Musik generell nicht allzu viel übrig. Auf jeden Fall wollte ich mich mal revangieren also ist hier Shakira für dich mit Empire und ich liebe es, obwohl es eine Liveversion ist und allgemein liebe ich es, weil es kraftvoll ist und Shakira generell war immer eines meiner Idole und übrigens auch die Vorlage zu Kiara, meiner Mary Sue. Naja und als ich 'Schneeflittchen' in deinem letzten Post gelesen hab, musste ich sofort an 'Easy A' denken, auf Deutsch heißt der Filme glaube ich 'Einfach zu haben' und ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Ich habe ihn bestimmt schon 8 mal oder so gesehen und jedes einzelne Mal davon mit Lucy. Ich gehe davon aus, da dir diese Art von Filmen im Normalfall gefällt, dass du ihn kennst, falls nicht solltest du ihn jedoch auf jeden Fall sehen. Er ist genial.

Lucy sehen, etwas mich wichtigen Menschen machen, Geburtstage, teilnehmen, Modeschule, Auftritte. Ich hüpfe von einem Ereignis zum anderen derzeit aber das Schlimme an der ganzen Sache ist eigentlich nur, dass ich in der Schmetterlingsereignisüberbrückungszeit noch so viel zu tun habe, was irgendwie ziemlich erfolgreich auf der Strecke bleibt und ein bisschen ärgert mich das. Ich hoffe einfach, dass ich nichts wichtiges übersehe. Aber die Ereignisse und Folgeereignisse nehmen immer meinen kompletten Fokus ein und zurzeit ist das nächste Ereignis mein Abiball und das Folgeereignis der Auftritt meiner Kinder am Tag darauf. Und alles ist irgendwie voll und wild in meinem Kopf und ich verstehe kaum, wie ich nach außen hin noch so einen geordneten Eindruck hinterlassen kann.

Achso und weil du mir auch ein so tolles Foto von dir geschickt hast, dachte ich ich füge dir hier auch ein aktuelles an. Mir hat's auf jeden Fall sehr gut gefallen und dir ja vielleicht auch. Bisher hat es außer dir auf jeden Fall niemand gesehen. ;)



Ich schreibe demnächst dann mal mit dir über das konkrete Datum unseres Treffen und so.
Bis dahin versuche ich die Zeit zwischen den Ereignissen so gut es geht zu überbrücken und nicht allzu unproduktiv zu sein.

Also bis dann!
~Evoliette 

Samstag, 11. Juni 2016

Schmetterlingseinsamkeitsüberbrückung.

Dear Hanna. ♥

Wir schreiben einen Samstag gegen 17 Uhr abends und ich stöberte mich gerade durch Evoliette und jetzt durch DearMarySue und schwelge in Erinnerungen an vergangene Zeiten, Freundschaften und Posts. Weißt du, dass dieses wundervolle Stück Liebe hier schon seit dem 23. April 2012 besteht? Seit über vier Jahren existiert unsere kleine Welt von DearMarySue, das Verbindungsstück zweier Schmetterlinge auf ihrem Lebensweg. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich diese Tatsache erst verwundert und dann erfreut hat - so lange schon! Wenn ich mich durch unsere Posts klicke, finde ich so vieles, was ich oft schon vergessen habe: Zitate, Liedtexte, Geschichten unserer beiden verzweigten Leben. Lachen, Weinen. Alles, hier. Wir. Vor allem: Wir.

Ich werde mich gleich hinsetzen und für die Aufnahmeprüfung für das Medizinstudium lernen. Aber ich glaube, dass ich davor noch ein oder zwei unserer vergangenen Posts lesen werde. Manchmal ist es wahnsinnig schön, in dieser Vergangenheit zu versinken, in all dem, was wir uns geschrieben haben, in unserer Verbindung, in den Rollenspielen, die ich schon so lange mal überarbeiten und wieder sichtbar stellen wollte. 2012. Damals war ich gerade einmal 16 Jahre alt! Damals kannte ich noch nicht einmal A. und D. - du hast mich durch mehr Lebenswege und über mehr Steine begleitet als die meisten meiner Freunde. Du weißt gar nicht, wie unendlich dankbar ich dir dafür bin, Hanna. Dafür, dass du immer da bist. Und dass wir hier ein Stück Leben festhalten.

Weißt du, dass unser Treffen auch schon eine halbe Ewigkeit her ist? Als wir uns in Leipzig am Bahnhof trafen und zusammen einen wundervollen Nachmittag verbrachten. Ich denke manchmal gerne daran zurück und sehe mir unsere absolut behinderten Fotos an, bei denen ich jedes Mal lachen muss und dann freue ich mich immer, weil es damals so schön war und noch mehr freue ich mich, wenn ich daran denke, dass es bald endlich wieder so weit ist! Denn, liebe Hanna, meine Reise im Juli ist jetzt tatsächlich fix geplant und ich befinde mich vom 17. bis zum 23. Juli in der Nähe von Braunschweig. Da werde ich es hoffentlich mal schaffen, für einen Tag zu dir rüber zu hüpfen. Ach: Streich das hoffentlich. Sag mir einen Tag, egal welchen, und ich werde kommen. ♥

Und dann: Du und ich. Wieder vereint. Schmetterlingslachen und -reden und -liebe. [Endlich!]

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Mein Kater liegt gerade rechts von mir auf meinem obligatorischen Klamottenhaufen und im Hintergrund läuft gerade Nicht nichts von AnnenMayKantereit, eine Band, die dir, wenn du meinen Blog regelmäßig liest, wohl nicht mehr fremd ist. Der Chat, in dem ich permanent zu finden bin, ist offen. Außerdem Skype und WhatsApp in seiner Webversion. Menschen schreiben mir. Ich trinke einen innocent-Smoothie mit Apfel und Himbeere. Gleich werde ich meine Schokolade essen, vermutlich die Scotch Whisky, eine Nobelbitterschokolade gefüllt mit Whiskycreme. Habe ich mir heute mal aus Neugierde gekauft. Vielleicht hilft mir der Alkohol nachher ja beim Lernen, haha. 

Momentan sind viele meiner Freunde unterwegs. Panda ist auf dem Münchner Stammtisch und amüsiert sich ohne mich, was mir gerade irgendwie ein beklopptes blödes Gefühl gibt, was ich nicht ganz verstehen kann. Sebi ist bei seiner Familie in Kärnten. Marina besucht ihren Herrn, Lena ist auf dem Dortmunder Stammtisch. Alle haben samstags etwas Schönes vor und das hätte ich auch, wenn ich mir den Tag nicht freigehalten hätte fürs Lernen. Trotzdem fühlt man sich in solchen Momenten manchmal ein bisschen einsam, weil man so weit weg wohnt von diesen Menschen, weil man nicht spontan sagen kann: Ich komme mit! Aber jetzt muss ich gerade wieder lächeln, denn nächstes Wochenende ist mein Stammtisch und Sebi kommt mit; Marina ist sowieso bald wieder zuhause und wird mit mir wieder Herzchen hin und her schreiben. Und Lena sehe ich Ende Juli und Panda sehe ich auch im Juli und im August und - Leben ist schön und Einsamkeit überbrückbar.

Leben ist schön, Hanna. Und wir sehen uns bald. Und ich gehe jetzt lernen und Posts lesen und vielleicht raffe ich mich nachher auf, endlich mal Straßenkind fertig zu überarbeiten, damit wir endlich wieder zusammen in Worten versinken können. Ich habe dich unheimlich lieb und weil mir gerade nach ist, kriegst du ein aktuelles Foto von mir und von meinem Kater, und jetzt auf Wiedersehen, schöner Schmetterling!

Der Versuch eines hübschen Bildes mit rotem Lippenstift, nachdem mich viele Leute aufgrund meiner Haarfarbenänderung "Schneewittchen" oder auch optional "Schneeflittchen" getauft hatten. Das Bild landete dann auf keinen Social Medias, aber mir gefällt es irgendwie trotzdem ein bisschen. Keine Ahnung. Auch wenn man meine Pickel sieht. Und- Ich wollte es trotzdem irgendwo teilen. [:

& here you can see: the little, sweet monster. ♥
Ines.

Samstag, 9. April 2016

Schmetterlinge im Herzen

Hay Liebes,

ich dachte eben, ich hab mich verguckt als Blogger mir sagte, dass du vor 5!!! Tagen gepostet hast weil ich nichts davon mitbekommen habe. Ich habe natürlich sofort gelesen, was du mir geschrieben hast und mich wahnsinnig mit dir gefreut. Das klingt wirklich unglaublich schon, nach wahren Freunden, die du da hast und auch ein bisschen romantisch und ich finde Romantik ist so selten geworden.
Ich freue mich sowieso immer, wenn du in Dresden bist oder warst weil ich dann weiß, dass du immerhin für kurze Zeit gar nicht mehr so weit entfernt warst und das bringt die Schmetterlinge in meinem Herzen wieder zum fliegen.

Ich habe in den letzten Tagen öfter wieder mit Lucy telefoniert und geschrieben, die wie du weißt ja in Australien ist und ich finde, das hat mir ziemlich gut getan. Es ist sehr ermutigend zu wissen, dass es gar nicht mehr so lange hin ist, bis sie wieder kommt und über die Hälfte habe ich ja schon geschafft.
Während ihrer Abwesenheit habe ich mehr als je zuvor gemerkt, wie unglaublich wertvoll die Personen in meiner Umgebung so sind. Mein wundervolles Weib, z.B., das ich unglaublich liebe und die ich jede Woche sehe - und die mir richtig gut tut.
Gestern hat mich die Mutter eines meiner Tanzkinder gefragt, wieso ich denn in Magdeburg bleiben möchte und ich hab mein Weib angesehen, die neben mir stand und meinte "Früher wollte ich immer weg hier aber in letzter Zeit ist so viel passiert, das mich hier hält." und im Nachhinein musste ich innerlich darüber lächeln, weil es so wahr ist.
Ich kann jeden Menschen verstehen, der nach der Schule nicht mehr zu Hause wohnen möchte, klar, das selbe wollte ich ja vor ein paar Jahren auch noch. Aber wenn ich daran denken würde, all das hier zu verlassen, diese Bequemlichkeit und dieses Willkommen-Gefühl, das einem nur sein zu Hause bieten kann, denke ich, würde ich etwas vermissen. Und dann wäre da ja auch noch N., den ich um nichts in der Welt hier zurück lassen würde.

Und dann wäre da noch ...

Ich freue mich riesig darüber, dass du P. kennen gelernt hast und ich habe versucht mich daran zu erinnern, wann du mir das erste Mal von ihm erzählt hast und ob oder in welcher Weise du da noch mit A. zu tun hattest und ich habe mich an mein Mary-Sue-Rollenspiel erinnert - Kiaras Welt. Ich weiß nicht, ob du es jemals gelesen hast oder wusstest worum es ging aber in Grundzügen war es ja eine Twilight-FanFiction in der die Protagonistin, eine Gastaltwandlerin, sich auf Seth geprägt hat  und andersherum aber trotz alledem eine Beziehung mit Quil angefangen hat und naja, es war halt ne FanFiction, in Rpg-Welten kann alles passieren und alles ist möglich und es kam mir damals so unglaublich unwahrscheinlich vor aber denkst du, dass man sich in jemanden verlieben kann, auch wenn man bereits jemand anderen liebt?
Wie war das bei dir und A.? Da müssen wir auf jeden Fall mal drüber quatschen. Es interessiert mich unheimlich.
Ich weiß auf jeden Fall zu schätzen, dass du an meinem Geburtstag an mich gedacht hast. Ich denke auch an dich, jedes Silvester und wie das Feuerwerk nur für dich strahlt, für meinen kleinen Schmetterling.
Nächste Woche ist bei uns Mottowoche und Freitag der letzte Schultag. Feiert ihr das auch so in Österreich? Bei uns jedenfalls treffen sich alle Abiturienten im Stadtpark zu einem riesengroßen Feier und anschließendem Besäufnis und man kann davon ausgehen, da das hier Magdeburg ist, dass man an diesem Tag jedem Menschen begegnen wird, den du überhaupt kennst und deshalb läuft man eigentlich den ganzen Tag nur rum, tranzt, trinkt und sucht nach seinen Freunden. Ich freue mich riesig drauf und ich werde dir, wenn ich daran denke, Bilder schicken von der Mottowoche.

Ich denke ganz fest an dich und die Schmetterlinge in meinem Herzen tanzen immer noch vor Freunde über deinen Post und dieser schönen Überraschung, die dich so glücklich gemacht hat und ich liebe dich dafür, das du sie zum tanzen bringen kannst.

Auf das du noch viele weitere schöne Überraschungen in diesem Jahr erlebst!
~Evoliette

Sonntag, 3. April 2016

Schmetterlingsflügelschläge. Im Bauch.

Dear Hanna.

Ich hatte eigentlich vor, zu deinem Geburtstag hier etwas zu verfassen, um dir zu zeigen, dass jemand auf dieser großen weiten Welt an dich denkt und sich um dich Gedanken macht und dich immer noch, nach all den Jahren, gerne hat und die Verbindung zu dir schätzt. Leider ist es mir bis jetzt noch nicht gelungen, diesen geplanten Post auch in die Tat umzusetzen und dieser hier wird jetzt auch nicht das, was ich vorhatte - aber ich hoffe, das macht dir nichts aus. Dennoch, vorweg: Auch hier noch einmal alles Gute zum Geburtstag, meine wunderbare Hanna. Ich habe dich so gern - und ich bin so froh, diese Verbindung zu dir zu haben, die, wie ich glaube, nichts so leicht kaputt machen wird. Sie ist so stark, trotz all der Jahre, trotz der Entfernung. Ich kann dir niemals genug dafür danken, dass ich dich in meinem Leben wissen darf. Aber: Danke. Danke dafür.

Eigentlich wollte ich dieses Ereignis auf meinem eigenen Blog posten, aber bevor ich überhaupt anfangen konnte zu tippen, überkam mich der Drang, es dir hier zu schildern. Ich habe dir sicher schon von diesem Menschen erzählt, nennen wir ihn einfach P. - diesen Menschen, in den ich mich Hals über Kopf verliebt habe und mit dem ich unheimlich viel Spaß habe. Der mich zum Lächeln bringt, immer und immer wieder. Dieser Mensch jedenfalls hat, ebenso wie ich, momentan Urlaub. Er hatte überlegt, in Dresden vorbeizuschauen, während ich hier bin, um mich und die Freunde, bei denen ich nächtige, zu besuchen. Leider hatte er schließlich doch keine Zeit dafür, aus Gründen. Das war sehr schade, aber ich fuhr trotzdem guter Dinge nach Dresden.

Ich lasse jetzt die Schattenseiten meines Besuches hier aus - nicht alles war schön. Aber ich glaube, du kannst dir vielleicht schon denken, was passiert ist: Genau das! Katharina und Daniel, die beiden Freunde, bei denen ich übernachtete, luden mich zu Daniel in seine WG ein, um zu kochen und gemeinsam zu Abend zu essen. Und als sie so überlegten, was es denn nun geben sollte, fiel zum Beispiel der Satz: "Wir müssen für fünf oder sechs Personen kochen..." Ich stand da: Wir sind zu dritt, Daniels Mitbewohner ist auch noch da, dann wären wir zu viert - wer ist der Rest? Und als Katharina mich auch noch aufforderte, meinen Schleich-Panda (diese Viecher, die es zu kaufen gibt, kennst du die? Ich sammle sie und ich habe mir am Freitag einen Panda gekauft) doch mit zu Daniel zu nehmen, wurde ich schon verdammt skeptisch. Aber ich sagte mir immer wieder vor, dass P. sicher nicht kommen würde. Das war unmöglich! Ich hatte mir in den vergangenen Monaten so oft gewünscht, dass er einfach auftauchte, und natürlich ist es nie passiert! Warum sollte es also jetzt passieren? Ach, Ines, mach dir keine falschen Hoffnung, schäle deine verdammten Kiwis und pass auf, dass deine Gedanken nicht abschweifen.

Und dann hat es an der Tür geklingelt. Und. Ja. Dann stand natürlich P. da, einfach so, neben mir, und hat mich angegrinst. Und Katharina und Daniel, die natürlich eingeweiht waren, haben auch blöd gegrinst. Und ich habe irgendwann, nach ein paar Stunden, als die Schockstarre sich verabschiedet hatte, auch blöd gegrinst. Und habe dann erfahren, dass eigentlich ein Sonntagsfrühstück mit ihm geplant war, er aber überraschenderweise doch schon früher Zeit hatte. Und - er hat mir Osterschokolade und Nougat mitgenommen und er hat mich umarmt und ich kann gar nicht glauben, dass das wirklich passiert ist. Ich liege gerade in dem Bett, in dem er geschlafen hat, und er ist schon weg und ich fass es nicht. Ich fass es einfach nicht. Er war echt da. Und hat mich überrascht. Kannst du das fassen? Also, wahrscheinlich, aber ich nicht. Fuck. Das zu schreiben ist schon so - wow.

Und in 12 Tagen sehe ich ihn wieder. Und er war so lieb zu mir. Und ich wollte dir das jetzt schreiben, weil es mich so überwältigt hat und ich diese Freude mit dir teilen wollte. Jetzt werde ich ein bisschen Osterschokolade fressen und später zu Katharina und Daniel schauen und - er war wirklich da. :) Jetzt fährt er übrigens gerade nach Magdeburg, also falls du ein Motorrad durch die Straße tuckern hörst, wird er das gewesen sein. Ich mag dich. Mehr dazu? Skype. Hab dich lieb. Leben ist schon verdammt schön manchmal, oder?

♥ Ines.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Immer höher hinaus

Liebe Ines,
zurzeit haben wir in Ethik die Philosophie von Immanuel Kant im Vergleich zu anderen Philosophen. Ich weiß noch, dass mir dieses Thema, die Denkweise dieses Menschen damals unglaublich geholfen hat als es darum ging, wie ich mit AE am besten weiterleben möchte.
Es ist immer sehr schwierig, wenn sich zwischenmenschliche Beziehungen so plötzlich ändern. An einem Tag hat dir ein Mensch alles bedeutet und am nächsten Tag soll er einfach so vollkommen aus deinem Leben verschwinden? Wie kann so etwas sein?

Ich habe in den letzten Tagen viel gelesen. Am Zocken, was sonst den größten Teil meines Tages ausgemacht hat, liegt mir nicht mehr allzu viel und ich mache es noch eher Freunden zuliebe als um mir selbst die Zeit zu vertreiben. Statt dessen habe ich ein paar alte Chats gelesen, in Schulbüchern herumgekramt und ab und an ein paar weitere Kapitel von "Anna Karenina", womit ich schleppend vorankomme. Vor allem aber habe ich mich auf die Beziehung zu einem bestimmten Menschen konzentriert. Du meintest mal zu mir, dass es dich glücklich macht in unseren alten Posts rumzuschmökern wenn wir gerade Perioden haben, in denen wir nicht so viel schreiben und ich dachte mir, genau das versuche ich auch einmal. Denn bei manchen Menschen tun solche Phasen, in denen sich niemand meldet mehr weh, als bei anderen... egal wie lang oder kurz sie sein mögen.

Jedenfalls habe ich mich hingesetzt und die allererste Konversation gelesen, die ich mit meinem neu gewonnenen Freund über Whatsapp geführt habe und dann die folgenden und während ich in den ersten Passagen noch herzlichen grinsen musste erlosch es irgendwann und wurde von den Spuren der Realität überdeckt, die uns seit dem eingeholt hat.

In meinem Blog habe ich auch gelesen und weißt du was mir aufgefallen ist? Ich führe dieses 'virtuelle Tagebuch' seit 5 Jahren und ich habe den Eindruck, dass es immer und immer wieder um ein und das selbe Thema geht: Verlust.
Es liest sich alles so, als ob ich glücklich bin mit den Menschen in meiner Umgebung und der derzeitigen Situation für eine kleine Weile - meistens ein halbes Jahr - und dann plötzlich sind diese Menschen weg und ich kämpfe noch Monate danach mit der Verarbeitung dessen. Immer wieder scheine ich mir über die Jahre die Frage zu stellen, weshalb niemand bleibt und immer wieder lasse ich mich auf Menschen ein um dann enttäuscht zu werden und alles davon halte ich auf ~Evoliette fest.

Wenn man mein Leben also als ein einziges auf und ab und kommen und gehen von geliebten Menschen bezeichnen kann, befinde ich mich zurzeit wohl auf einem 'ab', auf einem 'gehen', denn ein halbes Jahr ist exakt wieder um und Menschen beginnen zu gehen - nicht alle, Gott sei Dank nicht annähernd alle, aber eine einzige Person reicht aus um die Zweifel wieder hervor zu kramen und mich zu diesem Menschen zu machen, zu dem ich in den letzten Tagen wieder geworden bin.

Natürlich beginnt man sich irgendwann nicht mehr nur die Frage zu stellen, weshalb Menschen gehen, sondern wieso sie überhaupt kommen. Wieso lässt man Menschen, neue Menschen, die in der Lage sind wieder zu gehen, dich zu verletzen und andere Dinge zu tun, die dich unglücklich machen könnten überhaupt in sein Leben, wenn man doch sehr glücklich ist mit der derzeitigen Situation?
Und genau mit dieser Frage sind wir wieder bei Immanuel Kant und dem Ethikunterricht.
Aristoteles soll wohl mal gemeint haben, der Mensch hat einen natürlichen Egoismus, aber er ist ein zoon politikon, ein gesellschaftliches Wesen. Wir können also nicht ohne andere Menschen leben, okay, das kann ich verstehen. Daran gibt es nichts weiter zu erklären, denn ohne die Gemeinschaft und das Weitervermitteln von Wissen kann es keinen Fortschritt geben. Aber weißt du, was noch erforderlich ist um einen Fortschritt voran zu treiben? Das Wollen, das ewige Streben nach mehr und genau darum geht es.

Wenn Menschen als kleine Raupen geboren werden und irgendwann ihre eigene Persönlichkeit entwickeln und den Weg finden, den sie gehen wollen, dann werden sie zu Schmetterlingen. Vielleicht sind sie dann immernoch veränderlich, verändern mal ihre Flügelfarbe, ihre Flügelform aber die Frage ist, was sie tun, wenn sie zu Schmetterlingen geworden sind. Sie fangen natürlich an zu fliegen. Und Menschen wollen immer mehr als sie haben. Sie fliegen höher und immer höher hinaus und haben sie einmal erreicht, was sie wollen, dann wollen sie auch schon das nächste.

Letzten Sommer war ich glücklich mit meiner Situation. Ich hatte den besten Sommer überhaupt und war ein vollkommener Schmetterling. Dann folgten Ereignisse, die mich dazu gebracht haben höher zu fliegen, als ich es jemals für möglich gehalten hätte und dann als die Luft zu dünn wurde bin ich wieder auf die Höhe herabgesunken, auf der ich letzten Sommer war. Nur, dass sie mir jetzt gar nicht mehr so vollkommen vorkommt, weißt du, was ich meine?
Ich weiß auch nicht ob du Anna Karenina schonmal gelesen hast, ich hab damit angefangen irgendwann gegen Weihnachten, als noch alles in Ordnung war und ohne auch nur in Ansätzen zu wissen, worum es geht und mittlerweile weiß ich, dass es um eine Frau geht, die ein scheinbar perfektes Leben führt, eine Familie, die sie liebt, eine Menge Freunde, Erfolg und Charisma. Sie könnte alles im Leben erreichen und dann auf einem Ball verliebt sie sich ganz plötzlich und alles, was vorher ihr Leben ausgemacht hat erscheint ihr plötzlich mangelhaft und du kannst dir vorstellen, dass ein solches Buch mir in meiner derzeitigen Situation nicht gerade weiterhilft. Normalerweise helfen Bücher mal von meinen Problemen Abstand zu nehmen und versetzen mich nicht mitten rein.

Eigentlich will ich dir also sagen, dass ich zurzeit sehr glücklich bin mit allem, was ich habe und auch keinen Menschen kenne, mit dem ich würde tauschen wollen aber es da trotzdem dies kleinen Sachen gibt, die mich zweifeln lassen und dass es Menschen gibt, die ich sehr sehr vermisse.

Ich hab dich lieb und ich hoffe es geht dir gut.
~Evoliette