Dienstag, 25. Juni 2013

Schmetterlingseffekt

Dear Itsu,
kennst du die Chaos Theorie?
Diese beiden Worte irrten mir im Kopf herum, also habe ich mir Wikipedia vorgenommen und beschlossen heraus zu finden, was es damit auf sich hat.
Ich weiß nicht, woher sie so plötzlich kamen, aber sie passten wie die Faust aufs Auge zu meinem derzeitigen Gefühlszustand.

Die Chaos Theorie, auch bekannt als der Schmetterlingseffekt bezeichnet die Tatsache, dass eine winzige, sei es auch noch so kleine Abweichung eine verheerende Wirkung auf das große und ganze haben könnte.

Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?

Es gibt auch Filme, die diesen Namen tragen "Butterfly Effect". Ich habe davon gehört aber keinen gesehen, du vielleicht? Ich habe es mir auf jeden Fall vorgenommen.

Eigentlich wollte ich dieses Blogeintrag auf ~Evoliette schreiben, er sollte Chaos Theorie heißen, doch ich hatte überlegt, dass das vielleicht zu privat ist, um es zu veröffentlichen. Doch als ich "Schmetterlingseffekt" auf Wikipedia gelesen hatte, wusste ich natürlich sofort wohin mit meinen Gedanken - zu dir!

Gestern ist mir klar geworden, dass ich schon wieder alles auf eine Karte gesetzt habe, den gleichen Fehler gemacht habe wie immer. Ich habe mir schon vorher darüber Gedanken gemacht, als ich im Begriff war, es zu tun, aber ich habe es trotzdem getan und jetzt zahle ich den Preis dafür.
Dabei hat sich SO viel überhaupt nicht geändert, nicht augenscheinlich zumindest.
Es ist ein Gefühl, dass ich verloren habe, ein Gefühl, dass ich mit Worten nicht zu beschreiben vermag aber ohne welches ich mich einfach nur allein fühle. 

Ich bin kein Mensch, der sein Leben plant oder groß darüber nachdenkt, bevor er es tut. Ich mache es einfach, ich mache Fehler und ich büße dafür und ich verzeihe sie nicht, niemals.  
Aber es gibt gewisse Dinge, von denen geht man einfach aus, wenn man so lebt. Zum Beispiel bin ich davon ausgegangen, dass meine derzeitigen Freundschaften, oder sagen wir der Großteil davon, ein Ende nehmen wird, sei es nun früher oder später. Aber es gibt Freundschaften, in die ich mehr Hoffnung setzte, als in Andere, die Freundschaft zu dir, z.B., die zu Lucy, zu meinem Kleinen. Freundschaften, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie nicht allzu schnell enden würden, sondern die ich so lange wie möglich in meinem Herzen tragen wollte.
In den letzten Tagen hat sich dann gezeigt, wie falsch ich damit gelegen habe, denn in einer Freundschaft gibt es so viele Faktoren, ZU viele, die alles beeinflussen und schon die aller kleinste Abweichung kann alles zerstören und mein Leben, wie es jetzt ist, ändern. 
Der kleinste Fehler und sei es auch nur ein Gedanke, der heran wächst und zu einer Vorstellung wird, kann mein Leben zurück ins Chaos stürzen und ich muss damit rechnen, dass das jederzeit geschehen kann, denn passiert ist es mir schon oft genug.

Ich möchte mich nicht so fühlen wie jetzt, so als wäre etwas zerbrochen und trotz aller Bemühungen kann man es nicht wieder so zusammen setzten wie es war und es fühlt sich schlecht an, nicht richtig. Es fühlt sich einsam an ... schrecklich einsam. Und gestern abend, da war ich wieder an dem Punkt, an dem Punkt, an dem ich letztes Jahr schon einmal war und an den ich nie wieder zurück wollte: Am Punkt, an dem man darüber nachdenkt alles hin zu schmeißen, die Seile, die zwischen dir und deiner Umwelt liegen zu kappen und sich wieder zu isolieren, zu existieren, nicht zu leben ... nur, damit einem soetwas ja nie wieder passiert, damit man nie wieder diesen Schmerz fühlen muss und nie wieder die Fehler, diese Ohnmacht zu spüren bekommt. 

Ohnmacht und Einsamkeit, dass sind die schlimmsten Gefühle, schlimmer als Schmerz, denn allen Schmerz der Welt, kann man ertragen solange jemand da ist, der dir hilft wieder auf die Beine zu kommen und selbst Schmerzen zu erleiden ist besser, als dabei zusehen zu müssen, wie Unheil auf dich, oder auf Andere zu kommt ohne die Macht zu haben, es ab zu wenden. 

In meiner kleinen Welt hat gerade ein Schmetterling mit seinen Flügeln geschlagen.
~Evoliette