Dear Itsu
Ich kam gerade von nem (meinem ersten) Wochenendtrip durch den Harz zurück.
Wir haben viel gemacht, waren eigentlich die ganze Zeit unterwegs so wie sich das, denke ich, gehört und es war unglaublich aufregend. Jedenfalls... als ich zurück kam und in einer ruhigen Minute an N's PC saß hab ich mehr als alles andere gehofft, dass du mir geschrieben hast. Ich hab deine Briefe einfach schon wieder vermisst und umso mehr hab ich mich gefreut, dass du mir einen Post geschrieben hast.
Zuerst einmal, bestelle A. und D. einen allerliebsten Gruß von mir und puste deinen Finger damit er schneller heilt, weil ich das normalerweise tun würde, wenn ich jetzt bei dir wäre.
Ich schreibe hier fürchterlich langsam weil die Atmosphäre einfach nicht stimmt. Niclas redet mit mir und manchmal kommt jemand aus seiner Familie rein und will was und ich höre Musik von Shakira im Hintergrund weil ich diese Frau vergöttere seit ich denken kann und das neue Album noch nicht kenne. (Ich wünschte N. würde sich zu mir setzten und mich knuddeln anstatt unten auf dem Boden mit dem Laptop zu zocken.)
Aber um zum eigentlichen Thema zurück zu kehren: Ich habe mich sehr über deinen Brief gefreut und bin ein ums andere glücklich, dich als meine Freundin zu haben. Du hast einen Platz in meinem Herzen. Ich hab dich lieb! <3 (und die Corsage ist der Hammer! (Klammer-in-der-Klammer: tut das nicht weh so riesige Möpse in ein so enges Kleidungsstück zu stopfen? o.o) Klammer-in-der-Klammer-Ende)
N. kennt (im Gegensatz zu mir) Dresden und hat die Zitronenpresse sofort erkannt, mir gefällt das Gebäude auch. Ich bin gespannt darauf es vllt. irgendwann mal von Innen zu sehen.
(N. will, dass ich mich mit dem Schreiben beeile damit ich mit ihm zocken kann .... wie so ein kleines Kind das beschäftigt werden möchte...)
Normalerweise wäre ich heute von dem Trip aus sofort 'nach Hause' gefahren aber ich habe mein möglichstes getan es noch heraus zu zögern und so kommt es, dass ich jetzt noch eine Nacht bei meinem Freund zu Hause rumlummer, bevor wir uns die nächste Woche nicht mehr jeden Tag sehen, denn er hat Fahrschule und ich ... ich hab vielleicht Modeschule ... oder so. Mal sehen was ich mache. Bestimmt schreib ich dir oft. Hoffentlich höre ich weiterhin so regelmäßig von dir und hoffentlich kommen dir die letzten 3 Wochen wie eine kleine Ewigkeit vor.
Ich für meinen Teil habe heute auch eine kleine Ewigkeit erlebt, ein ewiglicher Moment. Ich bin heute das erste mal in meinem Leben auf einem Motorrad mitgefahren. N's Vater hat eins, eine Honda Shadow, eine wunderschöne Maschine und ... hey, N. kommt gerade tatsächlich an um mit mir zu kuscheln... ^-^ *jeay* ... ich dachte ich würde total Angst haben vor allem wenn es sich in den Kurven neigt aber tatsächlich war es unheimlich schön und man nimmt die Geschwindigkeit gar nicht war wenn sich einem ein wunderschönen Anblick auf einen See mitten im Wald eröffnet. Ich weiß nicht... es war jedenfalls fantastisch und ich hoffe wir können das bald nochmal wiederholen. Man fühlt sich so frei ... auch wenn sich die Motorradklamotten anfühlen wie so ein Schneeanzug, den kleine Kinder tragen wenn man sie zum Spielen im Winter in den Schnee schickt (was ich zugegebenermaßen immer sehr gern getragen habe, man fühlt sich warm und geborgen). So viele neue Eindrücke in den letzten Tagen und meine Gedanken sind gerade bei dir.
Echt schade, dass wir uns dieses Jahr nicht mehr sehen können ... aber nächstes Jahr, nächstes Jahr ganz bestimmt!
Vergiss nicht die Grüße auszurichten, deinen Finger zu bepusten und dir in Erinnerung zu rufen, wie lieb du von hier, von Magdeburg aus oder woimmer ich mich gerade aufhalte gehabt wirst!
~Evo
Sonntag, 27. Juli 2014
Donnerstag, 24. Juli 2014
[Butterfly Diary] Drei
Dear Hanna.
In drei Wochen werde ich mein Zuhause erneut verlassen, in einen Zug steigen und zurück nach Österreich fahren. Wenn ich daran denke, kommt Traurigkeit in mir auf, aber weniger als ich eigentlich zuvor dachte. Hier spüre ich eine Stärke in mir, die neu ist und an die ich mich erst gewöhnen muss. Ich fühle mich irgendwie bereit dazu, zurück zu meiner Familie zu fahren. Ich fühle mich bereit dazu, das letzte Jahr in Angriff zu nehmen und zu kämpfen, um mir meinen Traum zu erfüllen und nach Dresden ziehen zu können. Ich weiß, dass es nicht leicht werden wird, mich gegen meine Eltern zu behaupten und auch noch das Abitur zu machen, aber ich fühle mich gerade so stark. Ich habe auch Angst in manchen Momenten, aber ich fühle, dass ich das schaffen kann. Ich schaffe es noch, ein Jahr lang, und dann wohne ich endlich da, wo mein Herz ist.
Viel ist nicht passiert, während ich dir nicht geschrieben habe. Das Praktikum ist anstrengend und es ist sehr schwer für mich, mich darauf einzustellen. Manchmal ist es langweilig, in anderen Momenten muss ich Dinge tun, die ich besser nie in meinem Leben tun wollte. Vor allem der Frühdienst macht mich einfach fertig, das frühe Aufstehen ist einfach gewöhnungsbedürftig und ich schaffe es nicht, mich daran zu gewöhnen. Es klappt einfach nicht. Zum Glück habe ich A, der mich aufweckt, damit ich früh genug aus dem Haus komme. Ohne ihn würde ich dauernd verschlafen. :D
Letztes Wochenende waren wir auf dem Sommerfest von Freunden. Es war irgendwie überwältigend, so vielen fremden Menschen auf einmal gegenüberzustehen, aber das Essen war lecker und ein paar der Leute echt nett. Auch wenn ich gemeinhin nur "As Süße" war. Ich habe Leute kennengelernt, auf die ich lieber verzichten möchte, aber das erzähle ich dir ein anderes Mal. Das ist zum Schreiben zu viel und auch zu privat. Auf jeden Fall hatte ich trotz allem ein bisschen Spaß und habe den letzten Rest Tiramisu gegessen. War so lecker, ich liebe Tiramisu.
Diese Woche ist etwas mehr passiert. Am Mittwoch hatte D ihre Operation und genau an dem Tag bin ich mit geschwollenem Mittelfinger aufgewacht. Wahrscheinlich hatte ich mich irgendwo angehaut und es nicht mitbekommen, aber er war auf jeden Fall geschwollen und ich konnte ihn kaum abbiegen. Das war Schicksal, weil ich D sowieso begleiten wollte. Auf jeden Fall bin ich erstmal zu meiner Arbeit und habe dort nachgefragt, wo ich hinkann wegen meinem Finger. Dann bin ich zurück nach Hause gefahren, um dann wieder mit D und A wieder zurückzufahren, um sie zur OP zu begleiten. Nach ihrem Beruhigungsmittel und einem "Ich fliege" sind wir dann rausgeschickt worden und erstmal zur Notaufnahme. Die haben mich zu einer anderen Notaufnahme geschickt und die haben mir wiederum eine Liste mit orthopädischen Praxen in die Hand gedrückt, weil sie so überfüllt waren. Also erstmal mit dem Bus wieder fast nach Hause, um dort in einer Praxis zu erfahren, dass die nur Akutpatienten aufnehmen. Also ganz nach Hause, zehn Minuten zur nächsten Artzpraxis laufen, dort zum Orthopäden, die meinten, ich soll zum Hausarzt. Also zu As Hausarzt im gleichen Haus gegangen, dort erstmal eine halbe Stunde gewartet, bis ich drankam.
Bekommen habe ich Ibuprofen, einen Krankenschein für diese Woche und die Diagnose Arthritis. War sehr lustig, aber okay. Ich tippe darauf, dass ich mir den Finger entweder irgendwo angehaut habe oder er einfach überbelastet ist. Mein ganzer Arm hat gestern ein bisschen wehgetan, also war es wohl letzteres. Ich schone den jetzt erstmal und dann schaue ich mal weiter.
Auf jeden Fall war ich dann im Krankenhaus und wir durften zu D, die dann langsam aus ihrer Narkose aufgewacht ist. Und es war so lieb und ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich gefühlt habe, irgendwo zwischen Mitleid und Erleichterung und einfach nur Erschöpfung. Inzwischen geht es ihr wieder prima, sie bekommt auch Ibuprofen und schläft sehr viel. Ich übrigens auch - die halbe Tablette heute Früh hat dazu geführt, dass ich todmüde war und am Nachmittag erstmal in einen Schlaf verfallen bin, von dem ich immer noch nicht ganz wach bin. Ich bin Schmerzmittel einfach nicht gewöhnt, haha. Was soll ich sagen.
Der schönste Moment gestern war aber, als wir im Aufzug standen, nur D und ich, und ich sie gestützt hatte, weil sie noch nicht so gut laufen konnte. Da hat sie mich auf die Stirn geküsst und mich umarmt und mir gesagt: "Du bist die liebste kleine Schwester, die man sich wünschen kann" und da bin ich einfach nur in Tränen ausgebrochen. Ich habe so geheult.
Und ich bin so glücklich, hier zuhause zu sein, Hanna, ich bin so glücklich.
Ich hab dich lieb,
Itsu
In drei Wochen werde ich mein Zuhause erneut verlassen, in einen Zug steigen und zurück nach Österreich fahren. Wenn ich daran denke, kommt Traurigkeit in mir auf, aber weniger als ich eigentlich zuvor dachte. Hier spüre ich eine Stärke in mir, die neu ist und an die ich mich erst gewöhnen muss. Ich fühle mich irgendwie bereit dazu, zurück zu meiner Familie zu fahren. Ich fühle mich bereit dazu, das letzte Jahr in Angriff zu nehmen und zu kämpfen, um mir meinen Traum zu erfüllen und nach Dresden ziehen zu können. Ich weiß, dass es nicht leicht werden wird, mich gegen meine Eltern zu behaupten und auch noch das Abitur zu machen, aber ich fühle mich gerade so stark. Ich habe auch Angst in manchen Momenten, aber ich fühle, dass ich das schaffen kann. Ich schaffe es noch, ein Jahr lang, und dann wohne ich endlich da, wo mein Herz ist.
Viel ist nicht passiert, während ich dir nicht geschrieben habe. Das Praktikum ist anstrengend und es ist sehr schwer für mich, mich darauf einzustellen. Manchmal ist es langweilig, in anderen Momenten muss ich Dinge tun, die ich besser nie in meinem Leben tun wollte. Vor allem der Frühdienst macht mich einfach fertig, das frühe Aufstehen ist einfach gewöhnungsbedürftig und ich schaffe es nicht, mich daran zu gewöhnen. Es klappt einfach nicht. Zum Glück habe ich A, der mich aufweckt, damit ich früh genug aus dem Haus komme. Ohne ihn würde ich dauernd verschlafen. :D
Letztes Wochenende waren wir auf dem Sommerfest von Freunden. Es war irgendwie überwältigend, so vielen fremden Menschen auf einmal gegenüberzustehen, aber das Essen war lecker und ein paar der Leute echt nett. Auch wenn ich gemeinhin nur "As Süße" war. Ich habe Leute kennengelernt, auf die ich lieber verzichten möchte, aber das erzähle ich dir ein anderes Mal. Das ist zum Schreiben zu viel und auch zu privat. Auf jeden Fall hatte ich trotz allem ein bisschen Spaß und habe den letzten Rest Tiramisu gegessen. War so lecker, ich liebe Tiramisu.
Diese Woche ist etwas mehr passiert. Am Mittwoch hatte D ihre Operation und genau an dem Tag bin ich mit geschwollenem Mittelfinger aufgewacht. Wahrscheinlich hatte ich mich irgendwo angehaut und es nicht mitbekommen, aber er war auf jeden Fall geschwollen und ich konnte ihn kaum abbiegen. Das war Schicksal, weil ich D sowieso begleiten wollte. Auf jeden Fall bin ich erstmal zu meiner Arbeit und habe dort nachgefragt, wo ich hinkann wegen meinem Finger. Dann bin ich zurück nach Hause gefahren, um dann wieder mit D und A wieder zurückzufahren, um sie zur OP zu begleiten. Nach ihrem Beruhigungsmittel und einem "Ich fliege" sind wir dann rausgeschickt worden und erstmal zur Notaufnahme. Die haben mich zu einer anderen Notaufnahme geschickt und die haben mir wiederum eine Liste mit orthopädischen Praxen in die Hand gedrückt, weil sie so überfüllt waren. Also erstmal mit dem Bus wieder fast nach Hause, um dort in einer Praxis zu erfahren, dass die nur Akutpatienten aufnehmen. Also ganz nach Hause, zehn Minuten zur nächsten Artzpraxis laufen, dort zum Orthopäden, die meinten, ich soll zum Hausarzt. Also zu As Hausarzt im gleichen Haus gegangen, dort erstmal eine halbe Stunde gewartet, bis ich drankam.
Bekommen habe ich Ibuprofen, einen Krankenschein für diese Woche und die Diagnose Arthritis. War sehr lustig, aber okay. Ich tippe darauf, dass ich mir den Finger entweder irgendwo angehaut habe oder er einfach überbelastet ist. Mein ganzer Arm hat gestern ein bisschen wehgetan, also war es wohl letzteres. Ich schone den jetzt erstmal und dann schaue ich mal weiter.
Auf jeden Fall war ich dann im Krankenhaus und wir durften zu D, die dann langsam aus ihrer Narkose aufgewacht ist. Und es war so lieb und ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich gefühlt habe, irgendwo zwischen Mitleid und Erleichterung und einfach nur Erschöpfung. Inzwischen geht es ihr wieder prima, sie bekommt auch Ibuprofen und schläft sehr viel. Ich übrigens auch - die halbe Tablette heute Früh hat dazu geführt, dass ich todmüde war und am Nachmittag erstmal in einen Schlaf verfallen bin, von dem ich immer noch nicht ganz wach bin. Ich bin Schmerzmittel einfach nicht gewöhnt, haha. Was soll ich sagen.
Der schönste Moment gestern war aber, als wir im Aufzug standen, nur D und ich, und ich sie gestützt hatte, weil sie noch nicht so gut laufen konnte. Da hat sie mich auf die Stirn geküsst und mich umarmt und mir gesagt: "Du bist die liebste kleine Schwester, die man sich wünschen kann" und da bin ich einfach nur in Tränen ausgebrochen. Ich habe so geheult.
Und ich bin so glücklich, hier zuhause zu sein, Hanna, ich bin so glücklich.
Ich hab dich lieb,
Itsu
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| Die wunderschöne Zitronenpresse: Mein Lieblingsgebäude in Dresden. |
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| Ich hatte im Bus zur Arbeit ein bisschen Langeweile. |
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| Mein allerliebstes Lieblingskorsett ist da und es passt mir so gut und ich will es nicht mehr ausziehen. |
Freitag, 11. Juli 2014
[Butterfly Diary] zwei
Dear Hanna.
11 Tage sind seit meinem letzten Bericht vergangen. Ich weiß schon gar nicht mehr, was wir alles getrieben haben, aber ich kann dir weiterhin sagen, dass es mir unheimlich gut geht. Das Praktikum ist zwar hart und anstrengend, aber ich kämpfe mich durch, und hier, mit A und D, fühlt sich die Welt unheimlich schön und groß an, und ich stecke mittendrin im Leben und genieße es. Himmel, ich kann dir gar nicht beschreiben, was ich fühle. Ich bin einfach glücklich.
Wir waren inzwischen etwa fünfzigtausend Mal essen. Ich habe nicht von jedem kleinen Scheiß Fotos gemacht [weil ich auch nicht immer mein Handy mithatte], aber wir waren letzten Donnerstag beim Japaner und am Sonntag beim Griechen und gestern in einem Café. War alles unheimlich lecker! Früchteeis habe ich mir auch gegönnt, und heute habe ich eine Pizza und Meeresfrüchte [diese leckere belgische Schokolade] mitgehen lassen. D kam diese Woche zu uns und wir haben eine Runde Monopoly gespielt, die ich natürlich mal wieder verloren habe, wer hätte es gedacht. Es war echt lustig, ich bin irgendwie daran gewöhnt, der Pechvogel zu sein.
Das Praktikum ist anspruchsvoll. Es ist ja ein Pflegepraktikum in einem Krankenhaus, das heißt, dass ich den Krankenschwestern unterstehe und ihnen bei ihrer Arbeit helfe. In meinem Arbeitsvertrag steht ziemlich genau, was ich tun darf und zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich quasi Mädchen für alles bin, das aber, natürlich, nichts selbstständig machen darf. Das ist natürlich logisch, weil ich keine Ahnung von den Bedürfnissen der Patienten habe.
Diese Woche musste ich jeden Tag um 4 Uhr morgens aufstehen. Ohne André hätte ich das ab Mittwoch nicht mehr geschafft. Die ersten zwei Tage war ich ohnehin so aufgeregt und hatte dadurch einen so leichten Schlaf, dass ich überdreht war, aber danach war ich teilweise noch im Halbschlaf, als ich in den Bus gestiegen bin. Um 6 Uhr fängt dann meine Schicht an, aber bis 7 Uhr sitzen alle über den Akten und ich beschäftige mich damit, Veränderungen zu studieren.
Um 7 Uhr gibt's dann eine Runde durch die Patientenzimmer mit Blutdruck und Temperatur messen [die beiden Sachen darf ich machen] und anderem Zeug. Da gehe ich immer mit einer Schwester mit, die so heißt wie ich. Das dauert dann bis kurz vor 8. Um 9 Uhr kann ich eine halbe Stunde frühstücken gehen mit anderen Schwestern zusammen.
Den Rest des Tages - bis 14 Uhr - erledige ich eigentlich Drecksarbeit. Nachtschränke putzen, Wasserflaschen für die Patienten auffüllen, Enten austauschen, auf ihr Klingeln reagieren oder sie zu diversesten Untersuchungen oder Operationen bringen. Es ist teilweise sehr langweilig, aber fürs Medizinstudium ist das halt notwendig und deshalb beiße ich mich ja durch. Nächste Woche habe ich Spätschicht von 13:30 bis 14:00, also hoffe ich, dass da wenigstens die Müdigkeit wegfällt.
Ich war die Woche eigentlich quasi dauermüde. Ich kann es kaum erwarten, heute ins Bett zu fallen und dann tatsächlich ausschlafen zu dürfen. Das ist so schön, davon werde ich glatt müde. Aber noch gehe ich nicht ins Bett, denn erst einmal möchte ich das hier zu Ende schreiben und dann schreibe ich ein bisschen, habe ich beschlossen. Mal sehen, ob es was wird.
Zum Abschluss will ich dir nämlich noch ein paar Bilder zeigen:
Am Sonntag, dem 6. Juli waren wir auf einem verbotenen Steg an der Elbe und D hatte spontan beschlossen, in Unterwäsche in der Elbe schwimmen zu gehen. Hinterher hatten wir dann leider einen nassen BH und sie fängt sich leicht eine Erkältung ein. Also sind wir in das nahe gelegene Gathaus gegangen, um den BH in einem dieser Händetrockner in den Toiletten zu trocknen. Das war echt peinlich, aber auch verdammt lustig, und der Tag war generell wunderschön. Die Elbe ist so toll.
Mein Lieblingsfoto bis jetzt. Das links ist übrigens deine süße, geliebte Itsuka, als sie gerade ihre Backen aufbläst und versucht, ein süßes Foto kaputt zu machen. Ich mag sowas, haha. Das Foto wurde am Sonntag, dem 29. Juni aufgenommen, als wir zusammen essen waren. Ich hatte einen Yogurt-Waldbeer-Milkshake und Schweinsmedaillons im Speckmantel mit Kartoffelschnee. Das war so lecker! Und überhaupt ist das Café dort unglaublich toll.
D und ich hatten mal beim Einkaufen beschlossen, dass es Zeit für einen kleinen Snack gibt und im Kaufpark gab es gleich im ersten Stock so ein tolles Geschäft, das Frozen Yoghurts anbietet. Da sind wir natürlich gleich hin. Mein Becher war der linke - Schokosoße und Schokosplitter und Kokosraspeln! Mann, das war so lecker, wobei ich auch schon bessere Frozen Yoghurts hatte.
Dieses Foto wurde beim Essen von den oben genannten Frozen Yoghurts aufgenommen. Deshalb sehe ich auf dem auch irgendwie hübsch und süß und zufrieden und befriedigt aus: Weil ich da gerade Essen hatte. Mit Essen kann man mich einfach vollkommen zufrieden stellen, da werde ich wie eine süße kleine schläfrige Miezekatze oder so. Hihi.
Und zu guter Letzt: D und ich im Bus. Wir haben eine ganze Fotostrecke und das hier ist so ziemlich das Einzige, auf dem wir normal aussehen. André hat die Angewohnheit, immer tausendmal zu fotografieren, wenn wir ein gutes Foto haben wollen, und ich fange dann immer an, Grimassen zu schneiden. Das macht Spaß und ruiniert jedes Foto!
Bis zum nächsten Mal und ich hab dich lieb,
Itsu
11 Tage sind seit meinem letzten Bericht vergangen. Ich weiß schon gar nicht mehr, was wir alles getrieben haben, aber ich kann dir weiterhin sagen, dass es mir unheimlich gut geht. Das Praktikum ist zwar hart und anstrengend, aber ich kämpfe mich durch, und hier, mit A und D, fühlt sich die Welt unheimlich schön und groß an, und ich stecke mittendrin im Leben und genieße es. Himmel, ich kann dir gar nicht beschreiben, was ich fühle. Ich bin einfach glücklich.
Wir waren inzwischen etwa fünfzigtausend Mal essen. Ich habe nicht von jedem kleinen Scheiß Fotos gemacht [weil ich auch nicht immer mein Handy mithatte], aber wir waren letzten Donnerstag beim Japaner und am Sonntag beim Griechen und gestern in einem Café. War alles unheimlich lecker! Früchteeis habe ich mir auch gegönnt, und heute habe ich eine Pizza und Meeresfrüchte [diese leckere belgische Schokolade] mitgehen lassen. D kam diese Woche zu uns und wir haben eine Runde Monopoly gespielt, die ich natürlich mal wieder verloren habe, wer hätte es gedacht. Es war echt lustig, ich bin irgendwie daran gewöhnt, der Pechvogel zu sein.
Das Praktikum ist anspruchsvoll. Es ist ja ein Pflegepraktikum in einem Krankenhaus, das heißt, dass ich den Krankenschwestern unterstehe und ihnen bei ihrer Arbeit helfe. In meinem Arbeitsvertrag steht ziemlich genau, was ich tun darf und zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich quasi Mädchen für alles bin, das aber, natürlich, nichts selbstständig machen darf. Das ist natürlich logisch, weil ich keine Ahnung von den Bedürfnissen der Patienten habe.
Diese Woche musste ich jeden Tag um 4 Uhr morgens aufstehen. Ohne André hätte ich das ab Mittwoch nicht mehr geschafft. Die ersten zwei Tage war ich ohnehin so aufgeregt und hatte dadurch einen so leichten Schlaf, dass ich überdreht war, aber danach war ich teilweise noch im Halbschlaf, als ich in den Bus gestiegen bin. Um 6 Uhr fängt dann meine Schicht an, aber bis 7 Uhr sitzen alle über den Akten und ich beschäftige mich damit, Veränderungen zu studieren.
Um 7 Uhr gibt's dann eine Runde durch die Patientenzimmer mit Blutdruck und Temperatur messen [die beiden Sachen darf ich machen] und anderem Zeug. Da gehe ich immer mit einer Schwester mit, die so heißt wie ich. Das dauert dann bis kurz vor 8. Um 9 Uhr kann ich eine halbe Stunde frühstücken gehen mit anderen Schwestern zusammen.
Den Rest des Tages - bis 14 Uhr - erledige ich eigentlich Drecksarbeit. Nachtschränke putzen, Wasserflaschen für die Patienten auffüllen, Enten austauschen, auf ihr Klingeln reagieren oder sie zu diversesten Untersuchungen oder Operationen bringen. Es ist teilweise sehr langweilig, aber fürs Medizinstudium ist das halt notwendig und deshalb beiße ich mich ja durch. Nächste Woche habe ich Spätschicht von 13:30 bis 14:00, also hoffe ich, dass da wenigstens die Müdigkeit wegfällt.
Ich war die Woche eigentlich quasi dauermüde. Ich kann es kaum erwarten, heute ins Bett zu fallen und dann tatsächlich ausschlafen zu dürfen. Das ist so schön, davon werde ich glatt müde. Aber noch gehe ich nicht ins Bett, denn erst einmal möchte ich das hier zu Ende schreiben und dann schreibe ich ein bisschen, habe ich beschlossen. Mal sehen, ob es was wird.
Zum Abschluss will ich dir nämlich noch ein paar Bilder zeigen:
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Mein Lieblingsfoto bis jetzt. Das links ist übrigens deine süße, geliebte Itsuka, als sie gerade ihre Backen aufbläst und versucht, ein süßes Foto kaputt zu machen. Ich mag sowas, haha. Das Foto wurde am Sonntag, dem 29. Juni aufgenommen, als wir zusammen essen waren. Ich hatte einen Yogurt-Waldbeer-Milkshake und Schweinsmedaillons im Speckmantel mit Kartoffelschnee. Das war so lecker! Und überhaupt ist das Café dort unglaublich toll.
D und ich hatten mal beim Einkaufen beschlossen, dass es Zeit für einen kleinen Snack gibt und im Kaufpark gab es gleich im ersten Stock so ein tolles Geschäft, das Frozen Yoghurts anbietet. Da sind wir natürlich gleich hin. Mein Becher war der linke - Schokosoße und Schokosplitter und Kokosraspeln! Mann, das war so lecker, wobei ich auch schon bessere Frozen Yoghurts hatte.
Dieses Foto wurde beim Essen von den oben genannten Frozen Yoghurts aufgenommen. Deshalb sehe ich auf dem auch irgendwie hübsch und süß und zufrieden und befriedigt aus: Weil ich da gerade Essen hatte. Mit Essen kann man mich einfach vollkommen zufrieden stellen, da werde ich wie eine süße kleine schläfrige Miezekatze oder so. Hihi.
Und zu guter Letzt: D und ich im Bus. Wir haben eine ganze Fotostrecke und das hier ist so ziemlich das Einzige, auf dem wir normal aussehen. André hat die Angewohnheit, immer tausendmal zu fotografieren, wenn wir ein gutes Foto haben wollen, und ich fange dann immer an, Grimassen zu schneiden. Das macht Spaß und ruiniert jedes Foto!
Bis zum nächsten Mal und ich hab dich lieb,
Itsu
Montag, 30. Juni 2014
[Butterfly Diary] eins
Dear Hanna.
Seit zwei Tagen bin ich jetzt hier und weil A gerade duschen ist, habe ich beschlossen, dir eine kleine Freude zu machen und mein Versprechen einzulösen: Ich schreibe dir, was bis jetzt passiert ist und das hier auf DearMarySue. Verzeih, wenn der Post nicht lange ist, aber bis jetzt noch nicht viel passiert [zumindest nichts, was ich hier posten könnte]:
Die Zugfahrt war sehr, sehr öde. 7 Stunden lang und ich hatte zu wenig Lesestoff mit. Mein Fehler war nämlich, nur ein einziges Buch einzupacken und da ich 5 Stunden lang durchgelesen habe, war ich dann schon ziemlich bald fertig. Das Buch heißt übrigens Ein ganzes halbes Jahr und die Autorin ist Jojo Moyes und ich kann es dir nur empfehlen, sofern du beim Lesen ein paar Taschentücher bereit hältst. Gott, ich liebe dieses Buch.
Bis jetzt ist noch nicht viel passiert, wie gesagt; wir waren am Sonntag zusammen essen [Waldbeeren-Joghurt-Milkshake und Schweinemedaillons in Speckmantel, lecker, also, getrennt voneinander, natürlich] und an der Elbe und D hat Steine ins Wasser geschmissen, als so eine Art Aggressionstherapie. Allerdings hat die dann einen abrupten Abbruch gefunden, als es plötzlich höllisch zu regnen angefangen hat. Heute war auch wieder so ein richtiger Platzregen, als wir draußen waren, um für D eine Glühbirne zu kaufen. Irgendwie hatten wir bis jetzt noch kein Glück mit dem Wetter, aber das ist auch okay. Ich hoffe, dass sich das noch bessert, damit wir oft in die Stadt oder spazieren gehen können. Ich meine, ich liebe Regenwetter, aber so ein bisschen Sonne wäre auch mal nicht schlecht, findest du nicht?
Hm, was kann ich noch erzählen? Mir geht es gut, so richtig [: Ich bin quasi am Dauergrinsen. Und ich melde mich zwischendurch mal auf Skype, denn auf meiner deutschen Nummer habe ich jetzt auch Internet. Ich bin also nicht ganz weg, freut dich das? Ich hoffe es.
Diesmal gibts noch kein Foto, weil die alle auf Ds Handy sind, aber beim nächsten Mal dann, versprochen!
♥♥♥ itsulu
Seit zwei Tagen bin ich jetzt hier und weil A gerade duschen ist, habe ich beschlossen, dir eine kleine Freude zu machen und mein Versprechen einzulösen: Ich schreibe dir, was bis jetzt passiert ist und das hier auf DearMarySue. Verzeih, wenn der Post nicht lange ist, aber bis jetzt noch nicht viel passiert [zumindest nichts, was ich hier posten könnte]:
Die Zugfahrt war sehr, sehr öde. 7 Stunden lang und ich hatte zu wenig Lesestoff mit. Mein Fehler war nämlich, nur ein einziges Buch einzupacken und da ich 5 Stunden lang durchgelesen habe, war ich dann schon ziemlich bald fertig. Das Buch heißt übrigens Ein ganzes halbes Jahr und die Autorin ist Jojo Moyes und ich kann es dir nur empfehlen, sofern du beim Lesen ein paar Taschentücher bereit hältst. Gott, ich liebe dieses Buch.
Bis jetzt ist noch nicht viel passiert, wie gesagt; wir waren am Sonntag zusammen essen [Waldbeeren-Joghurt-Milkshake und Schweinemedaillons in Speckmantel, lecker, also, getrennt voneinander, natürlich] und an der Elbe und D hat Steine ins Wasser geschmissen, als so eine Art Aggressionstherapie. Allerdings hat die dann einen abrupten Abbruch gefunden, als es plötzlich höllisch zu regnen angefangen hat. Heute war auch wieder so ein richtiger Platzregen, als wir draußen waren, um für D eine Glühbirne zu kaufen. Irgendwie hatten wir bis jetzt noch kein Glück mit dem Wetter, aber das ist auch okay. Ich hoffe, dass sich das noch bessert, damit wir oft in die Stadt oder spazieren gehen können. Ich meine, ich liebe Regenwetter, aber so ein bisschen Sonne wäre auch mal nicht schlecht, findest du nicht?
Hm, was kann ich noch erzählen? Mir geht es gut, so richtig [: Ich bin quasi am Dauergrinsen. Und ich melde mich zwischendurch mal auf Skype, denn auf meiner deutschen Nummer habe ich jetzt auch Internet. Ich bin also nicht ganz weg, freut dich das? Ich hoffe es.
Diesmal gibts noch kein Foto, weil die alle auf Ds Handy sind, aber beim nächsten Mal dann, versprochen!
♥♥♥ itsulu
Samstag, 26. April 2014
Ein paar Flügelschläge entfernt
Dear Hanna.
Als ich bei A. war, habe ich den ersten Schmetterling in diesem Jahr gesehen. Er war gelb, genauso, wie ich mir deine Flügel vorstelle, und obwohl er nur für ein paar Sekunden in meinem Blickfeld war, hat er mich an dich erinnert. Gerade jetzt, wo du so glücklich bist und alles sich zum Guten zu wenden scheint, bist du in meiner Vorstellung ein gelb leuchtender Schmetterling wie der, dem ich begegnet bin. Gelb ist schön und strahlend, ohne aufdringlich zu wirken. Gelb bist du, weil du so schön bist, wenn du glücklich bist. Und das macht mich glücklich.
Meine Ferien waren genauso wunderschön wie es deine wahrscheinlich waren. Ich war endlich wieder bei A. und konnte ihn anfassen, fühlen, umarmen, küssen. Ich konnte 13 wundervolle Tage in seinen Armen verbringen, in denen ich nicht an die Schule, meine Probleme und den Ort denken musste, an dem ich nun wieder bin. Ich konnte 13 Tage lang eine Freiheit ausleben, an die ich jetzt nur noch mit Wehmut zurückdenken kann. Ja, ich bin jetzt wieder an dem Ort, den ich eigentlich "Zuhause" nennen sollte. Aber mein Zuhause ist dort, wo A. ist und er ist nicht hier. Jetzt, wo ich solange weg war, hasse ich einfach jede Sekunde bei meiner Familie. Ich merke, wie ungerne ich eigentlich hier bin und wie wenig ich sie eigentlich mag. Das klingt hart, schließlich ist es meine Familie, aber ... in meinem Herzen ist sie das eben nicht. A. ist meine Familie. Und ich vermisse ihn schrecklich. Ich vermisse ihn so, als hätte ich mir ein Stück meines Herzens rausgeschnitten und bei ihm liegen gelassen. Ich musste weinen, als ich in diesen Zug steigen musste, und mir kommen die Tränen, während ich diese Zeilen schreibe. Ich habe solche Sehnsucht nach ihm, aber ein erneutes Wiedersehen wird es erst wieder im Juli oder August geben. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll. Ich liebe diesen Menschen und jeder Tag ohne ihn ist zur Qual geworden.
Das klingt vielleicht etwas übertrieben. Natürlich kann ich auch mit dieser Fernbeziehung leben, aber ich kann es kaum erwarten, meinen Abschluss zu bekommen und zu ihm zu ziehen. Ich habe einfach unglaubliche Sehnsucht nach ihm. Ich vermisse es, alles an ihm, seinen Geruch, seine Nähe, seine Worte, sein Lachen. Er ist 500 Kilometer entfernt und das macht mich derzeit einfach nur fertig. Es fühlt sich so schrecklich an, nicht mehr jeden Tag neben ihm aufwachen zu können.
Du fragst mich, wie es mir geht? Ich vermisse. Ich habe Sehnsucht. Ich kann nichts dagegen tun. Ich will am liebsten die Schule abbrechen und sofort wegziehen, aber das kann ich nicht. Mir geht es nicht gut, gerade deswegen, und ich hasse jede Sekunde hier, was mein Unwohlsein verstärkt. Ich versuche, damit zu leben, aber es fällt mir unheimlich schwer. Sehr sogar. Aber ... was soll ich tun, außer alles versuchen, was mir möglich ist? Ich ... kann nicht, ich kann nicht mehr, Hanna, aber ich muss, um einen guten Abschluss zu bekommen, und ich bin so fertig. Aber deine Blogposts heitern mich immer wieder auf :] Danke dafür, für diese lichten Momente. Danke. ♥
Kurz, aber ich werde gleich ins Bett hüpfen. Gute Nacht, meine Liebe.
Itsu
Als ich bei A. war, habe ich den ersten Schmetterling in diesem Jahr gesehen. Er war gelb, genauso, wie ich mir deine Flügel vorstelle, und obwohl er nur für ein paar Sekunden in meinem Blickfeld war, hat er mich an dich erinnert. Gerade jetzt, wo du so glücklich bist und alles sich zum Guten zu wenden scheint, bist du in meiner Vorstellung ein gelb leuchtender Schmetterling wie der, dem ich begegnet bin. Gelb ist schön und strahlend, ohne aufdringlich zu wirken. Gelb bist du, weil du so schön bist, wenn du glücklich bist. Und das macht mich glücklich.
Meine Ferien waren genauso wunderschön wie es deine wahrscheinlich waren. Ich war endlich wieder bei A. und konnte ihn anfassen, fühlen, umarmen, küssen. Ich konnte 13 wundervolle Tage in seinen Armen verbringen, in denen ich nicht an die Schule, meine Probleme und den Ort denken musste, an dem ich nun wieder bin. Ich konnte 13 Tage lang eine Freiheit ausleben, an die ich jetzt nur noch mit Wehmut zurückdenken kann. Ja, ich bin jetzt wieder an dem Ort, den ich eigentlich "Zuhause" nennen sollte. Aber mein Zuhause ist dort, wo A. ist und er ist nicht hier. Jetzt, wo ich solange weg war, hasse ich einfach jede Sekunde bei meiner Familie. Ich merke, wie ungerne ich eigentlich hier bin und wie wenig ich sie eigentlich mag. Das klingt hart, schließlich ist es meine Familie, aber ... in meinem Herzen ist sie das eben nicht. A. ist meine Familie. Und ich vermisse ihn schrecklich. Ich vermisse ihn so, als hätte ich mir ein Stück meines Herzens rausgeschnitten und bei ihm liegen gelassen. Ich musste weinen, als ich in diesen Zug steigen musste, und mir kommen die Tränen, während ich diese Zeilen schreibe. Ich habe solche Sehnsucht nach ihm, aber ein erneutes Wiedersehen wird es erst wieder im Juli oder August geben. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll. Ich liebe diesen Menschen und jeder Tag ohne ihn ist zur Qual geworden.
Das klingt vielleicht etwas übertrieben. Natürlich kann ich auch mit dieser Fernbeziehung leben, aber ich kann es kaum erwarten, meinen Abschluss zu bekommen und zu ihm zu ziehen. Ich habe einfach unglaubliche Sehnsucht nach ihm. Ich vermisse es, alles an ihm, seinen Geruch, seine Nähe, seine Worte, sein Lachen. Er ist 500 Kilometer entfernt und das macht mich derzeit einfach nur fertig. Es fühlt sich so schrecklich an, nicht mehr jeden Tag neben ihm aufwachen zu können.
Du fragst mich, wie es mir geht? Ich vermisse. Ich habe Sehnsucht. Ich kann nichts dagegen tun. Ich will am liebsten die Schule abbrechen und sofort wegziehen, aber das kann ich nicht. Mir geht es nicht gut, gerade deswegen, und ich hasse jede Sekunde hier, was mein Unwohlsein verstärkt. Ich versuche, damit zu leben, aber es fällt mir unheimlich schwer. Sehr sogar. Aber ... was soll ich tun, außer alles versuchen, was mir möglich ist? Ich ... kann nicht, ich kann nicht mehr, Hanna, aber ich muss, um einen guten Abschluss zu bekommen, und ich bin so fertig. Aber deine Blogposts heitern mich immer wieder auf :] Danke dafür, für diese lichten Momente. Danke. ♥
Kurz, aber ich werde gleich ins Bett hüpfen. Gute Nacht, meine Liebe.
Itsu
Sonntag, 20. April 2014
Neugeborene Flügelschläge
Liebe Itsu,
ich schreibe dir diesen Blogeintrag nicht, weil ich ein schlechtes gewissen habe, dass ich so lange nichts hier gepostet hab und auch nicht, weil ich dachte, dass es mal wieder Zeit wäre.
Nein, ich schreibe dir diesen Blogeintrag, weil ich heute oft an dich gedacht habe und weil ich dir gerne von dem verwirrenden Ereignissen erzählen möchte, die nach Außen hin vermutlich gar nicht so spektakulär klingen, aber für mich zurzeit eine große Rolle spielen und du bist diejenige, von dir ich möchte, dass sie daran Teil nimmt. Außerdem hoffe ich, dass du vielleicht mal wieder was auf deinem Blog veröffentlichst, die nächste month summary steht ja auch bald an und ich frage mich, wie es dir so geht und was dich zurzeit so beschäftigt.
Die Osterferien neigen sich dem Ende und sie gehören definitif zu den besten Ferien, die ich bisher hatte, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich sie mit N. verbracht habe. Ich habe nicht die ganze Zeit vor dem PC verbracht wie so oft und ich bin sogar mal aus Magdeburg rausgekommen. Ich war lange wach ohne Panik zu haben, erwischt zu werden oder von einer vollkommen überdrehten und überfürsorglichen Mutter mitten in der Nacht empfangen zu werden. Und das sind nur sehr wenige der Gründe, weshalb meine Osterferien toll waren.
Das Schöne ist ja, dass DU deine Osterferien ebenfalls bei deinem Göttergatten verbingen konntest und du bist gar nicht mal (geografisch betrachtet) so weit weg von mir wie sonst und obwohl ich das rein logisch gesehen überhaupt nicht spüren könnte freut es mich irgendwie. (:
Und wehe ich bekomme keinen detaillierten Bericht von dir wenn du wieder da bist. Ich vermisse dich!
Naja, auf jeden Fall habe ich einige Tage am Stück mit N. verbracht, was noch nie vorgekommen ist, weder mit ihm, noch mit einem anderen Menschen, der nicht zu meiner Familie gehört, wenn man von einem Ausflug absieht, den ich mal mit Lucy gemacht habe und der war schon echt schön.
Am Donnerstag waren wir mit seiner Familie in Leipzig und ich finde es so verrückt, wie sehr ich diese Familie lieb habe, die mir bis vor einigen Monaten noch vollkommen fremd war. Ich fühle mich unglaublich wohl bei ihnen und man bekommt ein Gefühl von Zusammenhalt und zu Hause, dass ich in der Wohnung meiner Eltern seit einigen Jahren oft vermisse. Es ist schön zu sehen, unter welchen wundervollen Menschen N. sein Leben lebt, zumindest außerhalb der Schule und das ist ein gutes Stichwort, denn auch mein Leben ist außerhalb der Schule so ganz anders.
Seit über einer Woche bin ich nicht mehr jeden Tag mit diesen Menschen, mit denen ich in eine Klasse gehe. Ich fühle mich zwischen ihnen immer anders, immer unpassend und ich bin auch froh, nicht so zu sein wie sie. Trotzdem war mir noch nie so klar wie jetzt, wie unglaublich unwohl ich mich in meinem Alltag in der Schule fühle, wenn man von der Arbeitsgemeinschaften mal absieht, die ich freiwillig besuche. Ich glaube wenn meine Schule nur aus meinem Klassenkameraden bestehen würde, hätte ich längst die Schule gewechselt. Es ist mir schleierhaft wie man Menschen, mit denen man jeden Tag mehrere Stunden auf engsten Raum verbringt, mit denen man arbeiten und leben soll teilweise so sehr ... wie soll ich sagen? Verachten währe zu hart gesagt. Aber ich hege solch eine Abneigung gegen sie und das Gefühl, dass sie mir geben. AE ist die einzige Ausnahme.
Nach so vielen Tagen zu zwei fühlt es sich komisch an, wieder unbemerkt zu leben. Ich meine, meine Mutter hat mich heute morgen angeschrien und ich bin deshalb in Tränen ausgebrochen, die niemand gesehen hat und in diesem Moment kamen mir die letzten Tage so vor, als wäre ich in einem ganz anderen Land gewesen oder so, in einem, in dem man sich einfach nur gut fühlt, in dem kein Druck ist, keine Sorgen oder Ängste und nach und nach fällt das alles wieder über mir zusammen und das, obwohl heute der allereste Tag des Jahres war, der für mich wirklich Sommer bedeutete. Es war so warm, dass ich ein Kleid tragen konnte und die Haut imemr noch glänzte. Durch den ständigen Wetterumschwung (morgen soll es wieder regnen) habe ich seit ein paar Tagen das Gefühl jeden Moment ab zu klappen. Über Ostern war meine Fam. zu besuch und ich habe so sau viel gegessen, dass ich mich körperlich einfach nur komisch fühle zurzeit, schwach irgendwie, weich und warm. Mir fehlen N.'s Arme, die mich zusammenhalten, dabei habe ich ihn erst heute Morgen gesehen. Meine Teenagerhormone geben ihr bestes mich dauerhaft zu verwirren. Ich fühle mich so, als würde ich alles was ich tue zum ersten mal machen und ich muss dringend wieder einen klaren Kopf bekommen bevor es am Dienstag wieder in die Schule geht.
Ich weiß nicht, wie ich das finden soll.
Wie findest du es? Wie waren deine Ferien und wie ist bei euch das Wetter und ... ach erzähl mir einfach ALLES!
Ich liebe dich.
~Evo
ich schreibe dir diesen Blogeintrag nicht, weil ich ein schlechtes gewissen habe, dass ich so lange nichts hier gepostet hab und auch nicht, weil ich dachte, dass es mal wieder Zeit wäre.
Nein, ich schreibe dir diesen Blogeintrag, weil ich heute oft an dich gedacht habe und weil ich dir gerne von dem verwirrenden Ereignissen erzählen möchte, die nach Außen hin vermutlich gar nicht so spektakulär klingen, aber für mich zurzeit eine große Rolle spielen und du bist diejenige, von dir ich möchte, dass sie daran Teil nimmt. Außerdem hoffe ich, dass du vielleicht mal wieder was auf deinem Blog veröffentlichst, die nächste month summary steht ja auch bald an und ich frage mich, wie es dir so geht und was dich zurzeit so beschäftigt.
Die Osterferien neigen sich dem Ende und sie gehören definitif zu den besten Ferien, die ich bisher hatte, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich sie mit N. verbracht habe. Ich habe nicht die ganze Zeit vor dem PC verbracht wie so oft und ich bin sogar mal aus Magdeburg rausgekommen. Ich war lange wach ohne Panik zu haben, erwischt zu werden oder von einer vollkommen überdrehten und überfürsorglichen Mutter mitten in der Nacht empfangen zu werden. Und das sind nur sehr wenige der Gründe, weshalb meine Osterferien toll waren.
Das Schöne ist ja, dass DU deine Osterferien ebenfalls bei deinem Göttergatten verbingen konntest und du bist gar nicht mal (geografisch betrachtet) so weit weg von mir wie sonst und obwohl ich das rein logisch gesehen überhaupt nicht spüren könnte freut es mich irgendwie. (:
Und wehe ich bekomme keinen detaillierten Bericht von dir wenn du wieder da bist. Ich vermisse dich!
Naja, auf jeden Fall habe ich einige Tage am Stück mit N. verbracht, was noch nie vorgekommen ist, weder mit ihm, noch mit einem anderen Menschen, der nicht zu meiner Familie gehört, wenn man von einem Ausflug absieht, den ich mal mit Lucy gemacht habe und der war schon echt schön.
Am Donnerstag waren wir mit seiner Familie in Leipzig und ich finde es so verrückt, wie sehr ich diese Familie lieb habe, die mir bis vor einigen Monaten noch vollkommen fremd war. Ich fühle mich unglaublich wohl bei ihnen und man bekommt ein Gefühl von Zusammenhalt und zu Hause, dass ich in der Wohnung meiner Eltern seit einigen Jahren oft vermisse. Es ist schön zu sehen, unter welchen wundervollen Menschen N. sein Leben lebt, zumindest außerhalb der Schule und das ist ein gutes Stichwort, denn auch mein Leben ist außerhalb der Schule so ganz anders.
Seit über einer Woche bin ich nicht mehr jeden Tag mit diesen Menschen, mit denen ich in eine Klasse gehe. Ich fühle mich zwischen ihnen immer anders, immer unpassend und ich bin auch froh, nicht so zu sein wie sie. Trotzdem war mir noch nie so klar wie jetzt, wie unglaublich unwohl ich mich in meinem Alltag in der Schule fühle, wenn man von der Arbeitsgemeinschaften mal absieht, die ich freiwillig besuche. Ich glaube wenn meine Schule nur aus meinem Klassenkameraden bestehen würde, hätte ich längst die Schule gewechselt. Es ist mir schleierhaft wie man Menschen, mit denen man jeden Tag mehrere Stunden auf engsten Raum verbringt, mit denen man arbeiten und leben soll teilweise so sehr ... wie soll ich sagen? Verachten währe zu hart gesagt. Aber ich hege solch eine Abneigung gegen sie und das Gefühl, dass sie mir geben. AE ist die einzige Ausnahme.
Nach so vielen Tagen zu zwei fühlt es sich komisch an, wieder unbemerkt zu leben. Ich meine, meine Mutter hat mich heute morgen angeschrien und ich bin deshalb in Tränen ausgebrochen, die niemand gesehen hat und in diesem Moment kamen mir die letzten Tage so vor, als wäre ich in einem ganz anderen Land gewesen oder so, in einem, in dem man sich einfach nur gut fühlt, in dem kein Druck ist, keine Sorgen oder Ängste und nach und nach fällt das alles wieder über mir zusammen und das, obwohl heute der allereste Tag des Jahres war, der für mich wirklich Sommer bedeutete. Es war so warm, dass ich ein Kleid tragen konnte und die Haut imemr noch glänzte. Durch den ständigen Wetterumschwung (morgen soll es wieder regnen) habe ich seit ein paar Tagen das Gefühl jeden Moment ab zu klappen. Über Ostern war meine Fam. zu besuch und ich habe so sau viel gegessen, dass ich mich körperlich einfach nur komisch fühle zurzeit, schwach irgendwie, weich und warm. Mir fehlen N.'s Arme, die mich zusammenhalten, dabei habe ich ihn erst heute Morgen gesehen. Meine Teenagerhormone geben ihr bestes mich dauerhaft zu verwirren. Ich fühle mich so, als würde ich alles was ich tue zum ersten mal machen und ich muss dringend wieder einen klaren Kopf bekommen bevor es am Dienstag wieder in die Schule geht.
Ich weiß nicht, wie ich das finden soll.
Wie findest du es? Wie waren deine Ferien und wie ist bei euch das Wetter und ... ach erzähl mir einfach ALLES!
Ich liebe dich.
~Evo
Montag, 10. Februar 2014
Erinnerungen eines Schmetterlings.
Dear Hanna.
Wie du bereits weißt, habe ich vor wenigen Tagen wieder all unsere schönen Blogeinträge, die hier zu finden sind, durchgelesen. Ich lag im Bett und wollte - konnte - nicht einschlafen und auf einmal kam mir der Gedanke, mich auf diesem Blog durchzublättern, denn wenn mich etwas glücklich macht, dann das. Und natürlich hat diese Beschäftigung es geschafft, dass ich wieder fröhlich war, ja, sogar eine Träne hatte es von meinem Auge über meine Wange geschafft, weil in diesem Augenblick, als ich las, unsere Verbindung so deutlich vor meinen Augen stand; eine Verbindung, wie ich sie nicht genug schätzen kann. Ich bin dir so dankbar dafür - für unsere Freundschaft.
In letzter Zeit habe ich häufig das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich habe dir erst vor wenigen Tagen geschrieben, was mir alles Probleme bereitet; ich glaube, dass das nicht so ein großes Problem wäre, würde ich auch ab und an mal abschalten können. Aber es gibt unheimlich wenige Dinge, bei denen ich genau das tun kann, und es ist nicht schön, nie abschalten zu können und rund um die Uhr an seine Probleme zu denken. Wie schaltest du ab, wenn du nicht über so etwas nachdenken möchtest? Mir hilft es, mit meiner besten Freundin zu telefonieren, denn sie schafft es wunderbar, mich mit ihren Erzählungen abzulenken und aufzumuntern. Das ist das Einzige derzeit, was mich vollends abschalten lässt. Das und Schokolade. Natürlich.
In manchen Momenten bin ich unheimlich stolz auf mich; ich bessere mich in der Schule, ich habe mehr Geld auf meinem Konto als normalerweise, ich besitze inzwischen sogar so etwas wie ein soziales Leben und ich regle mein Leben zumindest ein bisschen besser, auch wenn ich immer wieder in frühere Verhaltensmuster zurückfallen. Diese nehme ich inzwischen aber bewusst war - das ist auch ein Schritt vorwärts. Aber derzeit bin ich nicht stolz, nein, im Gegenteil. Ich hasse mich selbst für alles, was ich tue, von dem ich weiß, dass es falsch ist. Ich hasse es, dass ich meine To-Do-Liste anstarre und letzten Endes Dr. House schaue oder einfach nur telefoniere. Ich hasse es, dass ich nicht produktiv bin sondern einfach nichts tue, nichts tue, nichts tue. Die ganze Zeit.
Natürlich stimmt das so nicht. In den letzten Tagen habe ich vermehrt an dem Weihnachtsgeschenk für meine bester Internetfreundin gearbeitet - jene Person, bei der ich wirklich abschalten kann. Es ist einiges an Arbeit und auch an Geld, aber es macht mir Freude, weil es ihr Freude machen wird. Und es gibt kaum etwas Schöneres auf dieser Welt als diese so kaputte Frau glücklich zu sehen. Und ich weiß, dass ich zwar gerade nicht viel tue, dass sich das aber schon bald wieder ändern kann. Ich habe meine Phasen, da mache ich gar nichts, und dann im nächsten Augenblick bin ich nicht aufzuhalten. Ich weiß das, und trotzdem hasse ich mich dafür, wenn ich in einer untätigen Phase stecke. Das ist blöd, irgendwie, verstehst du. Sich selbst zu hassen für etwas.
Aus Langeweile [und um in der Zwischenzeit das nächste Thema auszuwählen] schreibe ich dir einfach mal meine To-Do-Liste ab; viel ist es vielleicht nicht, aber ...
[ ] Dikas Geburtstag [09.05.]
[ ] Praktikum
[ ] Frauenärztin anrufen
[ ] Briefe schreiben
[ ] Steckbrief für Isana
[ ] Weihnachtsgeschenk für Dika
[ ] Zusammenfassung des Buches Frauenpower auf Arabisch
[ ] Nachricht an Sebi
[ ] Kulturportfolio
[ ] Wettbewerbe: Tabu-Turnier & YourDrabble
Und natürlich stand auch der Name unseres gemeinsamen Blogs hier oben, denn ich weiß, dass ich dran bin mit Posten in unseren RPGs und auch mit einem ausführlichen Blogeintrag, der eigentlich davon handeln sollte, wie stark unsere Verbindung ist und wie sehr ich mir wünsche, dass diese niemals reicht. Aber ich bin eben ein Mensch, der gerne abschweift; du liest mich gerne, also macht es dir hoffentlich nichts aus. Ich habe dich lieb, Hanna.
Du gehörst zu den Menschen auf dieser Welt, die ich nie verlieren möchte. Es gibt nicht viele, die mir so viel bedeuten; fünf vielleicht. Du gehörst dazu. Denn obwohl ich dich noch nie gesehen habe und obwohl es manchmal Wochen gibt, in denen wir keinen Kontakt haben, weiß ich immer, dass du für mich da bist, wenn ich dich brauche; und ich weiß, dass du mich magst, dass du nicht böse bist, wenn ich mal abtauche. Bei unserer Freundschaft verspüre ich eine seltsame Sicherheit, als ob unsere Verbindung einfach zu stark für einen Riss sein könnte. Normalerweise habe ich starke Verlustängste, eben weil ich mir der Verbindung nicht sicher bin. Es ist schön, wenigstens bei einem einzigen Menschen auf dieser Welt so sicher zu sein - bei dir, meiner lieben Hanna.
♥
Wie du bereits weißt, habe ich vor wenigen Tagen wieder all unsere schönen Blogeinträge, die hier zu finden sind, durchgelesen. Ich lag im Bett und wollte - konnte - nicht einschlafen und auf einmal kam mir der Gedanke, mich auf diesem Blog durchzublättern, denn wenn mich etwas glücklich macht, dann das. Und natürlich hat diese Beschäftigung es geschafft, dass ich wieder fröhlich war, ja, sogar eine Träne hatte es von meinem Auge über meine Wange geschafft, weil in diesem Augenblick, als ich las, unsere Verbindung so deutlich vor meinen Augen stand; eine Verbindung, wie ich sie nicht genug schätzen kann. Ich bin dir so dankbar dafür - für unsere Freundschaft.
In letzter Zeit habe ich häufig das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich habe dir erst vor wenigen Tagen geschrieben, was mir alles Probleme bereitet; ich glaube, dass das nicht so ein großes Problem wäre, würde ich auch ab und an mal abschalten können. Aber es gibt unheimlich wenige Dinge, bei denen ich genau das tun kann, und es ist nicht schön, nie abschalten zu können und rund um die Uhr an seine Probleme zu denken. Wie schaltest du ab, wenn du nicht über so etwas nachdenken möchtest? Mir hilft es, mit meiner besten Freundin zu telefonieren, denn sie schafft es wunderbar, mich mit ihren Erzählungen abzulenken und aufzumuntern. Das ist das Einzige derzeit, was mich vollends abschalten lässt. Das und Schokolade. Natürlich.
In manchen Momenten bin ich unheimlich stolz auf mich; ich bessere mich in der Schule, ich habe mehr Geld auf meinem Konto als normalerweise, ich besitze inzwischen sogar so etwas wie ein soziales Leben und ich regle mein Leben zumindest ein bisschen besser, auch wenn ich immer wieder in frühere Verhaltensmuster zurückfallen. Diese nehme ich inzwischen aber bewusst war - das ist auch ein Schritt vorwärts. Aber derzeit bin ich nicht stolz, nein, im Gegenteil. Ich hasse mich selbst für alles, was ich tue, von dem ich weiß, dass es falsch ist. Ich hasse es, dass ich meine To-Do-Liste anstarre und letzten Endes Dr. House schaue oder einfach nur telefoniere. Ich hasse es, dass ich nicht produktiv bin sondern einfach nichts tue, nichts tue, nichts tue. Die ganze Zeit.
Natürlich stimmt das so nicht. In den letzten Tagen habe ich vermehrt an dem Weihnachtsgeschenk für meine bester Internetfreundin gearbeitet - jene Person, bei der ich wirklich abschalten kann. Es ist einiges an Arbeit und auch an Geld, aber es macht mir Freude, weil es ihr Freude machen wird. Und es gibt kaum etwas Schöneres auf dieser Welt als diese so kaputte Frau glücklich zu sehen. Und ich weiß, dass ich zwar gerade nicht viel tue, dass sich das aber schon bald wieder ändern kann. Ich habe meine Phasen, da mache ich gar nichts, und dann im nächsten Augenblick bin ich nicht aufzuhalten. Ich weiß das, und trotzdem hasse ich mich dafür, wenn ich in einer untätigen Phase stecke. Das ist blöd, irgendwie, verstehst du. Sich selbst zu hassen für etwas.
Aus Langeweile [und um in der Zwischenzeit das nächste Thema auszuwählen] schreibe ich dir einfach mal meine To-Do-Liste ab; viel ist es vielleicht nicht, aber ...
To-Do-Liste
[ ] Hannas Geburtstag [30.03][ ] Dikas Geburtstag [09.05.]
[ ] Praktikum
[ ] Frauenärztin anrufen
[ ] Briefe schreiben
[ ] Steckbrief für Isana
[ ] Weihnachtsgeschenk für Dika
[ ] Zusammenfassung des Buches Frauenpower auf Arabisch
[ ] Nachricht an Sebi
[ ] Kulturportfolio
[ ] Wettbewerbe: Tabu-Turnier & YourDrabble
Und natürlich stand auch der Name unseres gemeinsamen Blogs hier oben, denn ich weiß, dass ich dran bin mit Posten in unseren RPGs und auch mit einem ausführlichen Blogeintrag, der eigentlich davon handeln sollte, wie stark unsere Verbindung ist und wie sehr ich mir wünsche, dass diese niemals reicht. Aber ich bin eben ein Mensch, der gerne abschweift; du liest mich gerne, also macht es dir hoffentlich nichts aus. Ich habe dich lieb, Hanna.
Du gehörst zu den Menschen auf dieser Welt, die ich nie verlieren möchte. Es gibt nicht viele, die mir so viel bedeuten; fünf vielleicht. Du gehörst dazu. Denn obwohl ich dich noch nie gesehen habe und obwohl es manchmal Wochen gibt, in denen wir keinen Kontakt haben, weiß ich immer, dass du für mich da bist, wenn ich dich brauche; und ich weiß, dass du mich magst, dass du nicht böse bist, wenn ich mal abtauche. Bei unserer Freundschaft verspüre ich eine seltsame Sicherheit, als ob unsere Verbindung einfach zu stark für einen Riss sein könnte. Normalerweise habe ich starke Verlustängste, eben weil ich mir der Verbindung nicht sicher bin. Es ist schön, wenigstens bei einem einzigen Menschen auf dieser Welt so sicher zu sein - bei dir, meiner lieben Hanna.
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