Montag, 13. Oktober 2014

Gothic-Flügel

Dear Hanna.

Wie ich bereits in meinem letzten Post erwähnt habe, war ich letztes Wochenende auf dem Schwarzen Reigen, einem Gothic-Ball in Wien. Ich werde hier jetzt keine Fotos posten oder mehr darüber erzählen, weil ich auf meinem Blog schon darüber berichtet habe, aber ich wollte einfach auch hier noch einmal erwähnen, dass ich es sehr schön fand, trotz des üblichen Dramas danach. Blöderweise konnte ich aber danach kaum schlafen und bin auch heute noch dementsprechend müde, aber Zeit für diesen Blog nehme ich mir natürlich immer, hallo. (:

[Und ich weiß nicht, ob wir schon einmal darüber geredet haben, aber ich interesse mich ja sehr für BDSM und habe da erstmal beim Eingang zwei Sklavinnen mit ihrem Meister gesehen und dann noch in dem Gebäude eine Domina mit ihrem Sub und das war einfach total faszinierend für mich.]


Jetzt aber mal zu N. und seiner Vorstellung, nach Wien zu ziehen. Es ist durchaus richtig, dass wir hier keinen NC haben, aber trotzdem kann er sich darauf einstellen, dass es vielleicht nichts werden wird. Stattdessen haben wir hier nämlich eine Aufnahmeprüfung für das Medizinstudium, die selbst die ärgsten Streber beim ersten Mal oft nicht schaffen. Also kann es durchaus auch hier möglich sein, dass er es nicht schafft - da würde ich es ehrlich gesagt doch eher mit Deutschland probieren und hoffen, dass es klappt. Wenn seine Abi gut ist, wird das, so hoffe ich doch, kein Problem sein. Außerdem wäre das echt total traurig, wenn wir quasi "Plätze tauschen" würden und auch in ein paar Jahren noch immer nicht im selben Land leben würden. Das sollte N. sich also noch einmal gut überlegen, wie gesagt ist es auch hier üblich, ein paar Jahre warten zu müssen.

Über Wien kann ich es euch aber auch nicht sonderlich viel sagen. Ich habe noch nie gehört, dass die Universität dort sonderlich gut sein soll, soweit ich weiß, befindet sich die beste medizinische Fakultät in Salzburg [etwa vier Stunden entfernt]. Wien ist eine ziemlich dreckige und volle, laute Stadt und ich könnte mir nicht vorstellen, dort zu wohnen. Aber das ist wohl einfach Geschmackssache, glaube ich. Klar kann man als Deutscher dort wohnen, das ist sicherlich kein Problem, aber wie gesagt bin ich mir nicht sicher, ob N. das irgendetwas bringen würde. Das Schönste an Wien ist die Donauinsel im frühen Frühling, wenn man dort völlig alleine ist - das Schlimmste ist die Maria-Hilfer-Straße [eine Einkaufsstraße], die unglaublich voll ist. Das Schönste ist das Haus des Meeres mit einer Riesenschildkröte, das Schlimmste die Vergewaltigungen in U-Bahnen. Es gibt so viel über Wien zu sagen und ich persönlich finde die Stadt einfach dreckig und hässlich. Aber das muss jeder selbst entscheiden.

So. Und ich finde es toll, dass du im Januar meine zukünftige Heimatstadt besuchst! Ich hoffe, ihr werdet euch die Frauenkirche und den Zwinger ansehen, ebenso die Hofkirche und natürlich die Kunstakademie mit der schönen Zitronenpresse. Ich hoffe, du wirst dort etwas Gutes zu essen bekommen [am Postplatz gibt es die schärfte Currywurst der Welt!] und vor allem hoffe ich, dass du dir dort einen Moment Ruhe nehmen kannst - einen einzigen Moment, in dem du die Augen schließen und dir vorstellen kannst, dass auch ich an dieser Stelle gestanden habe. Vor der Zitronenpresse, auf den Treppen der Frauenkirche, auf der Augustus-Brücke. Ich liebe diese Stadt so sehr - und ich hoffe, du wirst einen Teil von mir dort wiederfinden.

Ich finde es übrigens eine Frechheit, dass wir uns kaum Bilder von uns schicken, weil ich es liebe, Bilder von dir zu sehen. Du bist nämlich ein sehr hübsches Persönchen und ich sehe dich auf so wenig Bildern und das finde ich doof. Andererseits sehe ich dich nächstes Jahr, hoffe ich zumindest, und das ist ziemlich cool. Aber den ganzen nächsten Sommer habe ich frei und da werde ich mir die Zeit nehmen, nach Magdeburg zu fahren oder so. Ganz sicher! Trotzdem ist mir gerade danach, dir ein Foto von mir zu zeigen:






Mit diesem Bild wünsche ich dir eine schöne Woche! Denk an dein lockiges Itsu, gönne dir auch mal Pausen und ich hoffe, dass du ein schönes Wochenende hattest! ♥

Itsuka (:

Samstag, 11. Oktober 2014

Schmetterlingsprinzessin

"Ist deine Brieffreundin noch krank?" Hat N. kleine Schwester eben gefragt.
"Nein.", hab ich gesagt. "Sie hatte vor kurzem ihren Abiball." Und alle in diesem Raum haben sich über dein Foto gefreut.

Vor genau sieben Tagen war in Magdeburg auf dem alten Markt der niederländische Stoffmarkt und ich habe wie erwartet den Stoff für mein Abiballkleid gefunden. Es wird das erste ernstzunehmende  Kleidungsstück sein, dass ich für mich selbst anfertige und der Entwurf steht seit Monaten. Der Stoff, den ich mir ausgesucht habe ist dunkelblau und glatt und fließend und weich und einfach genau so, wie ich ihn haben wollte. Trotzdem werde ich dir nicht beschreiben, wie es aussehen wird wenn es fertig ist, denn es soll einfach eine Überraschung werden. Auf jeden Fall habe ich letzten Samstag die genau dazu passende, dunkelblaue Spitze gefunden und einen Reißverschluss in dieser Farbe ... und ein paar Zierknöpfe aber mehr verrate ich nun wirklich nicht.

Weil ich 13 Jahre Abi mache, habe ich noch eine Menge Zeit bis zu meinem Abiball. Über die Schuhe mache ich mir trotzdem noch Gedanken, denn ich denke nicht, dass ich welche in dunkelblau finden werde.
Aber ich brauche auf jeden Fall welche, in denen ich tanzen kann, schließlich belege ich den Tanzkurs mit N zurzeit nicht umsonst.

Gestern hat mich N vom Jazztanztraining abgeholt und auf dem Rückweg nach Hause hat er mich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte mit ihm nach Österreich, genau genommen Wien zum studieren zu gehen. er möchte Arzt werden, Chirurg soweit ich weiß und in Österreich gibt es keinen Numerus Clausus und so müsste er nicht jahrelang auf einen Studienplatz warten. Ich musste nur bitter auflachen und meinte zu ihm, was für ein schlechter Scherz es wäre, wenn du nach Deutschland ziehst und ich dann nach Österreich.

Trotzdem frage ich dich: Wie ist Wien so? Gibt es irgendeine Studienrichtung, für die Wien berühmt ist die besten Studenten auszubilden? Was ist das beste an der Stadt und was das schlimmste? Und könntest du dir vorstellen wie es ist, als Deutscher dort zu wohnen?

Unsere Sozialkundelehrerin hat uns letzten Freitag verkündet, dass wir im Januar für einen Tag nach Dresden fahren, inklusive Freizeit in der Stadt. Ich freue mich drauf, auch wenn ich natürlich gehofft hätte, Dresden lieber mit dir gemeinsam zu erkunden, als allein oder mit Teilen meiner Klasse. Trotzdem bin ich sehr gespannt auf die Stadt und ob ich deine heißgeliebte Zitronenpresse sehen kann, wenn ja verspreche ich dir, ein Foto zu machen mit mir und diesem Gebäude drauf und wenn du das nächste mal davor stehst, dann weit du, dass ich dort gewesen bin ... vor gar nicht allzu langer Zeit.

Ansonsten bin ich zurzeit voll in Action, Schule ist natürlich vorrangig aber ich arbeite wann ich kann in der Modeschule und choreografiere fleißig die Weihnachtstänze für meine kleinen Tanzmäuse. Weißt du wie komisch es ist sich jetzt, im Oktober, schon mit Weihnachten zu beschäftigen? Wenn du mich fragst kommt der Winter noch früh genug. ):

Ich wünsche dir ganz liebe Grüße von hier, aus Magdeburg, von den Kikis (Ns Familie) und mir.
Ich hab dich ganz dolle lieb,
behalt das hübsche, lockige Köpfchen oben!

Deine Hanna,
~Evoliette




Freitag, 10. Oktober 2014

Wiedergeborene Tintenflügel

Dear Hanna.

Die Schule frisst meine Hobbies derzeit wirklich vollständig auf. Ich weiß nicht, wann ich mir das letzte Mal Zeit dafür nehmen konnte, ein gutes Buch zu lesen, in einem meiner Rollenspiele zu antworten oder mich gar mit dem Vorsatz an den Laptop zu setzen, tatsächlich etwas zu schreiben. Meine Freizeit besteht derzeit nur aus den Pausen, die ich mir von den vielen Hausübungen und dem Lernstoff gönne, und diese bestehen eigentlich zum größten Teil daraus, mit A. zu telefonieren oder Musik zu hören. Ich habe absolut keine Zeit mehr für all die anderen Dinge, die mir eigentlich wirklich Spaß machen, und ich habe nicht einmal wirklich die Zeit, es auch zu vermissen, weil die Tage gerade so dahinschmelzen, ohne dass ich sie wirklich wahrnehme.

Gestern habe ich mit meiner besten Freundin einen kleinen, spontanen Word War gestartet und habe in dieser halben Stunde tatsächlich nach mehreren Wochen endlich mal wieder etwas geschrieben. Du weißt gar nicht, wie sehr ich mich darüber gefreut habe, als die Worte plötzlich wieder aus mir herausgeflossen sind wie früher, als es sich plötzlich wieder so gut anfühlte, zu schreiben. Jetzt sitze ich hier und schreibe dir das, weil ich ziemlich stolz auf einen Teil des Geschriebenen bin und ihn dir deswegen zeigen möchte:




[ damals ]



Ich lache.

Marianne lacht auch. Sie lässt ihre halb aufgerauchte Zigarette auf den Boden fallen und zerdrückt diese mit dem Absatz ihres Stiefels. Sie ist mir so nahe, dass ich die Gänsehaut auf ihren Armen sehen und ihre Wimpern zählen kann. Das schwarze Lackkleid schmiegt sich an ihren Körper wie eine zweite Haut und macht sie zu einem Anblick, dem keiner widerstehen kann. Ich beobachte, wie jeder, der an uns vorbeirauscht, für einen Moment langsamer wird, um Marianne anzusehen; selbst im Halbdunkeln und ganz in Schwarz gekleidet fällt sie auf. Ich wickle eine Strähne ihrer roten Locken um meinen Finger und gebe ein leises Seufzen von mir. Sie lacht wieder.

»Warum lachst du?«, frage ich leise und beuge mich vor, damit sie mich hören kann. Es ist laut und stickig in diesem Raum, aber sie versteht mich und lächelt und entzieht mir ihr schönes, seidiges Haar. »Sie gefallen dir.« Marianne hat grüne Augen und blasse Haut und Sommersprossen, und diese unglaublichen roten Locken, wegen denen ich vom ersten Moment an wusste, dass ich sie will. Sie sagt alles, was sie denkt, kennt keine Grenzen und keine Tabus - weswegen ich auch im zweiten Moment noch wusste, dass diese Frau meine sein soll.

Ihre Hand streift meine und eine Sekunde später sind es ihre Lippen an meinen. Ich lächle in den Kuss hinein und greife in ihr rotes Haar, obwohl ich weiß, dass sie das nicht mag, und mein Herz ist eine viel zu schnelle, viel zu offensichtliche Pumpe, die mir zeigt, dass ich viel zu sehr in die Frau mit den roten Locken verliebt bin. Ich bin 21 Jahre alt und arbeitslos und ohne Alternative im Leben, aber sie ist nicht besser und auch nach einem Monat fühlt sich ihre Nähe noch an wie tausend explodierende Sterne.

»Genug!« Sie löst sich von mir, und ihr Lachen ist eine Melodie, die nur sie spielen kann. »Du gieriges kleines Ding.« Sie ist älter als ich und sie ist erfahrener; aber noch lange nicht erwachsener. Ich lache auch, weil ihre Nähe mich berauscht, und meine Hand wandert über ihr Haar hinunter zu ihrem Nacken. Alles an ihr ist weich und schön und zart, und gleichzeitig ist sie so wild und stur und leidenschaftlich. Alles an ihr ist so verdammt Marianne und unwiderstehlich.

»Yvonne.«

Ihre Stimme ist leise und fast ein Schnurren, liebevoll und gleichzeitig so geheimnisvoll, dass ich nie weiß, ob ich die Gefühle dahinter verstehe. Mein Name klingt unglaublich, wenn er nur von ihren Lippen perlt, und ich fühle mich unglaublich poetisch und glücklich, als sie unsere Finge ineinander verschränkt und mich mit sich zieht. Menschen starren ihr nach, aber es ist meine Hand, die sie hält, und meine Wohnung, die wir bald betreten werden; meine Marianne.

Meine Zukunft.




Außerdem habe ich dir noch gar nicht von meinem Abiball erzählt! Er war ziemlich lustig und meine Freundin und ich haben solange getanzt, bis unsere Füße in den hohen Schuhen fast abgefallen wären. Der Abend war sehr, sehr schön und viel besser, als ich es befürchtet hatte. Ich bin ja normalerweise nicht der Typ für abendliche Unternehmungen, aber der Abiball war wirklich ein schönes Erlebnis. Mein Kleid war echt bequem und sogar die Schuhe haben erst nach dem vielen Tanzen wirklich angefangen wehzutun. Hier:


In diesem Sinne wünsche ich dir noch ein schönes Wochenende. Ich fahre morgen mit einer Freundin nach Wien zu einer Gothic-Veranstaltung und freue mich schon wie irre darauf, endlich mein Korsett einweihen zu können. Fotos folgen natürlich und auch generell habe ich vor, in nächster Zeit ganz oft hier auch Fotos hochzustellen, weil ich weiß, dass dieser Blog ewig bestehen wird und so auch die Fotos darauf. Damit werde ich Schussel sie immerhin nicht verlieren! (: Ich hab dich lieb und denk immer an mich.



Itsuka.
 

Dienstag, 7. Oktober 2014

Tragende Flügel

Dear Itsu,

Niclas sitzt gerade in seinem Zimmer und macht Fahrschule während ich hier sitze und den ersten Teil eines Blogeintrags schreibe, der heute vermutlich nicht mehr fertig wird.
Zuerst einmal tut es mir schrecklich Leid, dass es dir nicht gut geht. Ich denke das Beste,was du tun kannst ist dich auf die Couch zu legen mit einer Decke und ein paar Plüschies und dir deine Lieblingsfilme anzusehen. Leider habe ich deine neue Blogadresse immernoch nicht gespeichert und dadurch konnte ich noch nichts von dir lesen, was mich ärgert, aber mal abgesehen davon hatte ich in letzter Zeit viiiieeel zu wenig Zeit auch nur irgendwas zu lesen ... nichtmal "Emilia Galotti" und das muss ich bis Donnerstag durch haben ... hmpf.

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So, den ersten Teil habe ich geschrieben unmittelbar nachdem ich deinen letzten DMS-Post gelesen habe und den hier schreibe ich jetzt, da ich gerade "Zeit" habe, wobei Zeit bei mir relativ ist, ich habe so viel zu machen, sagen wir einfach ich gebe meinem Brief für dich gerade schlichtweg die höchste Priorität.

Seit mein Schuljahr 12 angefangen hat, habe ich jeden Tag 8 Stunden was unglaublich, UNGLAUBLICH zeitraubend ist. Montags belege ich mit N zurzeit einen Tanzkurs für Standarttanz, schließlich hat er nächstes Jahr Sommer seinen Abiball und bis dahin müssen wir gewappnet sein. ;D
Dienstags ist Lucy-Tag. Meine beste Freundin nimmt sich jeden Dienstagnachmittag die Zeit, zu mir zu kommen und obwohl wir an sich nichts besondere machen, ist es nie langweilig. Außerdem komme ich so nicht dazu, sie zu vermissen.
Mittwochs ist Modeschule und ich fürchte, dass ich es das erste Mal nicht schaffen werde rechtzeitig zum Termin ein Kleid anzufertigen. Es nimmt zwar Gestalt an aber sehr sehr langsam und außerhalb der Modeschule komme ich einfach nicht zum arbeiten. 
Donnerstags ist normalerweise mein Jazztanztraining aber da sich mein Zeh erneut entzündet hat, nutze ich diesen einzigen freien Nachmittag für meine wöchentlichen Arztbesuche, was wirklich frustrierend ist, da mir der Arzt nichts weiter sagen kann als, das es sich nicht bessert und ich meinen OP-Termin, der nach den Herbstferien angesetzt ist, wahrnehmen soll. 
Freitags unterrichte ich mittlerweile drei Stunden verschiedene Kindergruppen im Tanzen, was ich ohne die praktische Unterstützung meines geschätzten Weibes nicht schaffen würde.
Das Wochenende ist sowieso verplant, letztes WE war es ein 18. Geburtstag und ein Auftritt von der Trommelgruppe. Nächstes WE ist der Hochzeitstag meiner Eltern und wir bekommen Besuch, das WE darauf feiern wir bei Lucy Geburtstag und ich wollte auch irgendwann noch "Maze Runner" im Kino gucken und dann fahre ich weg, an die Ostsee, weil dann auch schon Ferien sind.
Es ist wirklich eng.
Irgendwo dazwischen schaue ich immer mal wieder nach neuen Rpg-Posts oder Blogeinträgen und heute habe ich es in einem freien Bock mal geschafft, Emilia Galotti zu lesen, was echt Zeit wurde denn morgen haben wir Deutsch und Donnerstag schreiben wir einen Test darüber.

Naja, wie du siehst... an sich ist ein nur Glück, dass du diejenige von uns bist, die posten muss, denn ich hätte dazu genau so wenig Zeit wie du. Gestern übrigens, als ich diesen Blogpost angefangen habe, da saß Ns kleine Schwester neben mir uns hat gefragt, ob sie mitlesen darf. Sie fand den Namen "Itsu" total cool und wollte mit einem mal auch unbedingt eine Brieffreundin haben, dabei weiß sie selbst ganz genau, dass sie dazu niemals die nötige Ausdauer hätte. Außerdem hat sie nicht mal einen eigenen PC, brauch sie auch noch nicht. Ich finde es einfach nur süß, wie sie mich nacheifern will. 
Aber ich kann sie gut verstehen,
wer will schon NICHT so ne supercoole, allertollste Brieffreundin haben wie ich?!
^-^

Ich hab dich lieb,
mach dich nicht fertig, lass dich nicht unterkriegen und werde ganz schnell wieder gesund!

Deine Hanna
~Evoliette

Freitag, 3. Oktober 2014

Gestresste Flügelschläge

Dear Hanna.

Mein Herz hängt an unseren beiden Rollenspielen und vor allem an Straßenkind. Normalerweise stürze ich mich nach jedem Post von dir sofort auf eine Antwort, lasse dafür alles stehen und liegen und widme mich nur dem. Es macht mich immer wieder glücklich, mich um dieses Rollenspiel und natürlich auch um Fire. zu kümmern, denn ich bin so stolz auf sie und ihre Entwicklung. Ja, normalerweise hätte ich schon längst geantwortet und du hättest schon längst darauf geantwortet und so weiter. Aber seit Anfang September ist diese Gewohnheit irgendwie in den Hintergrund gerückt - und ich will dir erklären, warum.

Ich bin jetzt in meinem Abschlussjahr. Jeder Lehrer redet von der Matura [Abitur] und dass er uns in diesem Jahr nicht allzuviel stressen will. Im gleichen Moment teilt er Listen für Referate aus und fünfzigtausend Tests werden ausgemacht und ich stehe dazwischen und frage mich, wo denn meine Freizeit Platz findet? Die Antwort ist: Ich habe noch Freizeit. Doch diese verbringe ich größtenteils damit, mich auszuruhen. Jedes Mal, wenn ich das tue, möchte ich mich endlich hinsetzen und dir schreiben, in den Rollenspielen antworten, doch ich bin meistens so erschöpft, dass ich es nicht schaffe. Und jetzt hätte ich ein Wochenende, in dem ich Zeit hätte und nun habe ich mir eine fette Erkältung eingefangen. Zwar hat das auch sein Gutes, denn vielleicht schaffe ich es ja wirklich zu antworten, wenn ich das ganze Wochenende daheim bin, andererseits tut  mein Kopf davon so weh, dass es schwer ist, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Vor allem, wenn es ein weißes Textfeld ist. Das tut so richtig in den Augen weh gerade. Heilige Scheiße, das ist mir bis jetzt nie aufgefallen.

Ich habe seit einem Monat weder geschrieben noch gelesen. Ich habe seit einem Monat in keinem einzigen Rollenspiel ernsthaft geantwortet oder irgendwas Kreatives gemacht. Gestern habe ich mir zwei Filme angesehen, um wenigstens wieder irgendwie Ruhe zu finden, und es hat mir echt gut getan. Auf meinem Blog habe ich sie ein bisschen rezensiert, vielleicht findest du in dieser Liste ja auch mal einen, der dir gefällt. Mein Blog ist auch so eine Sache - ich habe dieses Day Zero Project gestartet, um ein bisschen mehr Ordnung in mein Leben zu bekommen und ich muss sagen, es läuft gut. So habe ich irgendwie das Gefühl, dass ich nichts vergesse, was wichtig ist, weil alles da geschrieben steht. Mir gibt das eine Sicherheit, die ich brauche.

Eigentlich wollte ich dir mit dem Post nur sagen: Ich möchte dieses Wochenende versuchen, in den Rollenspielen zu antworten. Ehrlich. Und ich hoffe, es wird mir gelingen. Wenn nicht, dann ist es  meine Erkältung oder die Schule, die mich aufgehalten haben - wie immer. Ich hoffe, bei dir geht es weniger stressig zu, meine Liebe. ♥

Ich hab dich unendlich viel lieb, Hanna.
Itsu

Dienstag, 19. August 2014

Schmetterlinge auf Reisen

Dear Itsu,

ich bin auf unseren Blog gegangen um bei einem der RS zu antworten und dann habe ich gesehen, dass durch dein Butterfly Diary jetzt mehr Blogposts bei "Dear Hanna" stehen als bei "Dear Itsu" und ich finde das lässt mich faul aussehen und ich möchte auf unserem Blog nicht faul aussehen, also schreibe ich diesen Post in ein Tablet-Office Dokument um ihn bei Gelegenheit bei ausreichendem W-Lan-Empfang in der Lobby abzukopieren und abzuschicken ... was für ein Aufwand!

Gestern sind wir in der Türkei gelandet, genau genommen im VICTORY RESORT in Side Çolakli, was man wie Tscholakli ausspricht, wie ich heute gelernt habe. Wir waren vor ein paar Jahren schonmal in einem anderen Hotel hier und kennen uns ein wenig aus, nur die Telefonzellen zu finden dazu waren wir bisher so blöd, aber es ist ja auch erst der erste Tag nach der Anreise und ich bin gespannt was hier noch passiert.
Bisher habe ich noch nicht viele Teenager in meinem Alter gesehen aber ich werde vielleicht (wenn ich es schaffe lange genug wach zu bleiben) heute an einer der Spätabendveranstaltungen teilnehmen und wo lernt man schon schneller Leute kennen? Schön ist, dass hier viele Deutsche sind und man nicht ständig in andere Sprachen wechseln muss, jeder versteht einen hier.
Ich vermisse N.

Dank der hohen Luftfeuchtigkeit hier ist die Hitze absolut erträglich und meine Kontaktlinsen spüre ich kaum. Vielleicht komme ich dazu sie hier öfter rein zu machen, außerdem haben wir hier jede Menge Zeit. Ich habe Kerstin Giers "Rubinrot" hier, was seit mindestens drei Jahren in meinem Schrank lang. Ich hatte es irgendwann zu Weihnachten geschenkt bekommen und mich wahnsinnig gefreut, war aber nie dazu gekommen es zu lesen. Leider. Mitlerweile habe ich den ersten Teil im Kino verpasst aber ich werde es auf jeden Fall gucken bevor der zweite nach diesem Urlaub hier anläuft und ich hoffe ich finde jetzt auch Zeit es zu lesen. Ich finde Kerstin Gier schreibt interessant und freue mich schon drauf, kennst du es?

Bevor wir losgefahren sind habe ich die Hiopsbotschaft von meinem Bruder bekommen, dass mein PC hinüber ist und ich einen neuen brauche, was es schafft, dass innerhalb eines Tages die Hälfte meines gesamten ersparten Taschengelds draufgeht, denn meine Eltern zahlen nicht allzu viel zu und das, obwohl es die Schuld meines Vaters ist, dass er nicht mehr funktioniert aber das ist eine längere Geschichte. Das Tablet wird jetzt erstmal meine einzige Kommunikationsmöglichkeit zu dir sein für die nächste Weile wber icn hoffe, dass wir das Computerproblem schnell und für alle positiv beheben können.

Für den Urlaub haben wir drei Ausflüge gebucht, einer nennt sich "Cabriobus & Green Canyon" wo wir mit einem Bus mit Dach aber ohne Seienfenster zu einem Canyon fahren, wo wir mit einem Boot hindurchfahren und uns die Natur von ihrer schönsten Seite angucken können. Ich habe ein paar Bilder gesehen und wenn es hält was es verspricht, dann wird es atemberaubend. Außerdem besuche wir am Freitag eine Show namens "Fire of Anatolia", das ist eine Tanzshow, groß aufgezogen in einem Amphiteater von epischem Ausmaß :D, der dritte Ausflug wird ein Wellnessaufendhalt, von dem ich mich überraschen lassen werde. Ich weiß auf ieden Fall, dass es diese kleinen Fische geben wird, die einen an den Füßen rumknabbern, irgendwie ekelig die Vorstellung, außerdem wird es bestimmt schrecklich kitzeln. Ich freu mich trotzdem schon drauf.

Obwohl die Anreise ewig dauert und das Klima hier so ganz anders ist als in Magdeburg fällt es mir schwer mir vorzustellen, wie weit wir von meiner Heimatstadt entfernt sind, was vermutlich daran liegt, dass meine Eltern mit mir gemeinsam hier sind, denn als ich mit N im Harz war, kam ich mir viel weiter entfernt vor, viel weiter von einfach allem. Ich hoffe sehr ohne N fällt mir hier nicht eidie Decke auf den Kopf aber es hilft mir ungemein mit dir zu schreiben, selbst trotz des grauenvollen W-Lanzugriffs hier, naja, ich kann froh sein, dass ich überhaupt welches hier auf dem Zimmer hab.

Nach dem Post hier spiele ich ne Runde Minion Rush und dann antworte ich in einem unserer Rollenspiele sobald ich wieder in der Lobby bin und mit dem W-Lan dort den vorangegangenen Post lesen kann, was zu meinem Bedauern noch ne Weile hin sein wird.
Ich hab dich sehr lieb.
Mach dich nicht fertig.♡
~Evoliette

Donnerstag, 14. August 2014

[Butterfly Diary] Vier

Dear Hanna.

Es ist schon wieder eine ganze Weile her, seit ich meinen letzten Tagebucheintrag getätigt habe. Zuerst einmal möchte ich dir mitteilen, dass ich schon wieder Lust habe, alle meine Accounts zu löschen. Ich schaffe es einfach nicht, private Sachen wie die auf meinem Blog länger als ein paar Wochen stehen zu lassen. Irgendwann kommt in mir wieder der Gedanke hoch, dass es zu privat ist, und ich lösche wieder alles, weil ich es hasse, dieses Gefühl zu haben. Ich bin nicht der Typ für Blogs und mich regt das auf, weil ich das eigentlich gerne mache. Außerdem mag ich es nicht, dass ich damit V und J ähnele; gerade J hat ja ihre FF-Accounts früher ständig gelöscht und wieder neu angelegt. Mir geht es mit den Blogs so und obwohl ich es hasse, kann ich nichts daran ändern, und ich weiß, dass das Gefühl nur weggeht, indem ich die entsprechenden Posts oder gleich den ganzen Blog lösche. Das nervt mich an, aber mir geht's besser, sobald ich einen neuen Blog habe. Aber ich hasse es, dass du das aushalten musst. Mann.

Wie auch immer. Zuerst einmal möchte ich auf deinen letzten Post eingehen. Meinem Finger geht es wieder hervorragend, auch wenn ich deutlich spüre, dass meine Arme überlastet sind. Gerade wenn ich am PC schreibe wie jetzt gerade, merke ich einen ziehenden Schmerz, der sich bis zu den Schultern hinaufzieht. Aber ich will dir jetzt unbedingt schreiben und außerdem bin ich das gewöhnt, also ignoriere ich das jetzt geflissentlich. Ich habe das ja schon sehr lange, aber dass mein Finger anschwillt, das war mir neu. Ist jetzt aber weg, also egal.

Ich bin sehr, sehr glücklich darüber, dass du dich immer so über meine Briefe freust! Vielleicht sollten wir das so fortführen? Da ich es ja offensichtlich nicht schaffe, einen eigenen Blog länger als einen Monat zu führen, sollten wir das vielleicht hier machen - mindestens einmal im Monat schreibt jeder von uns einen Post, was so passiert ist, ob es Neues gibt, worüber man sich gerade Gedanken macht. Wie fändest du diese Idee? Ich mag es nämlich, dir diese Briefe zu schreiben, und ich würde das gerne weiterhin regelmäßig machen. Hier habe ich nämlich auch nicht das ständige Bedürfnis, es wieder zu löschen, im Gegenteil! Ich lese mir all unsere Posts auf diesem Blog immer sehr gerne durch, ohne zu denken, dass es zu privat ist [obwohl es das doch offensichtlich ist].

Ich finde es super, dass du die Corsage schön findest! Es war die erste Corsage, die ich je in meinem Leben wirklich gesehen habe. Eine Freundin hatte auf einer Seite, wo man Outfits zusammenstellen kann, für mich etwas "Verruchtes" entworfen und da hat sie auch diese Corsage verwendet. Ich war sofort Feuer und Flamme, ich war sofort verliebt, aber ich konnte sie mir zwei Jahre lang nicht kaufen. Und jetzt habe ich sie endlich und du weißt gar nicht, wie überglücklich ich darüber bin! Sie stinkt zwar ein bisschen nach Amerika, aber sobald ich zuhause bin, kommt die erstmal in die Reinigung und dann passt das schon..
[Du vergisst, dass riesige Möpse auch weniger Nerven haben; wenn jemand ganz sanft darüber streicht und nicht gerade meine Nippel berührt, spüre ich das gar nicht bzw. nur den leichten Druck. Das Quetschen ist eigentlich sogar recht angenehm, weil mir so die Brüste nicht im Weg herumhängen, haha. Und so groß sind die nicht.]

Ich liebe die Zitronenpresse! Allerdings muss ich dich enttäuschen: laut A. ist sie von innen überhaupt nicht spektakulär und eher langweilig. Also eher den Anblick von außen genießen, der ist offensichtlich viel schöner und überhaupt! Ich würde dir jetzt gerne mehr Fotos von Dresden schicken, aber ich war recht fotografierfaul in den letzten Tagen und so gibt es da leider nichts Neues. Aber irgendwann kommst du nach Dresden und sieht all diese wunderschönen Dinge mit eigenen Augen und dann entführe ich dich an all die Orte, die A. mir schon gezeigt hat und ich hoffe, du wirst genauso fasziniert davon sein wie ich!
[Und nächstes Jahr sehen wir uns. Und wenn ich zu dir fahren muss: Egal! Wir sehen uns!]

Jetzt kommen wir aber zu den Tagen, die zwischen dem letzten und diesem Brief hier liegen. Es ist einiges passiert, und ich weiß natürlich gar nicht mehr alles. Aber die wichtigsten Sachen bzw. die lustigsten erzähle ich dir jetzt. Gestern zum Beispiel waren wir auf einem Dampfer und sind die Elbe hinuntergefahren und das war so toll! Dampfer sind wirklich beeindruckend und die Aussicht - unglaublich! Ich wäre am liebsten gar nicht mehr ausgestiegen, aber ich musste leider. Das muss ich wieder machen, am liebsten den ganzen Tag. Haben A. und ich sowieso vor - eine sechsstündige Fahrt durch die Sächsische Schweiz. Soll sehr schön sein, ich bin gespannt darauf. Das wird aber wohl erst nächstes Jahr etwas. Leider, aber diesmal ging sich nur die kurze Fahrt aus.

Warum? Nun - wir hatten am Tag zuvor ein kleines Problem. Gegen 22 Uhr kam D. auf Skype an und hat uns panisch mitgeteilt, dass in unserer Nähe eine Fliegerbombe gefunden wurde und wir in der Evakuierungszone liegen. Tatsächlich hat das gestimmt und um Mitternacht hat uns die Polizei dann aus der Wohnung gescheucht, weil tatsächlich evakuiert wurde. Zum Glück lag D.'s Wohnung nicht in dem Bereich, weshalb wir uns zu ihr verzogen haben. Dort haben sie und A. dann durchgemacht und 6 Stunden lang Monopoly gespielt, während ich auf der Couch lag und immer mal wieder eingedöst bin. Mann, war ich müde!

Es war auf jeden Fall ziemlich spannend, mal evakuiert zu werden, aber nichts, was ich noch einmal erleben möchte. Wir hatten ja noch Glück, dass D. in der Nähe war - ich möchte nicht in so einer alten Turnhalle übernachten müssen, wie viele andere Leute, die evakuiert wurden und niemanden hatten, bei dem sie übernachten konnten. Um 7 Uhr konnten wir dann nach Hause und haben erstmal bis Mittag geschlafen. Da ging sich dann nur eine kleine Dampferfahrt danach aus, die aber sehr, sehr schön war. Hach. Auf einem Dampfer will ich heiraten, habe ich beschlossen, ohne Wenn und ohne Aber. Punkt. Du bist eingeladen.

Mehr habe ich nicht zu erzählen. Außer:
Ich fahre am Samstag wieder nach Hause. 7 Stunden Zugfahrt und dann habe ich mein altes Umfeld wieder; meine Bücher, meinen Alltag, meine Routine. 7 Stunden Zugfahrt trennen mich dann von meinem Leben hier und meinem Leben in Österreich. Ich muss schon die ganze Zeit Tränen unterdrücken wegen diesem Gedanken. Nur noch zwei Tage, nur noch zweimal neben A. einschlafen und aufwachen, und dann ist es vorbei. Einfach so - ihn nicht mehr den ganzen Tag sehen, umarmen und küssen können. Keine Nähe mehr, kein Lächeln von ihm. Nichts. Nur noch Skype und die ständige Hoffnung, ihn bald wieder sehen zu können. Gott, mir kommt es wieder so vor, als wären diese eineinhalb Monate zu wenig Zeit gewesen. Zu wenig Zeit, um ihn mir einzuprägen, zu wenig Zeit, um ihm meine Liebe zu zeigen, zu wenig Zeit für alles. Ich will hier nicht weg.

Wegen ihm. Weil ich solche Angst davor habe, ihn zu vermissen, weil ich zu viel Angst vor dem Schmerz habe, der mich treffen wird, wenn wir am Bahnhof stehen und er sich von mir verabschiedet. Ich habe solche Angst davor, weil ich das schon kenne und weil ich diesen Schmerz kenne und ihn nicht noch einmal erleben möchte. Ich will hier nicht weg; nicht weg von diesem Menschen, den ich so liebe.

Ich höre jetzt auf, darüber zu jammern, weil es das nicht besser macht, und verabschiede mich von dir, um noch ein bisschen Nähe zu bekommen. Ich hoffe, wir können ab Samstag wieder ganz viel schreiben und reden und alles, denn du fehlst mir ziemlich viel! Ich freue mich darauf, habe dich lieb und fühl dich geherzt!

:* Itsu