11 Tage sind seit meinem letzten Bericht vergangen. Ich weiß schon gar nicht mehr, was wir alles getrieben haben, aber ich kann dir weiterhin sagen, dass es mir unheimlich gut geht. Das Praktikum ist zwar hart und anstrengend, aber ich kämpfe mich durch, und hier, mit A und D, fühlt sich die Welt unheimlich schön und groß an, und ich stecke mittendrin im Leben und genieße es. Himmel, ich kann dir gar nicht beschreiben, was ich fühle. Ich bin einfach glücklich.
Wir waren inzwischen etwa fünfzigtausend Mal essen. Ich habe nicht von jedem kleinen Scheiß Fotos gemacht [weil ich auch nicht immer mein Handy mithatte], aber wir waren letzten Donnerstag beim Japaner und am Sonntag beim Griechen und gestern in einem Café. War alles unheimlich lecker! Früchteeis habe ich mir auch gegönnt, und heute habe ich eine Pizza und Meeresfrüchte [diese leckere belgische Schokolade] mitgehen lassen. D kam diese Woche zu uns und wir haben eine Runde Monopoly gespielt, die ich natürlich mal wieder verloren habe, wer hätte es gedacht. Es war echt lustig, ich bin irgendwie daran gewöhnt, der Pechvogel zu sein.
Das Praktikum ist anspruchsvoll. Es ist ja ein Pflegepraktikum in einem Krankenhaus, das heißt, dass ich den Krankenschwestern unterstehe und ihnen bei ihrer Arbeit helfe. In meinem Arbeitsvertrag steht ziemlich genau, was ich tun darf und zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich quasi Mädchen für alles bin, das aber, natürlich, nichts selbstständig machen darf. Das ist natürlich logisch, weil ich keine Ahnung von den Bedürfnissen der Patienten habe.
Diese Woche musste ich jeden Tag um 4 Uhr morgens aufstehen. Ohne André hätte ich das ab Mittwoch nicht mehr geschafft. Die ersten zwei Tage war ich ohnehin so aufgeregt und hatte dadurch einen so leichten Schlaf, dass ich überdreht war, aber danach war ich teilweise noch im Halbschlaf, als ich in den Bus gestiegen bin. Um 6 Uhr fängt dann meine Schicht an, aber bis 7 Uhr sitzen alle über den Akten und ich beschäftige mich damit, Veränderungen zu studieren.
Um 7 Uhr gibt's dann eine Runde durch die Patientenzimmer mit Blutdruck und Temperatur messen [die beiden Sachen darf ich machen] und anderem Zeug. Da gehe ich immer mit einer Schwester mit, die so heißt wie ich. Das dauert dann bis kurz vor 8. Um 9 Uhr kann ich eine halbe Stunde frühstücken gehen mit anderen Schwestern zusammen.
Den Rest des Tages - bis 14 Uhr - erledige ich eigentlich Drecksarbeit. Nachtschränke putzen, Wasserflaschen für die Patienten auffüllen, Enten austauschen, auf ihr Klingeln reagieren oder sie zu diversesten Untersuchungen oder Operationen bringen. Es ist teilweise sehr langweilig, aber fürs Medizinstudium ist das halt notwendig und deshalb beiße ich mich ja durch. Nächste Woche habe ich Spätschicht von 13:30 bis 14:00, also hoffe ich, dass da wenigstens die Müdigkeit wegfällt.
Ich war die Woche eigentlich quasi dauermüde. Ich kann es kaum erwarten, heute ins Bett zu fallen und dann tatsächlich ausschlafen zu dürfen. Das ist so schön, davon werde ich glatt müde. Aber noch gehe ich nicht ins Bett, denn erst einmal möchte ich das hier zu Ende schreiben und dann schreibe ich ein bisschen, habe ich beschlossen. Mal sehen, ob es was wird.
Zum Abschluss will ich dir nämlich noch ein paar Bilder zeigen:
![]() |
Mein Lieblingsfoto bis jetzt. Das links ist übrigens deine süße, geliebte Itsuka, als sie gerade ihre Backen aufbläst und versucht, ein süßes Foto kaputt zu machen. Ich mag sowas, haha. Das Foto wurde am Sonntag, dem 29. Juni aufgenommen, als wir zusammen essen waren. Ich hatte einen Yogurt-Waldbeer-Milkshake und Schweinsmedaillons im Speckmantel mit Kartoffelschnee. Das war so lecker! Und überhaupt ist das Café dort unglaublich toll.
D und ich hatten mal beim Einkaufen beschlossen, dass es Zeit für einen kleinen Snack gibt und im Kaufpark gab es gleich im ersten Stock so ein tolles Geschäft, das Frozen Yoghurts anbietet. Da sind wir natürlich gleich hin. Mein Becher war der linke - Schokosoße und Schokosplitter und Kokosraspeln! Mann, das war so lecker, wobei ich auch schon bessere Frozen Yoghurts hatte.
Dieses Foto wurde beim Essen von den oben genannten Frozen Yoghurts aufgenommen. Deshalb sehe ich auf dem auch irgendwie hübsch und süß und zufrieden und befriedigt aus: Weil ich da gerade Essen hatte. Mit Essen kann man mich einfach vollkommen zufrieden stellen, da werde ich wie eine süße kleine schläfrige Miezekatze oder so. Hihi.
Und zu guter Letzt: D und ich im Bus. Wir haben eine ganze Fotostrecke und das hier ist so ziemlich das Einzige, auf dem wir normal aussehen. André hat die Angewohnheit, immer tausendmal zu fotografieren, wenn wir ein gutes Foto haben wollen, und ich fange dann immer an, Grimassen zu schneiden. Das macht Spaß und ruiniert jedes Foto!
Bis zum nächsten Mal und ich hab dich lieb,
Itsu





