Donnerstag, 18. Juli 2013

Schmetterlingsleben

Dear Hanna.

Unser ganzes Leben besteht aus Entscheidungen. Manche davon fallen uns leicht. Wir treffen sie, ohne lange darüber nachzudenken. Vielleicht, weil wir genau wissen, was wir wollen, oder weil uns die Alternative zu schwer oder zu surreal vorkommt. Andere Entscheidungen halten uns nächtelang wach, bringen uns zum Grübeln und werfen unser ganzes Leben über den Haufen, weil sie uns Wege offenbaren, die wir nie für möglich gehalten haben. Entscheidungen bestimmen unsere Zukunft. Wir werden nie erfahren, ob sie richtig oder falsch waren. Wir können nicht wissen, ob die Alternative uns nicht vielleicht ein besseres Leben beschert hätte. Aber wir können stolz auf unsere Entscheidungen sein. Schließlich sind es unsere.

Ich habe diesen Absatz vor einer halben Ewigkeit geschrieben. Ich weiß nicht mehr genau, für welche Geschichte er gedacht war, aber als ich heute erneut deinen letzten Blogeintrag gelesen habe, ist mir der Gedanke gekommen, dass er vielleicht für dich bestimmt ist. Es ist dieser Schmetterlingseffekt, von dem du gesprochen hast: die kleinste Entscheidung kann zu immensen Auswirkungen führen. Aber egal, wie weh wir uns und anderen damit tun, trotz allem war es immer noch unsere Entscheidung. Und dazu können wir stehen, denn manche Menschen scheuen sich selbst davor, einfachste Entscheidungen zu treffen. Wir können stolz auf jede sein, weil wir das schaffen.

Hanna, ich lese derzeit den Manga Naruto von Masashi Kishimoto. Mein Lieblingscharakter Gaara stellt sich dabei eine Frage, die ich gerne mit dir teilen würde. Sie regt sehr zum Nachdenken an und ehrlich gesagt ist sie der Grund dafür, dass ich mich heute aufraffe und diesen Post tippe. Ich habe lange nach einem Anfang für ihn gesucht und als mir schließlich der Absatz über Entscheidungen wieder einfiel und ich auf Gaaras Frage stieß, fand ich einen.

WOFÜR LEBE, WOFÜR EXISTIERE ICH?

Glaubst du an das Schicksal, Hanna? Ich persönlich tue es nicht. Ich glaube, man kann seine Entscheidungen selbst treffen und damit sein Leben nach seinem eigenen Willen lenken und verändern. Ich kann mich dazu entscheiden, nach Deutschland zu ziehen und damit meiner Zukunft eine neue Richtung verpassen. Du kannst dasselbe tun. Das Schicksal fesselt uns meiner Meinung nach nicht an einen Punkt. Und jeder kommt einmal an diesen einen Punkt, an diese eine Frage: Weshalb lebe ich? Wieso wurde ich geboren? Dient meine Existenz einem höheren Zweck oder bin ich nutzlos? Wofür lebst du, Hanna? Was bezweckt dein Dasein?
Ich suche nach einer Antwort, aber ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich bin einen gute Freundin für manche Menschen, habe viele traurig gemacht, und ich habe diesen einen, den wichtigsten Menschen in meinem Leben glücklich gemacht. Ich bin voller Liebe und Freude und gleichzeitig ist da dieser schwarze Fleck in meinem Herzen. Ich bin ein Gegenteil in mir selbst - Wofür bin ich auf dieser Welt? Für die Leben, die ich als Ärztin retten werde oder für die, die ich sterben lassen werde? Für meinen Mann, den ich liebe und den ich nicht mehr aufgeben werde? Um ihn glücklich zu machen? Lebe ich, einfach um des Lebens willen, für mich? Kannst du dir diese Frage beantworten, Hanna?

Ich glaube, jeder von uns kann selbst entscheiden, aus welchem Grund er auf dieser Erde weilt. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich sagen: Ich lebe, um glücklich zu werden. Ich lebe, um meinen Mann glücklich zu machen und um seine und meine Träume zu erfüllen. Ich lebe, um Leben zu schenken, sei es für meine Kinder oder die vielen Menschen, denen ich als Ärztin helfen kann. Ich glaube, so, wie wir unsere eigenen Entscheidungen treffen können, können wir auch entscheiden, wofür wir existieren. Ich existiere, um Glück um mich herum zu schaffen, für mich und für all jene Menschen, die mir wichtig sind. Auch für dich.

Eine letzte Frage habe ich noch. Eine gute Freundin von mir hat sie sich selbst in einer Geschichte gestellt und auch geantwortet und diese Antwort ist so furchtbar schön war, dass ich sie dir auch mitteilen möchte. Vielleicht sollte man sich darüber im Klaren sein, wenn man etwas bewirken will. Wenn man andere glücklich machen will. Denn das ist die Quintessenz, die wir brauchen, um nicht nur uns selbst, sondern auch den Menschen um uns herum Freude zu schenken.

BIN ICH WERTVOLL?

Ich bin wertvoll, wenn ich glücklich bin.

Dienstag, 25. Juni 2013

Schmetterlingseffekt

Dear Itsu,
kennst du die Chaos Theorie?
Diese beiden Worte irrten mir im Kopf herum, also habe ich mir Wikipedia vorgenommen und beschlossen heraus zu finden, was es damit auf sich hat.
Ich weiß nicht, woher sie so plötzlich kamen, aber sie passten wie die Faust aufs Auge zu meinem derzeitigen Gefühlszustand.

Die Chaos Theorie, auch bekannt als der Schmetterlingseffekt bezeichnet die Tatsache, dass eine winzige, sei es auch noch so kleine Abweichung eine verheerende Wirkung auf das große und ganze haben könnte.

Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?

Es gibt auch Filme, die diesen Namen tragen "Butterfly Effect". Ich habe davon gehört aber keinen gesehen, du vielleicht? Ich habe es mir auf jeden Fall vorgenommen.

Eigentlich wollte ich dieses Blogeintrag auf ~Evoliette schreiben, er sollte Chaos Theorie heißen, doch ich hatte überlegt, dass das vielleicht zu privat ist, um es zu veröffentlichen. Doch als ich "Schmetterlingseffekt" auf Wikipedia gelesen hatte, wusste ich natürlich sofort wohin mit meinen Gedanken - zu dir!

Gestern ist mir klar geworden, dass ich schon wieder alles auf eine Karte gesetzt habe, den gleichen Fehler gemacht habe wie immer. Ich habe mir schon vorher darüber Gedanken gemacht, als ich im Begriff war, es zu tun, aber ich habe es trotzdem getan und jetzt zahle ich den Preis dafür.
Dabei hat sich SO viel überhaupt nicht geändert, nicht augenscheinlich zumindest.
Es ist ein Gefühl, dass ich verloren habe, ein Gefühl, dass ich mit Worten nicht zu beschreiben vermag aber ohne welches ich mich einfach nur allein fühle. 

Ich bin kein Mensch, der sein Leben plant oder groß darüber nachdenkt, bevor er es tut. Ich mache es einfach, ich mache Fehler und ich büße dafür und ich verzeihe sie nicht, niemals.  
Aber es gibt gewisse Dinge, von denen geht man einfach aus, wenn man so lebt. Zum Beispiel bin ich davon ausgegangen, dass meine derzeitigen Freundschaften, oder sagen wir der Großteil davon, ein Ende nehmen wird, sei es nun früher oder später. Aber es gibt Freundschaften, in die ich mehr Hoffnung setzte, als in Andere, die Freundschaft zu dir, z.B., die zu Lucy, zu meinem Kleinen. Freundschaften, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie nicht allzu schnell enden würden, sondern die ich so lange wie möglich in meinem Herzen tragen wollte.
In den letzten Tagen hat sich dann gezeigt, wie falsch ich damit gelegen habe, denn in einer Freundschaft gibt es so viele Faktoren, ZU viele, die alles beeinflussen und schon die aller kleinste Abweichung kann alles zerstören und mein Leben, wie es jetzt ist, ändern. 
Der kleinste Fehler und sei es auch nur ein Gedanke, der heran wächst und zu einer Vorstellung wird, kann mein Leben zurück ins Chaos stürzen und ich muss damit rechnen, dass das jederzeit geschehen kann, denn passiert ist es mir schon oft genug.

Ich möchte mich nicht so fühlen wie jetzt, so als wäre etwas zerbrochen und trotz aller Bemühungen kann man es nicht wieder so zusammen setzten wie es war und es fühlt sich schlecht an, nicht richtig. Es fühlt sich einsam an ... schrecklich einsam. Und gestern abend, da war ich wieder an dem Punkt, an dem Punkt, an dem ich letztes Jahr schon einmal war und an den ich nie wieder zurück wollte: Am Punkt, an dem man darüber nachdenkt alles hin zu schmeißen, die Seile, die zwischen dir und deiner Umwelt liegen zu kappen und sich wieder zu isolieren, zu existieren, nicht zu leben ... nur, damit einem soetwas ja nie wieder passiert, damit man nie wieder diesen Schmerz fühlen muss und nie wieder die Fehler, diese Ohnmacht zu spüren bekommt. 

Ohnmacht und Einsamkeit, dass sind die schlimmsten Gefühle, schlimmer als Schmerz, denn allen Schmerz der Welt, kann man ertragen solange jemand da ist, der dir hilft wieder auf die Beine zu kommen und selbst Schmerzen zu erleiden ist besser, als dabei zusehen zu müssen, wie Unheil auf dich, oder auf Andere zu kommt ohne die Macht zu haben, es ab zu wenden. 

In meiner kleinen Welt hat gerade ein Schmetterling mit seinen Flügeln geschlagen.
~Evoliette

Sonntag, 17. März 2013

Schmetterlingsbande

Das Leben ist zu Stress geworden in den letzten Wochen und je mehr ich versuche, diesem Stress zu entkommen, desto stressiger kommt es mir vor. Ich versuche zu fliehen und es funktioniert nicht und das versetzt mich in Panik und ich renne davon, und das Leben holt mich immer wieder ein. Ich kann nicht glaube, dass ich in weniger als einem Jahr 18 Jahre alt sein werde und damit volljährig, dass ich nur noch zwei Jahre lang die Schule besuchen werde und dann in die große weite Welt entlassen werde. Ich kann nicht glauben, dass die Zeit so schnell vergeht und ich - nichts tue.

Aber dein Blogeintrag, den ich erst vier Tage später entdeckt habe, hat mich gerade fast zu Tränen gerührt, ehrlich. Da gibt es jemanden, meilenweit entfernt, zu dem ich eine Verbindung habe, die andere vielleicht nicht verstehen. Wir reden so wenig, schreiben kaum mehr, aber dennoch weiß ich genau, dass du da bist, dass auch du manchmal an mich denkst - wir teilen irgendetwas, liebe Hanna, dass ich selbst nicht ganz verstehe, aber es ist da. Ich hoffe, diese Verbindung hält noch eine lange, lange Zeit an.

Weißt du, was das Gefühl ist, das ich derzeit am meisten fühle? Vermissen. Ich vermisse die Zeit, in der wir tagtäglich geschrieben haben, ich vermisse die Zeit, als ich noch auf schueler.cc aktiv war und auch die, als ich noch mit den beiden Mädchen befreundet war, die so perfekt schienen. Ich vermisse viele Freunde, die ich mit der Zeit durch mein gelegentliches Untertauchen verloren habe und ich vermisse meine Tante, mit der ich derzeit sehr wenig schreibe. Ich vermisse das RPG von Schleicher und Charlie - irgendwann möchte ich diese Idee aufschreiben, wie eine Geschichte, falls man es mir erlaubt, Schleicher zu benutzen. Ich vermisse unser verwirrendes Twilight-RPG, bei dem ich nie wirklich durchgeblickt habe, so viele Handlungsstränge, whatthefuck? Vor allem vermisse ich gerade einen Freund von mir, der dieses Wochenende weg ist - er sollte jeden Moment wiederkommen, aber ich vermisse ihn trotzdem sehr. Es ist leerer ohne ihn.

Musik - ich liebe Musik, wie fast jeder Mensch auf Erden. Kennst du den Film Pitch Perfect? Ein wundervoller Film, ich habe ihn in den vergangenen vier Tagen dreimal angesehen. Dabei kam auch das Lied Titanium von David Guetta und Sia vor und eine Schulkameradin von mir hat mir ein Cover davon gezeigt, das mich einfach umgehauen hat. Diese Stimme, diese Power darin - ich höre es gerade in Dauerschleife, genauso wie einige Lieder aus Pitch Perfect. Schau dir diesen Film irgendwann an, liebe Hanna, und du wirst sehen, er wird innerhalb weniger Minuten dein Lieblingsfilm werden.

TITANIUM



PITCH PERFECT - FINAL PERFOMANCE
 [damit verrate ich dir aber das Ende des Filmes, ähm.]
 

Ich hab dich so unglaublich viel lieb, meine wundervolle Hanna. Ich vergesse dich nicht, wenn wir nicht schreiben, vergiss das bloß nicht. ♥
ines.

Mittwoch, 13. März 2013

Schmetterlingsspiegel

Itsu, ich habe gerade meine Folge HIMYM mittendrin abgeschaltet, aus dem Impuls heraus zu bloggen, doch während mein Computer hoch fuhr stellte ich fest, dass es nicht ~Evoliette war, wo ich schreiben wollte.
Bei all dem Schneewetter hier denke ich an Schmetterlinge.

Ich bin müde, wie an allen Tagen der letzten Wochen und Monate. Ich bin des Lebens müde [lebensmüde-] und vor allem bin ich einfach nur erschöpft von meinen Gedanken, erschlagen von ihnen, jenen, die ich nicht aus meinem Kopf verbannen kann, obwohl ich es so gerne tun würde. Es ging mir schon einige Male so, glaube ich, falls ich mich recht erinnere, diese Lustlosigkeit, die sich über Wochen hinzieht, in der ich alles vergesse und alles um mich herum unwichtig erscheint und es mir so vorkommt, als würde alles rennen - und ich stehen. 
(Itsuka - → onze)

Ich schreibe nicht obwohl ich gerade alles schreiben könnte, was immer ich wollte. Ich habe offene Posts und Steckbriefe in so vielen schönen Rpgs, muss noch Entwürfe zeichnen und ein Geschenk für einen Freund basteln aber ... ich bin so erschöpft. Ich bleibe auf dem Boden sitzten, weil ich mich zu schwer fühle auf zu stehen und mich auf den Stuhl zu setzten. Ich friere, die ganze Zeit und dazu kommt jetzt auch noch dieses unerträgliche Wetter. ... und deine Worte sprechen mir auf der Seele, wie so oft. (:

Ich habe beschlossen hier zu posten noch bevor ich gemerkt habe, dass es einen neuen Post in deinem Blog gibt und siehe da ... da dachte jemand an mich. (: Es ist so schön, ich hab mich so gefreut. 


Itsuka,
ich habe schon Vorprüfungswoche. In 27 Tagen werde ich 16, aber ich habe überhaupt nicht das Gefühl, schon so alt zu sein. Ich fühle mich so klein, wie ein Kind, so jung ... nicht so, als wäre ich in 2 Jahren volljährig, als könnte ich nächstes Jahr den Führerschein machen und theoretisch schon arbeiten gehen oder eine Familie gründen... 
Ich fühle mich, als würde die Welt um mich rasend schnell fort laufen, als würde jemand auf den Vorspulknopf auf der Fernbedienung drücken während ich noch auf Pause stehe. Ich habe nicht das Gefühl, als würde ich auch nur annähernt an mein Umfeld heranreichen und es frisst mich auf.
Wieso weiß ich nicht, wie alle anderen, wo ich einmal sein möchte? Was ich werde möchte und was für eine Familie ich haben möchte?
Ich fühle mich so klein, viel zu schwach um mit Anderen mithalten zu können, viel zu schwach um mein Leben weiterhin in den eigenen Händen halten zu können, allgemein viel zu schwach ... für alles.

Es tut mir Leid, dass ich so lange gebraucht habe für diesen Mary-Sue-Brief, 3 Monate sind zu viel. Ich hätte mich melden müssen, habe ich aber nicht. dafür liebe ich es, deinen Blog zu stalken. 
Du kannst mir ja mal wieder schreiben, wenn du möchtest und Zeit findest, kein Stress.
Ich hab die lieb, Kleines.
~Evoliette 



Samstag, 8. Dezember 2012

Schmetterlingsgesang



Als ich gestern in der Klasse saß und gelangweilt auf meinen Laptop starrte, hat es angefangen zu schneien. Kein Schneeregen, sondern richtige Flocken, die langsam vom Himmel schwebten. Es sah einfach wunderschön aus und in diesem Moment, glaube ich, da war ich richtig glücklich. Es ist irgendwie wahr, was man so sagt – die kleinen Dinge sind es manchmal, die viel wertvoller sind als die großen. Und manchmal braucht es nicht viel, um ein bisschen glücklicher zu sein, es braucht nicht viel für eine gute Laune – manchmal nur den Anblick von wunderschönem Schnee und man ist erfüllt von Glück, zumindest eine Weile lang.
Ich mag Schnee eigentlich, sehr sogar, ich mag verschneite Landschaften, weil das wunderschön aussieht und Winter und Kälte – es ist die Jahreszeit, in der ich mich am wohlsten fühle. Außerdem kann ich dann ohne Ausrede zu Hause herumsitzen und pausenlos RPGn! ~

Du hast mich gefragt, woran ich mein Herz hänge. Ich hänge mein Herz an die Möglichkeiten, die ich habe und an den Wunsch, eines Tages, irgendwann, frei zu sein, auch wenn das in dieser Welt einem Wunder gleichen würde. Ich hänge mein Herz an die Menschen, die noch nicht von mir gegangen sind, an jene, die mit mir ihre Zukunft und mit denen ich meine teilen möchte – ich hänge mein Herz an Menschen, die es auch verdienen. Ich hänge mein Herz an dich, weil ich weiß, dass du, meine Liebe, jemand bist, dem ich vertrauen kann. Ich hänge mein Herz an jene Leute, die mir bewiesen haben, dass sie für mich da sind, dass ich sie als Freunde bezeichnen kann.

Und ich hänge mein Herz an die Zukunft und an den Gedanken daran, sie in meinen Händen zu halten.


Kennst du das, wenn du irgendein Lied hörst und da ist diese eine Zeile, die in deinem Gedächtnis hängen bleibt, weil sie dich zum Nachdenken bringt und weil sie gleichzeitig wunderschön und unglaublich traurig klingt? Vielleicht kennst du das Lied Drops of Jupiter. Es ist eigentlich von Train, aber ich habe das Cover von Taylor Swift gehört und ich war sofort hin und weg. Nicht nur, weil ich ihre Stimme vergöttere und weil das Lied wunderschön ist, sondern, weil mir diese zwei Zeilen aufgefallen sind, die mich nicht mehr loslassen.

Did you miss me while you were looking for yourself out there?

Hast du mich vermisst, während du da draußen nach dir selbst gesucht hast?
Ich kann mir nicht vorstellen, wie schrecklich es ist, sich selbst zu verlieren und nicht mehr zu wissen, wer man ist – nach sich selbst suchen zu müssen. Ich jage mir selbst hinterher, meinen Wünschen und Träumen, aber ich verliere mich nicht, nein – ich bin mein eigener Antrieb und ich renne, bis ich das geschafft habe, was ich schaffen will. Bis ich glücklich bin.
Auch wenn ich manchmal glaube, dass ich das auf dieser Welt nicht werden kann.

Ich persönlich mag die andere Zeile dieses Liedes noch mehr und damit lasse ich dich jetzt selbst grübeln, denn es bedarf keiner Worte, zu sagen, was diesen Satz so bedeutungsvoll werden lässt.

a man who was too afraid to fly so he never did land


Montag, 3. Dezember 2012

Schmetterlingsherzen

Gestern bin ich aufgestanden, recht früh für meine Verhältnisse und war plötzlich hellwach. Ich richtete mich auf und schaute zu meiner Balkontür, das einzige Fenster in meinem Zimmer und die Metallrollos waren unten und trotzdem war es irgendwie ... hell. Als wäre das Licht von draußen in meinem Zimmer und in diesem Moment wusste ich, dass es geschneit hatte. Also bin ich aufgestanden und an meiner völlig irritiert drein blickenden Mutter vorbei zum Wohnzimmerfenster gelaufen. Auch wenn die Straßen immer noch grau waren, waren die Dächer und Autodächer schneeweiß und ich schaute nach draußen und ich habe gelacht, gelacht vor Glück. Ich war wirklich glücklich.
Weißt du? Ich hatte unglaublich Angst vor dem ersten Schnee, dieses Jahr. Die Jahreszeit, in der die Pärchen kuscheln und in der alle näher zusammen rücken und sich zu Hause zusammentun. Nur ich würde allein vor meinem PC sitzen und nichts tun, nicht raus gehen weil es zu kalt draußen war und weil ich nicht wollte und dann, dann kam der erste Schnee und mich überkam ein wundervolles Gefühl.
Dabei halte ich gar nicht viel von diesem weißen Zeug, es ist so unglaublich vergänglich und ungreifbar und doch ...

Du fragst mich, was mir Flügel wachsen lässt?

Weißt du, ich habe bis zu diesem Jahr nie begriffen wieso Ethik oder Religion unterrichtet wird. Ich fand es so grässlich sinnlos und unüberschaubar aber seit diesem Jahr finde ich es es wundervoll. Ob es nun an der Lehrerin liegt oder eher dran, dass ich alles langsam zu begreifen scheine weiß ich nicht aber ich freue mich auf jede Stunde. Zurzeit nehmen wir in Ethik Freiheit durch. Freiheit ist die Fähigkeit zur Autonomie und Selbstbestimmung, die Fähigkeit eigene Entscheidungen zu treffen, seine Meinung zu ändern und sie einfach wieder zu ändern, wenn einem das Leben nicht mehr gefällt, wie es bisher war. Irgendwie gibt mir das Hoffnung. Ich habe so oft lange nur meine Determinationen gesehen ohne auf die Freiheit zu achten, die mir noch blieb und ich möchte daran etwas ändern. Ich habe so wundervolle Freude, hier und in meiner nahen Umgebung, Freude, die auf mich Acht geben, die mich beschützen ob sie es nun zugeben wollen oder nicht.
Der Religionskurs, den mein bester Freund Emanuel besucht nimmt gerade eine Frage durch.

Woran hängst du dein Herz?

Es klingt so schön und ich würde auch das gern wissen. Diese Ansichten. Ohne lange zu überlegen war meine erste Antwort: Ich hänge mein Herz an meine Familie. Aber wenn ich länger darüber nachdenke ist das lange nicht alles. Ich hänge mein Herz an diese Welt, mit all ihren Tücken und Fehlern. Ich hänge mein Herz an die Erdenbewohner, den Strand und die Sonnen Auf- und Untergänge. Ich hänge mein Herz an jeden einzelnen Tag Leben, auch an einen Tag wie diesen, an dem eigentlich nur beschissene Sachen passiert sind. Doch dann hab ich deinen Blogeintrag gelesen und der war mein Licht an diesem dunklen Tag, die Schneeflocke, die schönste von Allen. 

Du fragst was mir Flügel wachsen lässt?
Ich bin schon mit Flügeln auf diese Welt gekommen, Ines.
Genau wie du.
Ich bin als Schmetterling auf diese Welt gekommen, lange nicht perfekt und ich bin oft abgestürzt.
Aber letztendlich reicht es, zum Leben.
Ich bin schon mit Flügeln auf diese Welt gekommen, Ines.
Aber wenn du wissen willst, was meine Flügel wachsen lässt, dann ist das ganz einfach.
Es ist nur ein Wort.
Liebe.

Die Liebe zum Leben und zu all den Menschen und den kleinen Dingen, die das Leben ausmacht, lassen meine Flügel wachsen. Und manchmal fühlt man sich, als wäre alles scheiße und man stürzt ab aber man rappelt sich immer wieder auf. Das Fliegen ist einfach zu schön, frei zu sein. Denn selbst der kleinste Schmetterling im Universum, selbst der kleinste Tropfen im Ozean hat es verdient zu leben.

Ich habe auch nie oft geweint, bei diesem Film schon. Ich habe sogar heute schon daran gedacht, an "my sister's keeper". Ich weiß nicht  mehr welche Gedanken mich dazu führten, vielleicht habe ich etwas geahnt. Ich habe den Film schon 3 mal gesehen und jedes Mal aufs Neue geweint. 
In letzter Zeit, da weine ich häufig. Nahezu jeden zweiten Tag, heute auch schon, mehrmals. Es ist schön es einfach aus zu leben, zu zeigen, dass man lebt, dass man FÜHLT. Es lohnt sich einfach nicht alles hinter einer Maske zu verstecken. Dafür ist das Leben viel zu schön. Das sollte man nie vergessen.

♥


Ein Sonnenuntergang über Magdeburg. es kommt selten vor, dass ich es sehe, aber es ist so schön.
Zum Zerreißen schön.
~Evoliette

Schmetterlingsflügel

Meine Schwester hat sich eines dieser etwas unnötigen, esoterischen Bücher gekauft, in dem man viele unglaublich spirituelle Fragen beantworten und sich so wohl Gedanken über sein Innerstes machen soll [oder so]. Ehrlich gesagt habe ich mir das Vorwort nicht durchgelesen, sondern die Fragen verwendet, um gleichzeitig drei Leute damit zu bombadieren. Dabei kamen übrigens einige interessante Antworten heraus, die mich umgehauen haben. Es ist komisch, wenn man herausfindet, dass man manchen Menschen nicht unwichtig ist, obwohl man ihnen nicht sonderlich nahe steht. Es ist irgendwie schön, plötzlich zu bemerken, dass es da jemanden gibt, der einen mag - obwohl man sich eigentlich nicht um diesen Jemand bemüht hat. Und es ist unglaublich überraschend.
Aber das ist nicht das eigentliche Thema. Auch wenn es mich wirklich überrascht hat, als auf die Frage "Mit wem verbringst du am liebsten deine Zeit" als Antwort kam: "Überraschenderweise teilweise sogar mit dir". Süß, oder? Am nächsten Tag hat mir diese Person dann plötzlich gesagt, dass sie mich lieb hat. Ist das nicht unheimlich niedlich? Und erstaunlich? Ein richtiges Dezemberwunder.

Irgendwie komme ich nicht auf das eigentliche Thema, denn jetzt will ich dir davon erzählen, dass es bei uns schneit! Ich liebe Schnee, ich konnte heute in der Schule kaum die Augen abwenden - zum Glück sitze ich am Fenster. Richtig schöne Flocken, es war so wunderschön, so wunderwunderschön ♥ Ich liebe Schnee.

In diesem Büchlein von meiner Schwester war da diese Frage, die mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht. Sie ist so unheimlich schön formuliert.

Was lässt dir Flügel wachsen?

Was lässt dir Flügel wachsen, liebe Hanna? Mir lässt der Gedanke Flügel wachsen, dass ich eine Zukunft habe, der Gedanke daran, dass ich nicht alleine bin. Der Gedanke an die Menschen, die ich liebe und lieben lernen werde. Der Gedanke an all die lieben Posts in diesem Blog, weil sie mir jedes Mal zeigen, dass du mich gern hast und dass wir beide Schmetterlinge sind - dass wir Flügel besitzen und dass wir fliegen können, wohin wir wollen.
Und als Schmetterling kann man auch mal die Richtung wechseln, nicht wahr? Ich überlege derzeit, ob ich Medizin studieren soll. Oder doch Germanistik und Geschichte - oder etwas ganz anderes? Es ist wunderschön, zu wissen, dass man die Wahl hat und dass diese Entscheidung ich fällen kann, ich allein. Ich mag diesen Gedanken, dass es mein Leben ist.

Ich weiß, ich bin derzeit etwas unpässlich, aber ich krempele mein Leben gerade um - ich habe Termine bei allen möglichen Ärzten, und außerdem bei einer Psychologin, und ich schreibe kaum mehr, deshalb habe ich auch noch nicht beim RPG gepostet, und das Leben ist gerade irgendwie gleichzeitig ... schön und schrecklich.

schrecklich schön


Ich weine nie bei Filmen. Bei diesem Film habe ich gleich zweimal geweint. Und das Lied ist wunderschön.
♥ Ich hab dich lieb, meine wunderbare Hanna!