Mittwoch, 4. April 2018

Schmetterlingswärme

Hay Liebes,
falls du den Post davor noch nicht gesehen hast: Es sind 2.

Gestern und heute waren die ersten beiden warmen Tage dieses Jahres und nun gewittert es. Es blitzt die ganze Zeit und donnert und bietet gerade die beste Stimmung, dir diesen Blogeintrag zu schreiben.
Findest du nicht auch, dass der erste warme Tag im Jahr so eine gewisse Magie hat? An solchen Tagen passieren schlimme Dinge nur selten und wenn doch, dann kommen sie einem gar nicht so schlimm vor. Jeder ist irgendwie besser gelaunt als sonst und wenn man draußen steht und sein Gesicht von der Sonne wärmen lässt, gibt es für einen ganz kurzen Moment nichts, was dich bedrückt.

Heute war außerdem der erste richtige Unitag meines vierten Semesters. Eigentlich war es das schon gestern, aber ich hatte gestern keine Veranstaltungen. Nun bin ich also wieder auf dem Campus, der bei solchem Wetter immer maßlos überfüllt ist und auf dem sich Studenten auf den Fluren drängen, herumirrend ihre Räume suchen oder mit ihren Büchern und Laptops auf den Wiesen sitzen, sodass man sich vorkommt als wäre man direkt in einen amerikanischen Teenagerfilm gefallen. Es ist wieder Leben auf dem Campus eingekehrt und ich liebe das, liebe es mich mittags auf den Mensavorplatz zu setzen, die Sonne auf meinen Haaren zu fühlen und die Leute dabei zu beobachten, wie sie ihrem ganz normalen Tagesgeschehen nachgehen. Oft bin ich selbst zu gestresst dafür aber jetzt gerade, wo die Uni zwar wieder angefangen hat aber auch noch nicht richtig, nehme ich mir nur allzu gern die Zeit dafür.

Am kommenden Samstag feiere ich meinen Geburtstag und ich muss sagen im Großen und Ganzen bin ich ganz zufrieden so, wie es gerade ist. Ich bin 21 und dabei und studiere bisher ein bisschen besser als Regelstudienzeit. Ich habe zwar keinen Kontakt mehr zu Lucy, aber dafür noch immer zu meinem Weib, das schon länger nichtmehr in meiner Nähe wohnt und ich bin sehr stolz darauf, dass es trotzdem für mich klappt, mit ihr weiterhin Kontakt zu halten. Im Grunde bin ich darin nämlich nicht sonderlich gut. Ich umgebe mich immernoch viel mit den Leuten von meinem besonderen Menschen, aber das reicht mir, solange ich Teddy habe - und einen so guten Kontakt zu meinem Cousin, den ich zwar glaube ich noch nie erwähnt habe, der aber, wenn er gerade mal hier ist, wie ein Bruder für mich ist. Es sind wenige Menschen, mit denen ich mich wirklich gern umgebe und ich merke, dass mein Interesse an Menschen im ganz Allgemeinen von Jahr zu Jahr weiter sinkt, aber es reicht mir. Zurzeit reicht es mir. Zurzeit bin ich zufrieden damit.

Ich verbringe meine Zeit jetzt größtenteils damit, Filme oder Serien zu sehen, habe schon ewig nicht richtig gezockt aber wenn ich kann, versuche ich immernoch manchmal ein bisschen kreativ zu sein, zu basteln, mir irgendetwas auszudenken, aber ich merke, dass das schwieriger wird mit der Zeit, die vergeht. Ich erinnere mich noch daran, wie ich früher vor Kreativität nur so übergesprudelt bin und dass sie jetzt immer und immer weniger wird, erfüllt mich mit bedauern. Ich dachte es wäre ein fester Bestandteil meines Charakter, kreativ zu sein, aber vielleicht gehörte es auch nur zu meiner Kindheit. Ich möchte heute, an einem so schönem Tag mit einem so atemberaubenden Gewitter auch nicht trübsal blasen.

Ich denke an dich, Liebes,
lass mal wieder was von dir hören.
Ich hab dich lieb,
Evo

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen